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Vor Gericht: Wendener Geschäftsmann muss zahlen
Hitler-Bilder und Hakenkreuz-Fotos verschickt

In der Whatsapp-Gruppe habe er nur oberflächlich mitgelesen, so der Angeklagte. Drei Memes hat er aber nachweislich weitergeleitet.
  • In der Whatsapp-Gruppe habe er nur oberflächlich mitgelesen, so der Angeklagte. Drei Memes hat er aber nachweislich weitergeleitet.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Olpe. „Beige gleich braun“: Diesen Namen trug eine Whatsapp-Gruppe, die für einen Geschäftsmann aus dem Wendener Land am Mittwoch zum teuren „Spaß“ wurde. Der 52-Jährige war von seinem Cousin in diese Gruppe eingeladen worden, in die neben Fotos unbekleideter Damen und Witzen auch jede Menge sogenannter Memes, mit Sprüchen versehene Bilder, hochgeladen wurden.
Das Fatale für den Wendener Geschäftsmann: In drei Fällen hatte er selbst derartige Memes weitergeschickt, und zwar solche, die in Deutschland strafbar sind. Auf einem davon war ein Hakenkreuz zu sehen, zwei zeigten Adolf Hitler in Uniform, in einem Fall in Verbindung mit dem Spruch 
Hakenkreuz aus Bierkästen
Das stritt der Angeklagte auch nicht ab, erklärte aber, er habe sich keine großen Gedanken dabei gemacht.

win Olpe. „Beige gleich braun“: Diesen Namen trug eine Whatsapp-Gruppe, die für einen Geschäftsmann aus dem Wendener Land am Mittwoch zum teuren „Spaß“ wurde. Der 52-Jährige war von seinem Cousin in diese Gruppe eingeladen worden, in die neben Fotos unbekleideter Damen und Witzen auch jede Menge sogenannter Memes, mit Sprüchen versehene Bilder, hochgeladen wurden.
Das Fatale für den Wendener Geschäftsmann: In drei Fällen hatte er selbst derartige Memes weitergeschickt, und zwar solche, die in Deutschland strafbar sind. Auf einem davon war ein Hakenkreuz zu sehen, zwei zeigten Adolf Hitler in Uniform, in einem Fall in Verbindung mit dem Spruch 

Hakenkreuz aus Bierkästen

Das stritt der Angeklagte auch nicht ab, erklärte aber, er habe sich keine großen Gedanken dabei gemacht. Das Hakenkreuz sei aus zusammengeschobenen Bierkästen geformt, das habe er irgendwie witzig gefunden, und auch die Hitler-Bilder hätten nichts mit irgendeiner rechten Gesinnung zu tun. Vorsitzender Richter Peter Krumm machte dem Angeklagten klar, dass es hier um kein Kavaliersdelikt gehe. In eben jener Whatsapp-Gruppe seien auch ganz massive Gewaltvideos versandt worden, unter anderem Filme von Tötungen, dazu Memes mit eindeutigem Inhalt, die auf das Erschießen von Migranten abzielten und ganz klar rechte und gewaltverherrlichende Inhalte zeigten. „Davon weiß ich nichts, dafür bin ich nicht verantwortlich“, so der Angeklagte, der vorgab, in besagter Gruppe nur sehr oberflächlich mitgelesen zu haben.

"Kein Unterstützer rechter Parteien"

Krumm erklärte, besagtes Video mit der Tötungsszene sei durch Weitergabe aus der Gruppe auf das Smartphone eines Jugendlichen gelangt, so sei die Recherche der Polizei überhaupt erst in die Gänge gekommen. Der Angeklagte betonte: „Ich war, bin und werde nie ein Unterstützer irgendwelcher rechten Parteien oder Inhalte sein. Er sei weltweit tätig und habe auf der ganzen Welt Freunde, daher sei ihm Ausländerhass fremd. Gerade im vorigen Jahr habe er die Gedenkstätte im Vernichtungslager Dachau besucht, um sich noch einmal klarzumachen, was damals in Deutschland geschehen sei. „Diese Whatsapp-Gruppe hatte keinen tieferen Sinn, das war Blödsinn“, so sein Fazit.

Richter schlägt Geldstrafe vor

Richter Krumm vertiefte, warum der Gesetzgeber das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen so streng unter Strafe stelle: „Solche Geschichten haben uns ins Dritte Reich geführt.“ Die Staatsanwaltschaft habe angeregt, das Verfahren einzustellen, weil der Angeklagte strafrechtlich bisher ein vollkommen unbeschriebenes Blatt sei. „Dennoch sollte ihm deutlich gemacht werden, dass es sich hier um eine Straftat handelt“, so der Richter. Eine „nennenswerte Geldstrafe“ sei für ihn die einzige Möglichkeit, wobei ihm hier mindestens 1500 Euro als Geldauflage vorschwebten.

Geld für Flüchtlingsrat

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft stimmte in der Sache zu, erklärte aber, sie habe sogar an ein Netto-Monatsgehalt gedacht, denn auch bei einem Urteil wären 30 Tagessätze fällig, was diesem entspricht. „Für so etwas droht eine Freiheitsstrafe bis drei Jahre“, so der Richter warnend an den Angeklagten, der der Einstellung gegen eine Geldauflage einwilligte. Das Geld muss er an den nordrhein-westfälischen Flüchtlingsrat überweisen. „Auch wenn man selbst nicht so denkt, wenn man solche Sachen weiterleitet, muss man bedenken, dass möglicherweise andere Menschen es ernst nehmen“, so Richter Krumm an den einsichtigen Angeklagten. Dessen Signal ans Gericht: „Die Lektion ist angekommen.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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