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Der Wald im Wandel (SZ-Serie)
Genossenschaftswald ein Modell der Zukunft

Die Genossen sind froh, dass sie ihr Holz nach China verkauft bekommen, „Containerholz“ ist längst ein feststehender Begriff bei Waldbesitzern.
  • Die Genossen sind froh, dass sie ihr Holz nach China verkauft bekommen, „Containerholz“ ist längst ein feststehender Begriff bei Waldbesitzern.
  • Foto: damo (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Rüblinghausen. Die Waldgenossenschaft Rüblinghausen ist eine von vielen. Ihr Vorsteher ist seit vielen Jahren Vinzenz Hohleweg, und der gehört zu denen, die sich wirklich auskennen mit Hauberg, Wald und Nachhaltigkeit. „Wir sind keine große Waldgenossenschaft“, berichtet er im Gespräch mit der SZ, „daher haben wir dieselben Probleme wie andere, für uns ist es nur etwas überschaubarer.“
Mengen waren unvorhersehbarUnd hier ist es zurzeit der Bereich Mark: Entlang der Autobahn von Rüblinghausen in Richtung Saßmicke zieht sich hier der Wald – noch. „Von meinem Zuhause blicke ich zurzeit noch auf Bäume“, so Vinzenz Hohleweg, „aber das wird nicht mehr lange so sein.

win Rüblinghausen. Die Waldgenossenschaft Rüblinghausen ist eine von vielen. Ihr Vorsteher ist seit vielen Jahren Vinzenz Hohleweg, und der gehört zu denen, die sich wirklich auskennen mit Hauberg, Wald und Nachhaltigkeit. „Wir sind keine große Waldgenossenschaft“, berichtet er im Gespräch mit der SZ, „daher haben wir dieselben Probleme wie andere, für uns ist es nur etwas überschaubarer.“

Mengen waren unvorhersehbar

Und hier ist es zurzeit der Bereich Mark: Entlang der Autobahn von Rüblinghausen in Richtung Saßmicke zieht sich hier der Wald – noch. „Von meinem Zuhause blicke ich zurzeit noch auf Bäume“, so Vinzenz Hohleweg, „aber das wird nicht mehr lange so sein.“ Gemeinsam mit den übrigen Vorstandsmitgliedern und dem Beirat war er jüngst unterwegs, um Fichten anzuzeichnen, die ein Forstunternehmer fällen und aufarbeiten wird – rund 1300 Festmeter sind bei einer ersten Aktion schon gefallen, und nun wird es weitergehen, denn der Käfer hat weiter ganze Arbeit geleistet. 2500 Fichten der Waldgenossenschaft Rüblinghausen werden bis Jahresende noch fallen – „das sind Mengen, mit denen wir nie kalkuliert haben und die so nie vorhersehbar waren“, so Hohleweg.
Die Genossen sind froh, dass sie ihr Holz nach China verkauft bekommen, „Containerholz“ ist längst ein feststehender Begriff bei Waldbesitzern.

Laubwald bleibt unangetastet

Die Rüblinghauser halten sich an die Empfehlungen des Forstamts: „Unser Laubwald wird im Moment nicht angetastet“, berichtet der Waldvorsteher: „Wir müssen alle Kraft investieren, um das Käferholz loszuwerden. Ein paar Jahre kann man das auch machen, aber natürlich behalten wir den übrigen Wald im Blick, damit da rechtzeitig agiert werden kann.“
Die Rüblinghauser Waldgenossen können durchaus mit Stolz auf ihre Vorgänger blicken. „Hier gab es vor vielen Jahren schon die Idee, mal Bäume anzupflanzen, die andere nicht anpflanzen, vielleicht einfach aus der Neugier heraus, was hier wächst und was nicht“, berichtet Vinzenz Hohleweg.

"Einfach mal probieren"

Das so entstandene Waldstück ist im Volksmund als „Luna-Park“ bekannt und stellt heute eine bunte Mischung haubergs-untypischer Bäume dar, von denen sich viele prächtig entwickelt haben – und andere nicht. „Wir haben nach dieser Idee vor einiger Zeit nochmal einen Versuch gestartet und 16 verschiedene Baumarten gepflanzt, Sorten, die ich vorher zum Teil nicht einmal kannte. Die meisten haben es nicht geschafft, aber vermutlich ist das der Weg, den man gehen muss. Einfach mal probieren, was wächst, und nicht in irgendwelchen Versuchsforsten, sondern genau hier vor Ort in Rüblinghausen, denn der Standort kann ganz viel ausmachen.“ Denn bei aller Suche nach Alternativen zur Fichte – „den Stein der Weisen hat noch keiner gefunden, und da hilft uns auch kein Experte.“

Beim "Containerholz" bleibt viel übrig

Für viele Waldgenossen ist die Brennholzgewinnung der Hauptgrund, Anteile an einer Waldgenossenschaft zu erwerben. Doch das wird auch in Rüblinghausen auf absehbare Zeit anders laufen als bisher. Denn bei der Gewinnung des „Containerholzes“ bleibt viel vom Baum übrig, das derzeit nicht wirtschaftlich verwertet werden kann. Es werde gerade ein Schreiben an die Mitglieder vorbereitet, um abzufragen, wer daran interessiert ist, dieses Fichtenrestholz als Brennmaterial aufzuarbeiten. „Es ist ein anderes Heizen, aber wir haben ja auch weit mildere Winter als früher, sodass insgesamt weniger Brennholz benötigt wird“, erklärt Hohleweg.

Genossenschaft ein Modell der Zukunft

„Das Modell Genossenschaftswald wird Zukunft haben“, ist sich der Rüblinghauser sicher, dessen Vater schon die Genossenschaft geleitet hat, „wir werden uns nur an andere Optionen gewöhnen müssen.“ Es sei eine gesellschaftliche Frage, was der Wald für einen Wert habe: „Und wenn die Gesellschaft der Meinung ist, der Wald hat einen Wert, dann muss dafür bezahlt werden.“
Da müsse beispielsweise über Prämien dafür gesorgt werden, dass Wald nicht nur aus wirtschaftlichen Zwecken, sondern eben auch zur Kohlendioxid-Bindung und nicht zuletzt als Erholungsraum fungieren könne.
Dass allerdings die Genossinnen und Genossen in naher Zukunft zur Kasse gebeten werden statt wie bisher eine Ausschüttung für das verkaufte Holz zu kassieren, davon ist die Waldgenossenschaft Rüblinghausen noch weit entfernt.

Hier finden Sie alle Artikel zur SZ-Serie "Der Wald im Wandel" im Überblick.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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