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Bundeswehr hilft im Gesundheitsamt Olpe
Im Feldanzug gegen das Coronavirus

Johann Detlev Niemann, Leiter des Kreisverbindungskommandos Olpe, Landrat Theo Melcher und Zugführer Benedict Boy (v. l.) stellten den Bundeswehreinsatz im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gestern vor.
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  • Johann Detlev Niemann, Leiter des Kreisverbindungskommandos Olpe, Landrat Theo Melcher und Zugführer Benedict Boy (v. l.) stellten den Bundeswehreinsatz im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gestern vor.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hobö Olpe. „Das ist doch schön, wenn die Streitkräfte für die Gesundheit streiten“, frohlockte Landrat Theo Melcher im Olper Kreishaus und begrüßte einhergehend zu „einem Termin mal nicht nur mit Anzugträgern“. Er blickte dabei nach links und rechts, wo zwei Männer im Tarn-Feldanzug der Bundeswehr saßen. Gemeinsam stellten die Herren Details zu einem besonderen Einsatz der Bundeswehr im Kreis Olpe vor. Denn seit dem
26. Oktober hilft die Bundeswehr dem Olper Gesundheitsamt bei der Ermittlung und der Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten.
Gesundheitsamt Olpe mit "normaler" Besetzung überfordert
Melcher machte diesbezüglich klar, dass das Gesundheitsamt mit der „normalen“ Besetzung völlig überfordert sei.

hobö Olpe. „Das ist doch schön, wenn die Streitkräfte für die Gesundheit streiten“, frohlockte Landrat Theo Melcher im Olper Kreishaus und begrüßte einhergehend zu „einem Termin mal nicht nur mit Anzugträgern“. Er blickte dabei nach links und rechts, wo zwei Männer im Tarn-Feldanzug der Bundeswehr saßen. Gemeinsam stellten die Herren Details zu einem besonderen Einsatz der Bundeswehr im Kreis Olpe vor. Denn seit dem
26. Oktober hilft die Bundeswehr dem Olper Gesundheitsamt bei der Ermittlung und der Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten.

Gesundheitsamt Olpe mit "normaler" Besetzung überfordert

Melcher machte diesbezüglich klar, dass das Gesundheitsamt mit der „normalen“ Besetzung völlig überfordert sei. Daher hätten insgesamt mehr als 100 engagierte Kollegen aus allen Abteilungen der Kreisverwaltung mit angepackt, um an Werktagen, an Wochenenden sowie an Feiertagen morgens, abends und nachts die Nachverfolgung zu betreiben. „Wir haben aber erkannt, dass diese Belastung längere Zeit bestehen bleibt. Wir können also Hilfe gebrauchen und sind sehr dankbar, dass wir die durch die Bundeswehr erhalten.“
Seit dem 26. Oktober unterstützen fünf Soldaten der 4. Kompanie des Aufklärungsbataillons 7 in Ahlen des Gesundheitsamt des Kreises Olpe. Insgesamt kann Zugführer Benedict Boy auf zehn Kameraden zurückgreifen, die in Rotation den Dienst im ehemaligen Gebäude des Arbeitgeberverbands in Nachbarschaft zum Kreishaus absolvieren.
In diesen drei Wochen sind 550 Infizierte hinzugekommen. An einem solchen Indexfall hängen unterschiedlich viele Kontakte, die nachverfolgt, ermittelt und in denen Quarantänen verhängt werden. Grob geschätzt, so war im Kreishaus zu erfahren, sind mit einer Covid-19-Infizierung zehn Kontakte verbunden – und damit viele Telefonate samt entsprechendem Zeitaufwand.

Soldaten der Bundeswehr leisten wertvolle Arbeit

In den vergangenen Wochen tauchten jedoch Infizierte in elf Kindertageseinrichtungen und sieben Grundschulen auf. Da war es keine Seltenheit, dass die Zahl der Kontakte mit einem Indexfall um ein Vielfaches stieg. Spitzenwert: 65 Kontakte. Hier helfe auch ein professionelles Datenbanksystem, das der Kreis frühzeitig installiert habe, betonte Theo Melcher.
Mithilfe der zahlreichen Kollegen – je nach Lage bis zu 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Team 1 „Indexfälle“ und bis zu 40 Personen im Team 2 „Kontaktpersonen“ – ist es laut Landrat gelungen, die Nachverfolgung meist schon am Tag der Meldung des Indexfalles, spätestens aber am Folgetag zu stemmen. Die Soldaten der Bundeswehr leisteten in diesem Bereich wertvolle Arbeit.
Wie bedeutsam die Kontaktverfolgung sei, habe sich am vergangenen Sonntag noch gezeigt. 80 Prozent der an diesem Tag gemeldeten Neuinfizierten seien Kontaktpersonen bereits infizierter Personen. „Wir bitten die Kontaktpersonen, sich testen zu lassen, was nicht jedes Gesundheitsamt macht“, erklärte Melcher. Insgesamt beruhten 50 Prozent aller im Kreis Olpe nachgewiesenen Infizierungen auf der Nachverfolgung von Kontaktpersonen.

In Siegen-Wittgenstein hilft die Bundeswehr (noch) nicht

Johann Detlev Niemann aus Siegen, der als Leiter des Kreisverbindungskommandos Olpe der Bundeswehr den Krisenstab des Kreises Olpe über Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr in allen möglichen Krisenfällen berät, hat auf Anfrage aus dem Kreishaus die Weichen für den jetzigen Einsatz der Soldaten gestellt. Die Bundeswehr, so Niemann weiter, sei inzwischen fast in jedem Landkreis in Deutschland bei der Ermittlung und Kontaktverfolgung Corona-Infizierter aktiv – mit Ausnahme des Kreises Siegen-Wittgenstein. In NRW leisteten derzeit 1300 Soldaten Hilfe, davon 236 im Regierungsbezirk Arnsberg. In Olpe, ergänzte Hauptfeldwebel Benedict Boy, seien Kameraden dabei, die unter anderem Türkisch, Polnisch und Russisch sprächen, was sehr hilfreich sei.
Der jetzige Einsatz der Bundeswehr im Kreis Olpe ist bis zum 4. Dezember genehmigt. Landrat Melcher kündigte aber schon an, dass „wir einen Antrag auf Fortsetzung stellen. Wir haben noch eine lange Strecke vor uns.“
Der Kreis zahlt übrigens keinen Sold, ist aber für die Verpflegung und Unterbringung der Soldaten zuständig. Aktuell sind die Soldaten in der Deutschen Bäckerfachschule in Olpe untergebracht.

Johann Detlev Niemann, Leiter des Kreisverbindungskommandos Olpe, Landrat Theo Melcher und Zugführer Benedict Boy (v. l.) stellten den Bundeswehreinsatz im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gestern vor.
Jeweils fünf Soldaten sind im Einsatz, um dem Gesundheitsamt des Kreises Olpe bei der Kontaktverfolgung zu helfen.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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