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Matthias Koch für Bürgermeister-Kandidatur nominiert
Grüne stellen sich neu auf

Sonnenblumen gab es für Bürgermeisterkandidat Matthias Koch (l.) und Spitzenkandidatin Zaklina Marjanovic (3. v. r.) – im Bild im corona-sicheren Abstand mit den weiteren Listenkandidaten (v. l.) Hans Nenne, Alice Holterhoff, Christian Bock und Alina Libertus. Foto: win
  • Sonnenblumen gab es für Bürgermeisterkandidat Matthias Koch (l.) und Spitzenkandidatin Zaklina Marjanovic (3. v. r.) – im Bild im corona-sicheren Abstand mit den weiteren Listenkandidaten (v. l.) Hans Nenne, Alice Holterhoff, Christian Bock und Alina Libertus. Foto: win
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win Olpe. Mehr Kandidaten als Mitglieder: Das kann passieren, wenn die Grünen zur Kandidatenaufstellung für die Kommunalwahl laden. Denn eine Mitgliedschaft in der Partei ist keine Voraussetzung, um als Bewerberin oder Bewerber mit dem „Ticket“ der Partei ins Rennen zu gehen. Und so saßen am Donnerstagabend im großen Saal des Olper Kolpinghauses deutlich mehr Teilnehmer als die 16 stimmberechtigten Parteimitglieder, die die Wahlkreisbewerber, die Reserveliste und ihren Bürgermeisterkandidaten nominierten.

Geleitet wurde die Sitzung von Fred...

win Olpe. Mehr Kandidaten als Mitglieder: Das kann passieren, wenn die Grünen zur Kandidatenaufstellung für die Kommunalwahl laden. Denn eine Mitgliedschaft in der Partei ist keine Voraussetzung, um als Bewerberin oder Bewerber mit dem „Ticket“ der Partei ins Rennen zu gehen. Und so saßen am Donnerstagabend im großen Saal des Olper Kolpinghauses deutlich mehr Teilnehmer als die 16 stimmberechtigten Parteimitglieder, die die Wahlkreisbewerber, die Reserveliste und ihren Bürgermeisterkandidaten nominierten.

Geleitet wurde die Sitzung von Fred Josef Hansen, Grünen-Kreisvorsitzender: Da im Kreis Olpe nur die Lennestädter Grünen einen eigenen Ortsverband bilden, lädt in allen anderen Kommunen der Kreisverband die Mitglieder der Partei ein, die ihren Erstwohnsitz in der jeweiligen Kommune haben.

Was dann folgte, nannte der langjährige frühere Grünen-Fraktionschef im Rat der Stadt Olpe, Fritz Klocke, „so etwas wie eine komplette Neuaufstellung der Grünen in Olpe“. Denn in der ersten Reihe stehen bei der bevorstehenen Wahl zwar keine politischen Neulinge, aber Kandidatinnen und Kandidaten, die im Rat und den Ausschüssen der Stadt Olpe bislang keine Funktion innehaben.

Da realistisch betrachtet wohl keine Kandidatin und kein Kandidat der Grünen eine Chance haben wird, das Direktmandat im jeweiligen Wahlkreis zu gewinnen, dienen die Direktbewerber im übertragenen Sinn nur als „Stimmensammler“, um am Ende möglichst viele Bewerberinnen und Bewerber von der Reserveliste in den Rat zu senden. Umso wichtiger ist für eine Partei die Reihenfolge der Kandidaten auf dieser Liste.

Für Platz 1 bewarb sich Zaklina Marjanovic. Die 49-jährige Buchhalterin kündigte an, sich „für den grünen Wandel vor Ort“ einsetzen zu wollen: „Für eine Energie- und Verkehrswende, für bezahlbaren Wohnraum, für Artenschutz und Vielfalt, für Freiheit und für humanitäre, demokratische Werte. Für soziale Gerechtigkeit und dafür, dass Menschen nicht am Rande der Kreisstadt vergessen werden, derweil unsere Verwaltung mit großen Schritten das elitäre Olpe plant.“ Sie kritisierte, dass die Stadt bislang keine Anzeichen erkennen lasse, dem drohenden Wirtschaftseinbruch durch die Corona-Krise zu begegnen. „Es erwarten uns Gewerbesteuereinbrüche, es erwarten uns durch Kurzarbeit und Arbeitsplatzverluste betroffene Familien, Alleinerziehende, die nicht wissen wie sie Home-Office und Home-Schooling bewerkstelligen sollen, Kinder, die den Anschluss durch wochenlangen Unterrichtsausfall verlieren und ein großer Anteil von Einzelhändlern, der schon nach wenigen Wochen über Ladenschließungen nachdenken muss. All das prallt an Olpes Verwaltung und der Mehrheitsfraktion ab. Das große Ziel heißt ,neue Mitte und Bürgerhaus’.“

Sie wolle „in einer Region leben, in der Radwege, Nahverkehr und Carsharing so attraktiv sind, dass ich auch in einer Kleinstadt wie Olpe auf ein Auto verzichten kann. Ein Olpe, das spätestens 2040 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bezieht und klimaneutral ist. Ein Olpe, welches die Bürger an diesem Prozess beteiligt und die Erträge in der Region belässt.“ Themen wie Windkraft, Denkmalbereichssatzung, Schullandschaft und Radverkehr seien in Olpe vernachlässigt worden. „Die Verwaltung hat diese Stadt völlig im Griff. Dabei werden doch wir als verlängerter Arm vom Bürger gewählt. Es ist an der Zeit, dass Stadtverordnete der Aufgabe, den Bürgerwillen zu vertreten, auch nachkommen.“

Für Platz 2 kandidierte Matthias Koch, selbstständiger Kaufmann und 58 Jahre alt, der auch als Bürgermeisterkandidat der Grünen antrat. Er betonte, die Corona-Krise zeige, dass die Gesellschaft Zusammenhalt brauche. Die „leise Ahnung“, dass durch weitergehende Lockerungen eine Rückkehr zu einem normaleren Leben möglich werde, müsse die Frage erlauben, ob wirklich eine Rückkehr zu alten Mustern gefragt sei oder nicht eher mehr Regionalität, mehr Fahrrad, mehr Heimat die Lösung seien. Er wolle die Bürgerinnen und Bürger für einen „Zukunftspakt für einen ökologischen und sozialen Aufbruch“ gewinnen, „für ein menschengerechtes und nachhaltiges Olpe“.

Für Platz 3 bewarb sich Alice Holterhoff. Die 51-Jährige Pharmazeutisch-Technische Assistentin legte besonderen Wert auf den Artenschutz, der ihr als Imkerin besonders am Herzen liege. Aber auch der Radwege-Ausbau und die Reduzierung des Autoverkehrs seien wichtige Anliegen.

Hans Nenne, derzeitiger Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat, trat für Platz 4 an. Der 50-jährige Mediengestalter ist seit 2014 im Rat und verzichtete auf eine ausführliche Bewerbung. Auf Platz 5 bewarb sich Regina Kühn aus Dahl, 36-jährige Schulsozialarbeiterin, die die Themen „Schule, Familie und Gerechtigkeit“ in den Fokus ihrer kurzen Bewerbung stellte, und für Rang 6 Christian Bock, derzeit neben Nenne zweites Ratsmitglied der Olper Grünen. Der 57-Jährige ist Berufsschullehrer und wohnt in Neuenkleusheim.

Die Grünen besetzten die Reserveliste bis Rang 19. Es folgen Alina Libertus, Holger Thamm, Jutta Koch, Dr. Olaf Hähner, Lisa Haas, Klaus Bachhausen, Melanie Kleine, Heinz-Georg Stahl, Gaby Stahl, Rolf-Dieter Ellmann, Juliane Ellmann, Sabine Bock und Judith Schulte.

In geheimer Wahl wurde die Reserveliste einstimmig beschlossen.

Lauter Applaus brandete auf, als im nächsten Wahlgang die Stimmen für Matthias Koch als Bürgermeisterkandidat gezählt wurden: Auch hier votierten alle 16 stimmberechtigten Anwesenden einstimmig. Hansen gratulierte dem strahlenden Matthias Koch als erster. Auch bei der Nominierung der Direktkandidaten in den Wahlkreisen gab es in geheimer Wahl keine einzige Nein-Stimme.

Klockes Fazit am Ende der Versammlung: „Das begeistert mich. So eine tolle Truppe habe ich bei den Grünen in Olpe noch nicht erlebt.“ Und Hansen motivierte die Olper Grünen: „Jetzt geht der Wahlkampf richtig los.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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