SZ

„Der tut nix“ reicht nicht
Immer wieder Ärger um die Leinenpflicht

Hunde sind nach dem Landeshundegesetz NRW in Stadt- und Wohngebieten sowie Dörfern grundsätzlich anzuleinen. Allerdings halten sich nicht alle Besitzer an diese Vorgabe.
2Bilder
  • Hunde sind nach dem Landeshundegesetz NRW in Stadt- und Wohngebieten sowie Dörfern grundsätzlich anzuleinen. Allerdings halten sich nicht alle Besitzer an diese Vorgabe.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

mari Kreisgebiet. Nach dem Landeshundegesetz NRW sind Hunde in Stadt- und Wohngebieten sowie Dörfern grundsätzlich anzuleinen. Für ein großes Tier ist die Leinenpflicht in NRW auf sämtliche bebauten Bereiche ausgeweitet. Die Vierbeiner sind zudem in sämtlichen öffentlichen Park-, Grün- und Gartenanlagen mit Ausnahme für den Freilauf ausgewiesener Freiflächen an der Hundeleine zu führen.
Leider halten sich nicht alle Halter an das Gesetz. „Ich habe einen kleinen Hund, der grundsätzlich an der Leine ist, Schon öfter habe ich im Olper Weierhohl oder am Biggerandweg Besitzer von Hunden gebeten, ihre frei laufenden Hunde anzuleinen. Die wenigsten reagieren darauf, von den meisten wird man noch heftig angepöbelt“, berichtet eine Hundehalterin im Gespräch mit der SZ.

mari Kreisgebiet. Nach dem Landeshundegesetz NRW sind Hunde in Stadt- und Wohngebieten sowie Dörfern grundsätzlich anzuleinen. Für ein großes Tier ist die Leinenpflicht in NRW auf sämtliche bebauten Bereiche ausgeweitet. Die Vierbeiner sind zudem in sämtlichen öffentlichen Park-, Grün- und Gartenanlagen mit Ausnahme für den Freilauf ausgewiesener Freiflächen an der Hundeleine zu führen.
Leider halten sich nicht alle Halter an das Gesetz. „Ich habe einen kleinen Hund, der grundsätzlich an der Leine ist, Schon öfter habe ich im Olper Weierhohl oder am Biggerandweg Besitzer von Hunden gebeten, ihre frei laufenden Hunde anzuleinen. Die wenigsten reagieren darauf, von den meisten wird man noch heftig angepöbelt“, berichtet eine Hundehalterin im Gespräch mit der SZ. Ihre Angst ist verständlich, Hundeprofis wie Martin Rütter warnen immer wieder, dass es in solchen Fällen zu Beißereien kommen kann, da sich der angeleinte Hund in seiner Schutzzone befindet und sich angegriffen sieht. Wenn er dann aus Angst knurrt oder bellt, kann der andere das als Angriff sehen und beißen. Es ist auch schon oft vorgekommen, dass sich frei laufende Hunde einfach auf angeleinte gestürzt und zugepackt haben. Nicht selten endete das mit schweren Verletzungen des unterlegenen Tiers oder gar mit seinem Tod.

Angst vor Angriffen

Doch nicht nur Besitzer von kleinen Vierbeinern, sondern auch Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer haben Angst vor Angriffen, wenn sie plötzlich einen frei laufenden Hund sehen. „Mir ist schon öfter ein nicht angeleinter Hund am Biggerandweg vors Rad gelaufen und ich musste eine Vollbremsung machen“, so ein verärgerter Radfahrer. Der Ruhrverband hat dort eine Anleinpflicht angeordnet. „Ich bin als Kind von einem Hund gebissen worden. Seitdem habe ich Angst vor Hunden, auch wenn sie noch so klein sind. Doch dafür hat nicht jeder Hundehalter Verständnis. Ich bin schon oft beschimpft worden, wenn ich gebeten habe, den Hund anzuleinen“, so eine Bürgerin. Die Aussage des Halters „Der tut nix“ kann bei einem gut trainierten Hund durchaus zutreffen. Doch die zahlreichen bei den Ordnungsämtern gemeldeten Fälle zeigen, dass Hunde unberechenbar sein können. Sie können bewegende Dinge als Beute sehen. Und was nützt nach einer Beißattacke, wenn ein anderer Hund, dessen Halter oder ein Jogger verletzt oder schlimmstenfalls der angegriffene Hund getötet worden ist, die Aussage „Das hat er noch nie gemacht“?

Vielzahl an Beißvorfällen

„Die Probleme kennen wir, und es sind unsere häufigsten Ordnungsverfügungen. Es gibt eine Vielzahl von Beißvorfällen an anderen Hunden und Menschen“, sagt die Leiterin des Drolshagener Ordnungsamts, Claudia Heite. „Es gehen oft Beschwerden von Bürgern ein, die Angst vor Hunden haben oder von ihnen angegriffen wurden. Ebenso bekommen wir häufig Meldungen von Dorfbewohnern, die die Halter kennen, die ihre Hunde frei herumlaufen lassen. Auch im Stadtgebiet und im Stadtpark halten sich nicht alle Halter an die Vorgaben. Dem gehen wir auch nach. Aber wir können das nur verfolgen, wenn wir Zeugen haben. Dann erlassen wir eine Ordnungsverfügung, und bei weiteren Zuwiderhandlungen ordnen wir auch Zwangsgelder an. Das haben wir in der Vergangenheit schon praktiziert.“ Bei der Stadt Drolshagen sind mehr als 900 Hunde angemeldet. Kommunen besitzen die Möglichkeit, zusätzlich zu den grundsätzlichen Hundegesetzen in NRW eigene Gesetze für das Führen von Hunden zu erlassen. „Das haben wir vor Jahren mit einer ordnungsbehördlichen Verfügung gemacht“, berichtet Claudia Heite. „Danach sind Hunde auch außerhalb bebauter Gebiete anzuleinen, wenn eine Person, ein Fahrzeug oder ein Fahrrad in Sichtweite ist.“

Es gibt keine Ausnahme

Auch beim Olper Ordnungsamt gehen immer wieder mal Beschwerden ein. Mehr als 1400 Hunde sind bei der Kreisstadt angemeldet. „Wir müssen aber Anhaltspunkte haben. Es reicht nicht aus, wenn mir jemand sagt, was ihm wo passiert ist. Ich kann niemanden anschreiben und auf die Gesetzesvorgaben hinweisen, wenn mir der Name des Halters nicht bekannt ist“, so Simone Clemens. „Es kommt aber auch nicht alles auf meinem Schreibtisch an. Oft wird das unter den Hundehaltern geregelt, wenn der eine dem anderen die Rechtslage mitgeteilt hat. Darüber wird sich öfter bei uns erkundigt. Es geht oft gut aus, solange kein Blut fließt. Es darf natürlich nicht zu Beleidigungen kommen, dann schaukelt sich schnell einiges hoch. Grundsätzlich sind Hunde in den vorgeschriebenen Gebieten anzuleinen. Da gibt es keine Ausnahme. Auch wenn ein Halter dem anderen zuruft, dass sein nicht angeleinter Hund freundlich ist, heißt das nicht, dass der andere Halter die Begegnung will, weil sein Hund vielleicht nicht freundlich ist. Es gibt auch Menschen, die Angst vor frei laufenden Hunden haben. Es darf nicht sein, dass ein Hund jemanden in seiner Bewegungsfreiheit hindert und in Gefahr drohender Weise oder zähnefletschend anspringt.“ Vorgekommen sei es auch schon, dass eine Anzeige erstattet wird und der Beschwerdeführer vorträgt, dass der besagte Hund schon einmal einen anderen Hund oder Menschen angegriffen und gebissen hat. „Wenn uns das aber nicht bekannt ist, ist es für uns der erste bekannte Fall. Wenn eine Ordnungswidrigkeit gegen einen Halter vorliegt, schreiben wir ihn an und weisen ihn auf die Gesetzeslage hin. Sollte er sich weiterhin nicht daran halten und wir bekommen Meldung, leiten wir ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, das mit einem Bußgeld verbunden ist“, erläutert Simone Clemens.

Allen Beschwerden wird nachgegangen

In der Gemeinde Wenden sind derzeit 1633 Hunde angemeldet. Nach Auskunft von Wolfgang Grimmstein, Fachdienstleiter des Amtes Ordnung und Sicherheit, gab es in letzter Zeit nur wenige Beschwerden über Verstöße gegen die Leinenpflicht. Meistens komme es erst dann zu einer Anzeige, wenn ein Tier bereits gebissen habe. Es werde jedoch allen Beschwerden nachgegangen, die den Namen des Beschwerdeführers enthalten. Anonyme Anzeigen könnten dagegen nicht bearbeitet werden. Verstöße gegen das Landeshundegesetz würden mit Bußgeldern zwischen 50 und 500 Euro geahndet, je nach Schwere der Tat. Wie Wolfgang Grimmstein weiter mitteilt, halten es viele Hundebesitzer nicht für erforderlich – oder sie würden sich schlichtweg weigern –, entsprechende Nachweise wie die Versicherung oder die Sachkunde vorzulegen. Auch solche Verstöße würden per Ordnungsverfügung geahndet.

Im Wald zählt guter Gehorsam

Im Waldgebiet dürfen Hunde nach dem Landesjagdgesetz frei herumlaufen, solange sie dabei die Waldwege nicht verlassen. „Sie müssen aber gehorchen und jederzeit abrufbar sein, auch wenn Wild plötzlich den Weg kreuzt“, so der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Kurköln. Das Landesjagdgesetz regelt unter anderem den Schutz des Wildes vor wildernden Hunden. Danach ist das unbeaufsichtigte Laufenlassen von Vierbeinern eine Ordnungswidrigkeit. Wenn ein zunächst nur harmlos frei laufender Familienhund bei seinem Ausflug zufällig auf einen Hasen oder ein Reh trifft und von seinem Besitzer nicht an der Verfolgung gehindert werden kann, ist der Jagdschutzberechtigte befugt, das wildernde Tier abzuschießen, wenn dieses Wild tötet oder erkennbar hetzt und in der Lage ist, dieses zu beißen oder reißen

Hunde sind nach dem Landeshundegesetz NRW in Stadt- und Wohngebieten sowie Dörfern grundsätzlich anzuleinen. Allerdings halten sich nicht alle Besitzer an diese Vorgabe.
Außerhalb bebauter Gebiete und im Wald dürfen Hunde von der Leine gelassen werden, wenn sie gehorchen und abrufbar sind.
Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen