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Risikogebiet Olpe: Weniger Besucher in Krankenhäusern
Gastwirte rechnen mit strengen Kontrollen

Wegen der Überschreitung der Grenze von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist der Kreis Olpe in der Region ein Corona-Hotspot. Das hat spürbare Folgen.
  • Wegen der Überschreitung der Grenze von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist der Kreis Olpe in der Region ein Corona-Hotspot. Das hat spürbare Folgen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz/yve Olpe/Wenden. Die Überschreitung der Sieben-Tage-Inzidenz hat im Kreis Olpe Auswirkungen, die viele Bürgerinnen und Bürger zu spüren bekommen werden. So haben die beiden Krankenhäuser der katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen in Olpe und Altenhundem auf die gestiegenen Zahlen der Covid-19-Neuinfektionen reagiert: „Anbetracht der aktuellen pandemischen Lage und der Einstufung des Kreises Olpe als Corona-Risikogebiet werden wir mit Beginn der kommenden Woche ab Montag, 19. Oktober, unsere Besucherregelungen am St.-Martinus-Hospital und am St.-Josefs-Hospital zunächst für den Zeitraum von sieben Tagen einschränken“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

sz/yve Olpe/Wenden. Die Überschreitung der Sieben-Tage-Inzidenz hat im Kreis Olpe Auswirkungen, die viele Bürgerinnen und Bürger zu spüren bekommen werden. So haben die beiden Krankenhäuser der katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen in Olpe und Altenhundem auf die gestiegenen Zahlen der Covid-19-Neuinfektionen reagiert: „Anbetracht der aktuellen pandemischen Lage und der Einstufung des Kreises Olpe als Corona-Risikogebiet werden wir mit Beginn der kommenden Woche ab Montag, 19. Oktober, unsere Besucherregelungen am St.-Martinus-Hospital und am St.-Josefs-Hospital zunächst für den Zeitraum von sieben Tagen einschränken“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.
Zwar bleiben die kürzlich deutlich ausgedehnten Besuchszeiten von 10 bis 17 Uhr weiterhin bestehen: „Die Ausweitung des Zeitraumes hat sich bisher als positiv erwiesen, wir haben in den Eingangsbereichen unserer Häuser weniger Menschenansammlungen verzeichnet.“ Aber ab Montag ist nur noch ein Besucher oder eine Begleitperson pro Patient zugelassen. „Auch zum jetzigen Zeitpunkt appellieren wir an die Besucher unserer Patienten, die Besucheranzahlen möglichst ab sofort zu reduzieren“, heißt es weiter. Nach sieben Tagen werde erneut entschieden, ob die Besucheranzahl wieder erhöht werden kann.

Starke Einbußen in der Gastronomie

Wie berichtet, müssen auch die heimischen Gastronomiebetriebe auf die neuen Verordnungen reagieren. In erster Linie bedeuten diese starke Einbußen – das Weihnachtsgeschäft lief gerade an, zahlreiche Buchungen und Veranstaltungen wie Oktoberfeste müssen gestrichen werden. Planungssicherheit gibt es derzeit nicht mehr. In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen wie es im Kreis Olpe mit der Sieben-Tage-Inzidenz von über 50 der Fall ist, werden private Feiern außerhalb der eigenen Wohnung mit herausragendem Anlass (Hochzeit, Jubiläen etc.) auf 25 Personen begrenzt. Nur noch fünf Personen aus verschiedenen Haushalten dürfen sich im öffentlichen Raum treffen.

Strenge Kontrollen angekündigt

Im Restaurant-Café „Berghof“ in Wenden ist die aktuelle Situation kaum zu bewältigen. „Unsere Bücher sind voll“, sagt Christian Siepermann, der mit seiner Frau Bettina den Betrieb führt. Zahlreiche Feiern für die nächsten Wochen seien angemeldet. Doch selbst eine kleine Betriebsfeier sprenge nun schon den verordneten Rahmen. „Am Sonntag sind wir ausgebucht, kein Platz ist mehr frei.“ Viele Tische mit sechs, sieben oder acht Personen stünden im Reservierungsplan. Handelt es sich bei den Kleingruppen nicht um eine Familie aus einem Haushalt, dürfen die Personen am Sonntag ihre Speisen nicht zusammen genießen. Kleinere Einheiten zu schaffen, sei vor dem Hintergrund des Mindestabstandes schon ein logistisches Problem, weiß Siepermann. „Wir erwarten auch strenge Kontrollen“, die seien angekündigt worden.

Strenge Einhaltung der Hygienevorgaben

Viele Gastronomen sind aufgebracht und verärgert, sie äußern ihr Unverständnis darüber, dass der Gastronomie immer der „schwarze Peter“ zugeschoben werde. Diese Ansicht teilt Juniorchef Christoph Butzkamm vom Familienbetrieb Scherer in Schönau. „Bei uns hat sich noch niemand angesteckt, wir achten streng auf die vorgeschriebenen Hygienevorgaben“, sagt er im Gespräch mit der SZ. Seine Überlegung: „Sämtliche Gastronomiebetriebe für zwei Monate schließen.“ Die Inhaber sollten in dieser Zeit 60 bis 70 Prozent der betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) des vergangenen Jahres erhalten. „Dann sieht man doch eindeutig, dass die Gründe für das steigende Infektionsgeschehen wahrscheinlich nicht in der Gastronomie zu suchen sind.“

"Gastronomie wird im Stich gelassen"

Zudem kritisiert er, dass die Lufthansa von Milliardenhilfen profitiere. „Dort arbeiten etwa 140.000 Mitarbeiter, in unserer Branche über eine Million. Aber was ist mit der Gastronomie? Die wird einfach im Stich gelassen.“ Er beanstandet überdies die Aussagen im TV von Gesundheitsminister Jens Spahn, dass man sich beim Einkaufen oder beim Friseur nicht anstecken könne. „Auf welchen Statistiken basieren seine Angaben?“ Anstecken könne man sich schließlich überall.

Nur noch die Hälfte der üblichen Gästezahl

In die gleiche Kerbe schlägt auch Mario Girardi vom Ristorante „l’Isoletta“ in Olpe. „Die Menschen sammeln sich.“ Viele Jugendliche lebten ihre Freizeit so aus wie vor Corona. Girardi und Mitinhaber Francesco Ferrara müssen aber keine Feiern absagen. „Die haben wir erst gar nicht angenommen. Wir haben geahnt, dass so etwas passiert.“ Auch das Catering ist ausgesetzt. „Das ziehen wir bis zum Ende des Jahres erst mal so durch.“ Seit März bewirten Girardi und Ferrara nur noch die Hälfte der üblichen Gästezahl. „Sonst wird es zu voll bei uns, wir möchten uns ja auch keiner Gefahr aussetzen.“
Eine Gefahr für andere soll auch nicht von Bürgern aus dem Kreisgebiet ausgehen. Daher ist für eine Urlaubsreise ein negatives Testergebnis vonnöten. Auf der Homepage www.coronatestpraxis.de sind Arztpraxen aufgelistet, die Corona-Tests anbieten. Initiiert wurde die Internetseite von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Kooperation mit dem Ärzteverbund Südwestfalen und den Gesundheitsämtern.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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