Die Schutzheilige der Feuerwehr
Festtag der Agatha von Catania

Peter Scheiwe ist Priester, Feuerwehrmann und Ölper. Er fühlt sich der heiligen Agatha eng verbunden. Hier ist er in der Paderborner Busdorfkirche und steht unter einer Agatha-Figur (r.).
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  • Peter Scheiwe ist Priester, Feuerwehrmann und Ölper. Er fühlt sich der heiligen Agatha eng verbunden. Hier ist er in der Paderborner Busdorfkirche und steht unter einer Agatha-Figur (r.).
  • Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

sz Olpe. Am 5. Februar wird der Gedenktag der heiligen Agatha begangen. Die Heilige und Märtyrerin, die im 3. Jahrhundert lebte, ist Patronin zahlreicher Kirchen, Schutzheilige der Feuerwehren, sie wird zum Schutz vor Bränden angerufen. Zu ihrer Ehre gibt es in vielen Kirchengemeinden bis heute lebendige Gelübde mit Prozessionen und Gottesdiensten. In Kirchen und Kapellen finden sich vielfältige Darstellungen der heiligen Agatha, die jeweils an ihr Martyrium erinnern. Begeistert erzählt Pfarrer Peter Scheiwe aus Paderborn-Schloß Neuhaus von der Rolle der heiligen Agatha in seinem bisherigen Leben. Der Priester des Erzbistums Paderborn wurde in Olpe geboren und hat deshalb die Verehrung der heiligen Agatha fast „mit der Muttermilch aufgenommen“, wie er selbst von sich sagt. „Als Olper ist man mit der Heiligen bestens vertraut, ihr Festtag ist in Olpe ein politisches Statement, denn der Rat der Stadt erneuert jährlich ein uraltes Gelübde.“

Unvergessene Prozessionen

Pfarrer Scheiwe ist aber auch leidenschaftlicher Feuerwehrmann, der gemeinsam mit seinen Feuerwehrkameraden unter anderem zu Bränden ausrückt, um Leben, Hab und Gut zu retten. Zu dieser Aufgabe fand er an seinem früheren Wirkungsort in Hünsborn. „Die Teilnahme am Festgottesdienst in der Martinuskirche in Olpe mit der Erneuerung des Agatha-Gelübdes war für mich eine feste Tradition. Unvergessen sind die Prozessionen durch die Stadt, bei denen das Allerheiligste in einer Monstranz und ein Reliquiar mit Reliquien der heiligen Agatha bei einem nächtlichen Zug mit Fackeln und roten Agatha-Laternen mitgeführt wurden. Die Häuser am Prozessionsweg waren mit zahlreichen Agatha-Laternen geschmückt“, sagt der 63-Jährige, der in Olpe geboren, getauft und gefirmt wurde und dort selbstverständlich auch seine erste Heilige Messe nach der Priesterweihe feierte.Die heilige Agatha bringt Pfarrer Scheiwe auch mit seinem Engagement bei der Feuerwehr in Verbindung. Er ist nicht nur Notfallseelsorger, sondern rückt gemeinsam mit seinen Kameraden aus, wenn Menschen in Not sind. „Ich schätze den oft gefährlichen Einsatz der Feuerwehrleute für andere Menschen sehr. Da kann man eine Schutzpatronin wie die heilige Agatha gut gebrauchen“, ist Pastor und Feuerwehrmann Peter Scheiwe überzeugt. Als Patronin der Feuerwehr findet sich das Bildnis der heiligen Agatha auf zahlreichen Feuerwehrstandarten und -fahnen, weiß der kommissarische Leiter des Erzbistumsarchivs, Michael Streit.

Heilige verlässt den Kirchenraum

Feuerwehrmann und Pfarrer Peter Scheiwe erklärt die an vielen Orten im Erzbistum Paderborn lebendige Tradition der Agatha-Prozessionen und die Beteiligung der Feuerwehren mit den Worten: „An einer Wallfahrt nimmt man teil und pilgert zum Heiligen hin, zu einem bestimmten Ort. Bei der heiligen Agatha ist es anders: Menschen gehen nicht zu ihr hin, sondern die Heilige geht raus, sie verlässt den Kirchenraum und kommt zu den Menschen, um sie und ihr Hab und Gut vor Feuer zu schützen und zu retten. So wie auch die Feuerwehr, die kommt und da ist, um zu helfen.“ Olpe ist ohne die Feier des Agatha-Festes und das Agatha-Gelübde des Rates der Stadt nicht zu denken. Im Jahr 1665, nach dem 30-jährigen Krieg und verheerenden Stadtbränden, legte der damalige Rat der Stadt Olpe das Agatha-Gelübde ab und versprach Gebet, Fasten und Almosen. Dieses alte Gelübde wird jährlich von den Ratsmitgliedern der Stadt erneuert. „Ein archaisches Ereignis“, nennt der Pfarrer der Gemeinde St. Martinus in Olpe, Clemens Steiling, diese Gelübde-Erneuerung.Über den Ablauf der Feierlichkeiten in Olpe unter den diesjährigen Corona-Bedingungen hat die SZ bereits umfassend berichtet. Katholiken begehen jährlich am 5. Februar das Fest der heiligen Agatha.

Generaloberin hält die Agatha-Predigt

Die heilige Märtyrerin wird als Schutzpatronin bei Feuergefahr verehrt: Als um das Jahr 300 der Vulkan Ätna ausbrach, zogen die Bewohner ihrer Geburtsstadt Catania mit Agathas Schleier dem Lavastrom entgegen, der daraufhin zum Stillstand kam.Im Erzbistum Paderborn stehen zwölf Pfarrkirchen bzw. Kirchengemeinden und 21 Kapellen unter dem Patronat der heiligen Agatha. Kirchengemeinden unter dem Patronat St. Agatha im Kreis Olpe sind Altenhundem, Bilstein und Maumke.

Peter Scheiwe ist Priester, Feuerwehrmann und Ölper. Er fühlt sich der heiligen Agatha eng verbunden. Hier ist er in der Paderborner Busdorfkirche und steht unter einer Agatha-Figur (r.).
Michael Streit vom Erzbistumsarchiv hält eine Figur der Heiligen im Arm, die sonst in seinem Büro steht.
Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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