Immer mehr Menschen erkranken an Demenz

Fachtagung zur Vernetzung der Hilfen fand Anklang

mari Olpe. Immer mehr Menschen erkranken an Demenz. Drei Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre sind laut Statistik von der chronischen, langsam fortschreitenden Erkrankung des Gehirns betroffen. Der Umgang mit demenziellen Erkrankungen stellt insofern eine besondere gesellschaftliche Herausforderung dar. Aus diesem Grunde wurden in Nordhrein-Westfalen acht regionale Demenz-Servicezentren ins Leben gerufen, die vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und den gesetzlichen Pflegekassen gefördert werden. Das Demenz-Servicezentrum für die Region Köln und das südliche Rheinland führte am Samstag gemeinsam mit dem Kreis Olpe und dem Oberbergischen Kreis im Olper Kreishaus eine öffentliche Fachtagung mit dem Thema »Demenz – Hilfen jetzt und in der Zukunft« durch.

Etwa 250 Profis, Betroffene, ihre Angehörigen und Mitglieder von Selbsthilfegruppen nutzten die Möglichkeit, in Fachvorträgen und Workshops Informationen rund um die Krankheit zu erhalten. Nach wissenschaftlichen Berichten entsteht diese bereits etwa 30 Jahre vor Ausbruch. Eine Heilung gibt es bislang nicht, ebenfalls keine Prävention. Durch gezielte Vernetzungsangebote, wie sie jetzt von den Kreisen Olpe und Oberberg in Zusammenarbeit mit dem Demenz-Service NRW in Angriff genommen wurden, soll den Menschen mit Demenz jedoch ein verbessertes Therapieangebot ermöglicht werden.

Kreisdirektor Theo Melcher hob die steigende Tendenz der Demenz-Erkrankten im Kreis Olpe hervor. Waren es im Jahr 2000 noch 1945 Menschen, steigt die Prognose bis zum Jahr 2015 auf 2200. »Das hat eventuell damit zu tun, dass wir die Gnade haben, heute älter werden zu dürfen«, so Melcher. Im Oberbergischen Kreis sind etwa 5000 Menschen demenzkrank. Dr. Jorg Nürmberger, Sozialdezernent der Verwaltung in Gummersbach, sah die steigende Tendenz ebenfalls als Ursache der demografischen Entwicklung. Für die Kommunen werde es Thema der nächsten Jahre sein, klare, konzeptionelle Schritte gehen zu müssen.

Stefan Kleinstück, Koordinator des Demenz-Servicezentrums, dankte der Pflegebeauftragten des Kreises Olpe, Gisela Haßler, und ihrer Kollegin Brigitte Adolf vom Nachbarkreis, die von Joachim Steinhilb vertreten wurde, für das Zustandekommen der gemeinsamen Veranstaltung und ging auf das Ziel der Landesinitiative ein. Danach soll die häusliche Versorgung demenziell Erkrankter und die Unterstützung der pflegenden Angehörigen durch Informationsvermittlung, Vernetzung und Kooperation sowie Enttabusierung von Demenz verbessert werden.

Gemeinsam mit den Kreisen Olpe und Oberberg wurden die Versorgungsstrukturen zusammengefasst. Betroffene und ihre Angehörige können nun aus einer kompakten Palette das für sie richtige Angebot finden. Für die Verbesserung der häuslichen Versorgung sprach sich auch Olpes Kreisdirektor Theo Melcher aus, da die vertraute Umgebung für die Erkrankten enorm wichtig sei. Der Rückgang von pflegenden Angehörigen von 2008 im Jahr 2001 auf 1777 im Jahr 2003 mache jedoch deutlich, dass immer weniger Angehörige die Kraft und Möglichkeit hätten, selber zu pflegen. Im letzten Jahr wurden vom Kreis Olpe 5 Mill. e (vom Kreis Oberberg 7,5 Mill.e) für vollstationäre Pflege ausgegeben. Besser sei es, gezielt Personal im ambulanten Bereich einzusetzen, um den Erkrankten so lange wie möglich den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen und die Angehörigen weitgehend zu unterstützen.

Insofern bot die Fachtagung den Teilnehmern Gelegenheit, ihre Erwartungen und Wünsche einzubringen, um so eventuelle Lücken in der Bedarfssituation zu schließen. Im Kreis Olpe unterstützen das Vernetzungsangebot die Alzheimer-Angehörigengruppe, die Psychiatrische Klinik am St.-Martinus-Hospital Olpe, die Geriatrie des St.-Barbara-Krankenhauses Attendorn, die Betreuungsstelle des Kreises Olpe, der DRK-Kreisverband und der Verein »Brücke Südwestfalen«. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Betreuungsangebote in den einzelnen Kommunen, wo auch Außenstellen des sozialpsychiatrischen Dienstes des Kreises Olpe zu finden sind. So zum Beispiel Angehörigencafés für Familien von Menschen mit Demenz, Caritas- und DRK-Sozialstationen und Seniorenhäuser.

Informationen sind unter Z (01803) 880011170 (Demenz-Servicezentrum) oder (02761) 81220 (Pflegeberatung des Kreises Olpe), erhältlich.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen