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Kriminalität im Kreis Olpe insgesamt zurückgegangen
Höchste Aufklärungsquote im Land

Bei den Wohnungseinbrüchen sank die Zahl von 147 im Jahr 2019 auf 101 ein Jahr später.
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  • Bei den Wohnungseinbrüchen sank die Zahl von 147 im Jahr 2019 auf 101 ein Jahr später.
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win Olpe. Erstmals war es Theo Melcher, der als neuer Landrat und damit auch Behördenleiter der Kreispolizeibehörde Olpe die Kriminalitätsentwicklung des abgelaufenen Jahres vorstellte. Und so wie sein Vorgänger im Amt, Frank Beckehoff, immer wieder stolz den virtuellen „Siegerpokal“ hervorholen konnte, war es auch diesmal wieder: Keine andere Polizeibehörde in Nordrhein-Westfalen hat eine so hohe Aufklärungsquote wie Olpe. Erstmals allerdings wurde die aufschlussreiche Statistik nicht in einem Pressegespräch vorgestellt, sondern per E-Mail, der Corona-Situation geschuldet.

win Olpe. Erstmals war es Theo Melcher, der als neuer Landrat und damit auch Behördenleiter der Kreispolizeibehörde Olpe die Kriminalitätsentwicklung des abgelaufenen Jahres vorstellte. Und so wie sein Vorgänger im Amt, Frank Beckehoff, immer wieder stolz den virtuellen „Siegerpokal“ hervorholen konnte, war es auch diesmal wieder: Keine andere Polizeibehörde in Nordrhein-Westfalen hat eine so hohe Aufklärungsquote wie Olpe. Erstmals allerdings wurde die aufschlussreiche Statistik nicht in einem Pressegespräch vorgestellt, sondern per E-Mail, der Corona-Situation geschuldet.

Wie so oft, ist die Aufklärungsquote ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Nachbarbehörde in Siegen – diesmal entschied, um beim Bild zu bleiben, die Zielkamera: Im Kreis Olpe wurden 64,06 Prozent aller Delikte geklärt, in Siegen-Wittgenstein 64,05. Der Landesdurchschnitt liegt bei 52,8 Prozent. Im Vergleich zu 2019 sank die Zahl der im Kreis Olpe registrierten Delikte um 133 auf 5259, was einem Rückgang um 2,5 Prozent entspricht. Das ist deutlicher als im Land – auch dort ein Rückgang, aber geringer, um 2 Prozent.

Kreis Olpe zweitsicherster im Land

Deutlicher als reine Fallzahlen sind Daten wie die sogenannte Häufigkeitszahl, die die Straftaten pro Einwohner darstellt. Auf 100 000 Einwohner umgerechnet, sind es im Kreis Olpe 3926 Taten – damit ist der Kreis Olpe statistisch der zweitsicherste im Land. In einigen Großstädten von Nordrhein-Westfalen ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verbrechens oder Vergehens zu werden, mehr als doppelt so hoch wie im Kreis Olpe. Der Landesdurchschnitt liegt hier bei 6774.

Deutlich gesunken ist der Schaden, der durch die registrierten Kriminalfälle angerichtet wurde: von 4,4 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 2,8 Millionen Euro. Rund 1,1 Millionen Euro davon resultieren aus 862 Vermögens- und Fälschungsdelikten, 1,6 Millionen Euro aus 1357 Diebstählen.

Gewaltkriminalität zuückgegangen

Zurückgegangen ist auch der Anteil der Gewaltkriminalität, und zwar von 241 Fällen 2019 auf 194. Ein relativ starker Zuwachs wurde bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auffällig (von 276 auf 339), wobei hier die Zahl von 2019 ein deutlicher „Ausreißer“ nach unten war. Exakt 100 Sexualdelikte bedeuten eine Zunahme um zehn Fälle – hier ist eine kontinuierliche Steigerung zu beobachten.

Bei den Wohnungseinbrüchen sank die Zahl von 147 auf 101 und damit auf das Niveau von 2017 und 2018 – durchreisende Banden hatten hier im Jahr 2016 noch für 236 Fälle gesorgt. Im gleichen Maß stieg übrigens die Zahl von im Versuch steckengebliebenen Einbrüchen: von 51,7 auf 54,5 Prozent – die Polizei führt dies auf verbesserten Einbruchschutz im Kreis zurück.

Obwohl die Aufklärungsquote insgesamt leicht zurückgegangen ist, hat die Kreispolizeibehörde landesweit die Nase vorn.
  • Obwohl die Aufklärungsquote insgesamt leicht zurückgegangen ist, hat die Kreispolizeibehörde landesweit die Nase vorn.
  • Foto: / Grafik: KPB Olpe
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Die beiden Tötungsdelikte des Jahres 2020 sind bereits abgeurteilt – der 33-jährige Vater, der seinen dreijährigen Sohn in Grevenbrück bewusstlos würgte und dann im Brand erstickte, sitzt lebenslang wegen Mord. Der 22-Jährige, der bei einem Streit in der Zentralen Unterbringungseinrichtung in Olpe einen 38-Jährigen lebensgefährlich verletzte, wurde für drei Jahre und zehn Monate in Haft geschickt, zwei Jahre muss er in eine Entziehungsanstalt. Das Opfer ist inzwischen genesen.

Fälle von Kinderpornografie deutlich gestiegen

Auch ein weiterer aus dem kriminalistischen Alltag herausragender Fall hat vor Gericht bereits sein Ende gefunden: die Serie von sexuellen Missbrauchsfällen in der Gemeinde Kirchhundem, in deren Folge ein Mann zu vier Jahren und drei Monaten, ein anderer zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurden.

Im Fünf-Jahres-Überblick deutlich gestiegen sind die Fälle von Kinderpornografie: von sieben im Jahr 2016 über acht, neun, 24 und nun 31. Dies ist allerdings auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Kreispolizeibehörde Olpe hier gezielt personell wie organisatorisch-technisch aufgerüstet hat. Stark zugenommen hat im vergangenen Jahr die Arbeit des Brandermittlers. Insgesamt wurden 60 Brandstiftungen nachgewiesen – mehr als doppelt so viele wie 2019.

Bei den Wohnungseinbrüchen sank die Zahl von 147 im Jahr 2019 auf 101 ein Jahr später.
Obwohl die Aufklärungsquote insgesamt leicht zurückgegangen ist, hat die Kreispolizeibehörde landesweit die Nase vorn.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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