Im »Kölner Hof« fing alles an

40 Jahre Bezirksverband: Aus 18 Mitgliedern im Bund deutscher Baumeister wurden es 75

win Olpe. Vor 40 Jahren trafen sich 18 Baufachleute im längst abgerissenen Hotel »Kölner Hof«, um die Bezirksgruppe Olpe im Bund deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) zu gründen. Am Dienstagabend wurde dieser Jahrestag im kleinen Saal der Olper Stadthalle gefeiert. Der BDB ist ein Berufsverband, in dem alle Fachleute der Bauberufe willkommen sind. Wolfram Schlüter, Vorsitzender der Bezirksgruppe Olpe, begrüßte zahlreiche Gäste, die gekommen waren, um mit den Mitgliedern zu feiern. Besonders freute Schlüter sich, dass der heimische Landtagsabgeordnete Reinhard Jung (SPD) gekommen war, besonders, weil dieser im wichtigen Ausschuss Bauen und Verkehr tätig sei, mit dem der BDB häufige Berührungspunkte habe. Weiterhin begrüßte Schlüter Vertreter der Städte und Gemeinden des Kreises Olpe, den BDB-Landesvorsitzenden, Robert Dorff, die Vorsitzenden der BDB-Nachbarbezirke und Vertreter des Bundes deutscher Architekten.

Eröffnet wurde das Programm mit dem Vortrag eines Ensembles der Musikschule Olpe. Die Schüler Bettina Kalkowski, Jonathan Klüser und Theresa Ohm erhielten viel Applaus für die mit ihrer Lehrerin Svenja Kohlmann aufgeführten Stücke. Anschließend erinnerte Schlüter an die Beweggründe der Gründungsmitglieder um Wolfgang Jorjan, vor 40 Jahren den Bezirksverband zu gründen. Damals seien große Aufgaben des Nachkriegs-Deutschlands zu bewältigen gewesen. Bei regelmäßigen Stammtischen hätten sich die Mitglieder ausgetauscht, um gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Heute seien es 75 Mitglieder aus dem gesamten Kreis, die Stammtische seien regelmäßigen Seminaren gewichen. Damals wie heute gehe es darum, verantwortungsvolles Bauen zu gewährleisten. Derzeit nehme das Bauen im Bestand an Bedeutung zu. Objekte aus den ersten Jahrzehnten der Republik seien oft nicht mehr zeitgemäß nutzbar. Doch müsse so manches gewachsene Ortsbild nicht durch Abriss und Neubau verändert werden. Im Team aus Planern, Architekten, Ingenieuren und Bauausführenden könne der Bestand oft erhalten und den neuen Erfordernissen angepasst werden.

Landesvorsitzender Dorff lobte die Bezirksgruppe Olpe, die besonders engagiert sei. Sei habe vier Jahrzehnte harter berufspolitischer Arbeit geleistet.

Das Referat zum Jahrestag hielt Henry Beierlorzer, Geschäftsführer der »Regionale 2006 – Bergische Expo«. Er stellte das Projekt vor, das im »bergischen Städtedreieck«–Remscheid-Solingen-Wuppertal für einen Aufschwung gesorgt habe. Diese noch von der alten Landesregierung angestoßene, wie Landesgartenschauen regelmäßig stattfindende Projektreihe sei im Bergischen zu einem Erfolg geworden. Es sei als zentrales Schlüsselelement für den Strukturwandel genutzt worden. Beierlorzer wies darauf hin, dass das Bergische Städtedreieck sehr viele Ähnlichkeiten mit der Region Südwestfalen habe. 20 Projekte zu drei Themenschwerpunkten seien umgesetzt worden. Unter anderem seien verkommene Bahnhofsareale zu neuen, von Besuchern begeistert angenommenen Treffpunkten geworden, aufgelassene Bahntrassen zu vielgenutzten Rad- und Wanderwegen umgewandelt worden. 110 Mill.e seien insgesamt in das Projekt geflossen.

Höhepunkt sei die Leistungsschau »Bergische Expo« gewesen, eine Veranstaltungsreihe über mehrere Monate. Ziel sei gewesen, eine Identität für die Region bei den Bürgern aufzubauen. Dabei habe oft nichts Neues geschaffen, sondern lediglich Vorhandenes ins Bewusstsein zurückgeholt werden müssen. Die Müngstener Brücke, höchste Eisenbahnbrücke Europas, sei als Gemeinschaftsprojekt der drei beteiligten Städte zum Wahrzeichen des darunter angelegten Brückenparks gewesen, eines sehr gut angenommenen Ausflugsziels mit verschiedenen Brücken und einer Schwebefähre über die Wupper. Der Mittelstand, stets ein Motor des bürgerschaftlichen Engagements, sei von Anfang an eingebunden worden und habe Enormes geleistet. Vorsitzender Schlüter erklärte, die vielen Parallelen zwischen den Regionen könne unter Umständen dazu führen, dass ein Nachdenken über eine Bewerbung der Region zur »Regionale«–in den nächsten Jahren angestoßen werde.

Im Foyer der Stadthalle ging die Feier bei lockeren Gesprächen und einem Imbiss zu Ende.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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