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Brand in Rinsecke
Hilfsaktion nach Feuertragödie

Hobbyfotografin Steffi Jung und Peter Meyer von der Eigentümergemeinschaft der Adolfsburg gehen die letzten Details des Spendentags durch. Sie haben sich ein sonniges Plätzchen vor einem Nebengebäude des weitläufigen Areals gesucht.
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  • Hobbyfotografin Steffi Jung und Peter Meyer von der Eigentümergemeinschaft der Adolfsburg gehen die letzten Details des Spendentags durch. Sie haben sich ein sonniges Plätzchen vor einem Nebengebäude des weitläufigen Areals gesucht.
  • Foto: yve
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

yve Oberhundem. Dramatische Szenen spielen sich am Abend des 11. August in Rinsecke ab. Ein Wohnhaus brennt, lichterloh steht beim Eintreffen der Wehr bereits das Ober- und das Dachgeschoss in Flammen. Eigenständig können sich die Bewohner noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. 100 Einsatzkräfte versuchen, den verheerenden Brand zu bekämpfen. Bis die letzten Glutnester erloschen sind, dauert es Stunden. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar und akut einsturzgefährdet – nur der Abriss bleibt.
Flammen wüten in Wohnhaus
Die vierköpfige Familie steht vor dem Nichts – sämtliches Hab und Gut hat sie bei der Feuertragödie verloren. In einer Ferienwohnung im Nachbarort findet der Drei-Generationenhaushalt derzeit Obdach.
„Wir müssen etwas tun.

yve Oberhundem. Dramatische Szenen spielen sich am Abend des 11. August in Rinsecke ab. Ein Wohnhaus brennt, lichterloh steht beim Eintreffen der Wehr bereits das Ober- und das Dachgeschoss in Flammen. Eigenständig können sich die Bewohner noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. 100 Einsatzkräfte versuchen, den verheerenden Brand zu bekämpfen. Bis die letzten Glutnester erloschen sind, dauert es Stunden. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar und akut einsturzgefährdet – nur der Abriss bleibt.

Flammen wüten in Wohnhaus

Die vierköpfige Familie steht vor dem Nichts – sämtliches Hab und Gut hat sie bei der Feuertragödie verloren. In einer Ferienwohnung im Nachbarort findet der Drei-Generationenhaushalt derzeit Obdach.
„Wir müssen etwas tun.“ Mit diesen Worten wendet sich Steffi Jung an Peter Meyer, der ihr schräg gegenüber im Wasserschloss Adolfsburg in Oberhundem lebt. Die Hobbyfotografin weiß um die exponierte Lage des herrschaftliches Anwesens, 1985 von einem Investor restauriert und mit der Schaffung von 42 Eigentumswohnungen einer neuen Nutzung zugeführt. Sie weiß aber auch um die Not der Familie, die alles verloren hat. Als Erzieherin betreute sie vor Jahren eine Tochter im Kindergarten.

Großes Interesse an Fotoshootings

Von einem Wanderweg aus ist das barocke Gemäuer am Ortseingang von Oberhundem zu bestaunen, doch viele Bereiche sind nicht öffentlich zugänglich. Das ändert sich am Sonntag. Steffi Jung, Peter Meyer und hauptberufliche Fotografin Jenny Michallik laden in Absprache mit der Eigentümergemeinschaft auf das weitläufige Areal ein. „Wir veranstalten einen Spendentag“, so Peter Meyer, „und ermöglichen Interessierten auch einen Blick ins Innere.“ Im Vordergrund an diesem Tag – unter Beachtung der Corona-Hygieneregeln – stehen Fotoshootings, die in Bereichen des altehrwürdigen Baudenkmals aufgenommen werden, die sonst nur den Bewohnern vorbehalten sind. „Das Interesse ist groß“, freut sich Peter Meyer. Denn die Gelegenheit, sich auf Schloss Adolfsburg ablichten zu lassen, sei einmalig. Der Name des Wasserschlosses ist auf den Erbauer Johann Adolf von Fürstenberg zurückzuführen, der es in den 1670er-Jahren wahrscheinlich nach Plänen von Ambrosius von Oelde errichten ließ.

Auch die Feuerwehr Oberhundem ist dabei

Zu den Fotolocations zählen die Kaminzimmer im Gräftenhaus und im Südflügel sowie die Fürstbischofsempore im Kapellenflügel des Wasserschlosses, einst Erholungs- und Alterssitz, adliger Herrensitz und Jagdschloss, später vermietet an Missionare von der heiligen Familie, während des Zweiten Weltkrieges Unterkunft für Evakuierte, von 1946 bis 1956 Missionsschule. Dann folgt ein jahrzehntelanger Leerstand, das Schloss vom Verfall bedroht. „An diese Zeit können sich noch viele aus Oberhundem erinnern“, erzählt Peter Meyer. „Ein Teil der Anlage wurde bis zur Restaurierung als Jugendclub und Abenteuerspielplatz genutzt.“ Am Sonntag wird es Domizil der engagierten Fotografinnen, die Momente auf Schloss Adolfsburg gegen eine Spende einfrieren.
Doch nicht nur das. „Viele sind an uns herangetreten, die sich am Sonntag ebenfalls einbringen möchten“, sagt Meyer. So backen die Frauen der örtlichen KFD auf dem Burggelände Waffeln und kochen Kaffee, Bierspenden der Krombacher Brauerei sind bereits eingetroffen und auch für sonstige Getränke ist gesorgt – gestiftet von Peter Meyer und seinem Mann Sebastian. Ihr Kommen zugesagt hat die Feuerwehr-Löschgruppe Oberhundem, die sich auch im Bild festhalten lassen möchte, damit der Erlös des Tages kräftig wächst. Einige Euro Gewinn erhoffen sich die Organisatoren und die Wohneigentümer der Adolfsburg auch durch den Verkauf von Trödel sowie von 50 limitierten sauerländischen altdeutschen Schieferplatten in der Größe von etwa 20 mal 40 Zentimetern. Sämtlich Originalbauteile vom Dach des Schlosses, im Zuge von Sanierungsarbeiten ausgetauscht. Eine Urkunde, die von der Echtheit zeugt, gibt es gratis dazu.

Breite Unterstützung auch aus Rinsecke

Am Sonntag dabei zu sein, ist auch für Björn Jarosz eine Selbstverständlichkeit. „Da will ich mich sehen lassen“, habe gleich nach der gewonnen Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Kirchhundem festgestanden. Mit Peter Meyer, der im Zuge der Kommunalwahlen als neues Mitglied für die CDU in den Gemeinderat einzieht, hat er gemeinsam Wahlkampf betrieben. Jarosz schätzt den Einsatz von Meyer sowie von Steffi Jung und Jenny Michallik sehr. Aber auch aus der Ortschaft Rinsecke sei nach dem Schicksalsschlag der betroffenen Familie breite Unterstützung spürbar – wie seitens ansässiger Unternehmen. Geld von der Hausverwaltung des Schlosses sowie von der an der Burg tätigen Dachdeckerfirma Gros und Zimmermann aus Siegen sind bereits auf dem eingerichteten Spendenkonto eingeflossen. „Wir haben auch anonyme Spenden erhalten“, berichtet Peter Meyer und ergänzt: „Der Erlös des Spendentages kommt zu 100 Prozent der Familie zugute.“
Zwar wird diese die Bilder des schrecklichen Hausbrandes und auch die ideellen Verluste nur schwer verkraften können. Die beachtliche Aktion rund um die Wasserburg zeigt aber, dass den Betroffenen viele Menschen zur Seite stehen, die Nachbarn in Not nicht alleine lassen.

Hobbyfotografin Steffi Jung und Peter Meyer von der Eigentümergemeinschaft der Adolfsburg gehen die letzten Details des Spendentags durch. Sie haben sich ein sonniges Plätzchen vor einem Nebengebäude des weitläufigen Areals gesucht.
Lichterloh steht am 11. August das Einfamilienhaus in Rinsecke in Flammen. Es ist nicht mehr bewohnbar, die Familie steht vor dem Nichts. Hoffnung soll ihr der Spendentag am Sonntag auf Schloss Adolfsburg schenken.
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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