"Olper Stammtisch" in Oberveischede
IHK erwartet neue Belastungen

Trafen sich zum „Olper Stammtisch“ der IHK (v. l.): Walter Viegener, Theo Melcher, Jost Schneider, Klaus Gräbener, Daniela Tomczak, Christian F. Kocherscheidt, Axel E. Barten und Felix G. Hensel.
  • Trafen sich zum „Olper Stammtisch“ der IHK (v. l.): Walter Viegener, Theo Melcher, Jost Schneider, Klaus Gräbener, Daniela Tomczak, Christian F. Kocherscheidt, Axel E. Barten und Felix G. Hensel.
  • Foto: IHK
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Oberveischede. „Corona hat uns mit der Dynamik eines Tsunami überrollt. Mit der Pandemie schnellten die Arbeitslosenzahlen in die Höhe. Von einem Moment auf den anderen sah unsere Arbeit anders aus.“ So schilderte Daniela Tomczak beim „Olper Stammtisch“ der Industrie- und Handelskammer, wie die von ihr geleitete Agentur für Arbeit Siegen mit der Krise seit März umgegangen ist. Knapp 40 Unternehmensvertreter waren der Einladung der IHK ins Landhotel Sangermann in Oberveischede gefolgt, um sich unter anderem über die Beschäftigungssituation im Kreis zu informieren und auszutauschen.
Die statistischen Auswertungen zeigten, dass es schon im vergangenen Herbst, also vor Einsetzen der Corona-Krise, zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen sei. „Das deutet auf strukturelle Probleme hin, deren Auswirkungen durch Corona zwar massiv verstärkt, aber nicht verursacht wurden“, erläuterte Tomczak.

Leiche Entspannung auf dem Stellenmarkt

Zum anderen machten aktuelle Zahlen Hoffnung, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt wieder entspanne. Dabei sei der Rückgang der Arbeitslosigkeit von August auf September im Kreis Olpe mit 6,8 Prozent mehr als doppelt so deutlich ausgefallen wie im Land (3,3 Prozent).
IHK-Präsident Felix G. Hensel gab zu bedenken, dass die Kosten der aktiven Arbeitsmarktpolitik erheblich gestiegen seien. „Alle Wohltaten von heute müssen von den Generationen von morgen geschultert werden.“ Es sei daher kaum vorstellbar, dass künftig neue Belastungen für die Wirtschaft ausblieben. Bewährt habe sich hingegen das Kurzarbeitergeld, unterstrich Daniela Tomczak. „Ansonsten läge die Arbeitslosigkeit deutlich höher“, so die Leiterin der Agentur für Arbeit.
Leichte Entspannung zeichnet sich auf dem Stellenmarkt ab. Die Arbeitgeber im Kreis Olpe melden trotz der Krise wieder mehr Stellen. Allerdings: Auch die Zahl der Ausbildungsbewerber sinkt. Dies hänge mit der demografischen Entwicklung zusammen, aber auch mit dem verbreiteten Trend zu höheren Bildungsabschlüssen.

Schwieriger Balanceakt für die Industrie

Eine Entwicklung, die die IHK mit Sorge beobachtet. Hier befänden sich die Wirtschaftsorganisationen in einem gewissen Dilemma, erläuterte Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. In der öffentlichen Diskussion entstehe der Eindruck, die Wirtschaft ziehe nach dem Lockdown wieder kolossal an. „Das können wir nach unseren Erhebungen nicht in Gänze bestätigen, schon gar nicht in der Industrie. Für die Wirtschaftsorganisationen ist es ein Spagat, hier die richtige Tonlage zu treffen. Formulieren wir zu euphorisch, geben wir nicht das wieder, was die heimischen Unternehmen uns sagen. Gießen wir allerdings zu sehr Wasser in den Wein, leisten wir einen aktiven Beitrag dazu, dass junge Menschen sich von Industrieberufen abwenden.“
Optimistisch zeigte sich mit Blick auf den Kreis Olpe Theo Melcher. Der künftige Landrat stellte einige seiner politischen Ziele für die nächsten Jahre vor. Mit Blick auf die kommenden Monate zeigte sich Theo Melcher besorgt: „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass die Pandemie uns noch richtig viele Probleme bereitet:“
Dabei stehe der Kreis auch vor anderen wichtigen Aufgaben. Es gelte, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Gesellschaft in das digitale Zeitalter finde. Dazu gehöre auch, diese Prozesse in den öffentlichen Behörden zu beschleunigen. „Wenn Genehmigungen für Industriegebiete zehn Jahre oder mehr brauchen und Jahre vergehen, bis über Windenergieanlagen rechtskräftig entschieden ist, dann ist das nicht zukunftsfähig. Dann müssen wir das ändern.“

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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