Denkmalamt wird eingeschaltet
Heimatverein will Bahnhofserhalt forcieren

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Olpe. Wenn die Mitglieder des Ausschusses Umwelt, Planen, Bauen am Donnerstag, 13. Februar, im Rathaus zusammenkommen, wird das vorberaten, was am Mittwoch nächster Woche in der Stadtverordnetenversammlung zur endgültigen Abstimmung kommen soll: die „Durchführung eines Architektenwettbewerbs (Rathaus mit Museum) in Olpe“. Genauer: Es geht um die Formulierung des Auslobungstextes und hier insbesondere um einen Satz. Während wohl für alle Beteiligten unstrittig ist, dass !der Umgang mit dem bestehenden ehemaligen Bahnhofsgebäude und dem Stellwerkgebäude, welche nicht unter Denkmalschutz stehen“, von großer Bedeutung ist, schlägt die Verwaltung gemäß dem Votum des nichtöffentlich tagenden interfraktionellen Arbeitskreises folgende Formulierung vor: „Ob Teilrückbau bzw. -erhalt oder vollständiger Erhalt bzw. Rückbau beider Baukörper mit jeweiliger Integration des Neubaus, bleibt dem Wettbewerb überlassen.“ Mit dieser Formulierung, so befürchten Kritiker, ist das Ende des ehemaligen Empfangsgebäudes des Bahnhofs besiegelt. Und dies, obwohl ein Ratsbeschluss existiert, der den Bahnhof vor dem Abbruch schützt. Doch anders als Denkmalschutz kann ein solcher Ratsbeschluss einfach aufgehoben werden, und dies würde durch das Votum des Rats quasi automatisch geschehen, wenn besagte Formulierung Anwendung finden wird.
Dies will der Heimatverein für Olpe und Umgebung verhindern. Der Bahnhof sei unbedingt erhaltenswert, so die Meinung nicht nur des Vorsitzenden, Axel Stracke. Der hat inzwischen mit dem Denkmalamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Münster Kontakt aufgenommen und wird den Fachleuten umfangreiche Unterlagen zur Historie des Bahnhofsgebäudes zukommen lassen. Denn auch wenn bisher keine erschöpfenden Auskünfte von dort zu erhalten waren, eines steht fest: Eine Prüfung über den Denkmalwert des Gebäudes hat dort bislang nicht abschließend stattgefunden.
Dabei, so Axel Stracke, seien allein zwei Gemälde des Olper Kirchenmalers Johannes Rademacher im Bahnhof definitiv denkmalrelevant, und anders als von der Verwaltung mehrfach ins Gespräch gebracht worden sei, handele es sich beim Olper Bahnhof keineswegs um ein serienweise gebautes Standardmodell. Seine Hoffnung: dass die Fachbehörde die Ansicht des Heimatvereins teilt und zur Erkenntnis kommt, dass der Bahnhof sehr wohl ein Baudenkmal ist. Dann wäre die Stadt an der Reihe und müsste das Gebäude, wenn keine elementaren Gründe dagegen sprechen, auf die Denkmalliste setzen. Ein Architektenwettbewerb, bei dem der Abbruch mit eingeplant werden kann, müsste dann dringend überarbeitet werden.
Das Empfangsgebäude des einstigen Olper Bahnhofs wurde 1875 fertiggestellt und 1911 einem großen Umbau unterzogen. 1933 wurde ein Anbau an den südlichen Teil errichtet, und dieser Bauzustand ist praktisch unverändert erhalten. Nachdem die Deutsche Bahn das Gebäude aus betrieblichen Gründen nicht mehr benötigte und die Technik auf Fernsteuerung von Finnentrop aus umgerüstet wurde, erwarb es die Stadt.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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