Zertifizierungsprozess schreitet gut voran / Fächerübergreifendes und vernetztes Denken ist die Zukunft
Internationale Schule nimmt Fahrt auf

Teilnehmer des Workshops in Barcelona (v.l.): Kerstin Paul-Meier, Pia Weber (beide Biology) sowie Dirk Faßbinder, Holger Köster (beide Physics).  Foto: privat
  • Teilnehmer des Workshops in Barcelona (v.l.): Kerstin Paul-Meier, Pia Weber (beide Biology) sowie Dirk Faßbinder, Holger Köster (beide Physics). Foto: privat
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sz  Frankfurt, Coventry und Barcelona, demnächst Den Haag, Prag, Helsinki und Stockholm. Man kommt herum am Städtischen Gymnasium in Olpe. Die Workshops zur Zertifizierung als „IB World School“ verteilen sich auf ganz Europa. Mehrere Tandems aus dem Kollegium haben bereits die für die Zertifizierung notwendigen Workshops besucht. Damit nimmt die Umsetzung des International Baccalaureates am SGO Gestalt an. Schüler sollen neben dem Abitur künftig auch das „Diploma Programme“ absolvieren können, ein international hoch anerkannter Abschluss, der Anschlussmöglichkeiten für weitere Bildungsgänge – sei es an einer anderen Schule oder an einer Universität – in der ganzen Welt bietet.

In den kommenden Jahren möchte die Schule daher für Schüler der Qualifikationsphase neben den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik auch Biologie und Physik nach dem Standard der „International Baccalaureate Organization“ anbieten. Die Fächer Geschichte und Erdkunde gibt es traditionell seit vielen Jahren auch in englischer Sprache an der bilingualen Schule.

Als spannendes neues Fach kommt zudem „Theory of Knowledge“ hinzu. Dabei geht es um die Grenzen des Wissens und um die unterschiedliche Art, wie die einzelnen Disziplinen zu Erkenntnissen gelangen. In CAS (Creativity, Action, Service) sollen sich die Jugendlichen jeweils in einem künstlerischen, sportlichen und sozialen Projekt engagieren und dieses reflektieren. „Da jedes CAS-Programm grundsätzlich individuell ist, bietet sich hier jedem Lernenden die Chance, seine Interessen auszubauen, seine Stärken kennenzulernen und zu entwickeln und sich darüberhinaus als aktiver Mitgestalter seiner sozialen Umwelt sowie der Weltgemeinschaft wahrzunehmen. Die Projektform ermöglicht es überdies, alle drei CAS-Bereiche miteinander zu verknüpfen. Unsere Schule unterstützt zum Beispiel schon seit vielen Jahren die Bongaschool in Südafrika auf vielfältige Art und Weise: Der Sponsorenlauf, der bisher alle zwei Jahre stattgefunden hat, würde im Hinblick auf Planung und Organisation den Bereich ,Creativity’ abdecken, die Durchführung fiele in den Bereich ,Activity’ und der Einsatz der Spendengelder (zum Beispiel für den Ausbau der Medienausstattung) in den Bereich,Service’“, sagt Dr. Gabriele Lück-Gegic, die die Zertifizierung mit ihrem Kollegen Stephan Seidel am SGO koordiniert.

Zu guter Letzt muss in einem Fach ein „Extended Essay“, ein Fachaufsatz, geschrieben werden. Somit erfahren die Schülerinnen und Schüler nicht allein wegen des fremdsprachlichen Unterrichts eine profunde Vorbereitung auf die heutige und zukünftige Studien- und Berufswelt. Innovativ ist auch das sogenannte „Group 4-Project“, im Rahmen dessen die Schüler ein Thema aus den Blickwinkeln der drei Naturwissenschaften Biologie, Physik und Chemie genauer in den Blick nehmen. Man stelle sich beispielsweise das folgende Szenario – wie im Film „Der Marsianer“ („The Martian“) dargestellt – vor: Ein Astronaut wird bei einer Expedition auf dem Mars zurückgelassen und muss dort nun bis zu seiner Rettung sein Überleben sichern, indem er Nahrung und Sauerstoff produziert. Hier sind botanische, physikalische und chemische Kenntnisse für den Anbau von Kartoffeln und die Bildung von Sauerstoff von Nöten. „Für solche spannenden (Gedanken-)Experimente ist im IB-Zweig ausreichend Zeit vorgesehen. Wir haben uns auf dem Workshop in Barcelona mit Kollegen aller Naturwissenschaften über zahlreiche ,Group 4-Projekte’ ausgetauscht. Fächerübergreifendes und vernetztes Denken – diese wichtige Kompetenz wird den Lernenden so auf eine besondere Art und Weise vermittelt“, so Biologielehrerin Pia Weber.

„Die große Herausforderung im Zertifizierungsprozess besteht in der Kompatibilität der beiden nicht immer kongruenten Bildungsgänge – das Abitur auf der einen und das IB auf der anderen Seite“, sagt Schulleiter Holger Köster. Verlassen kann er sich dabei auf das tolle Engagement seiner Kolleginnen und Kollegen, die sich in großer Anzahl für dieses Projekt engagieren.

Es geht also voran am SGO. In der Kooperation mit der Universität Siegen zur Stärkung der Digitalisierung in der Lehrerbildung ist man ebenso wie in der Gebäudefrage (Bau eines „House of Learning“) mit dem Schulträger ein gutes Stück weitergekommen. Schulische Akteure arbeiten derweil mit professioneller Hilfe an der Umsetzung eines Marketingkonzepts. Möglich geworden ist dies durch die großartige Unterstützung durch die heimische Wirtschaft, die über den Förderverein „Internationaler Zweig am SGO“ für die kommenden zehn Jahre drei Mill. Euro zur Verfügung stellt. Die Planungen für die Ausstattung des „House of Learnings“ nehmen konkrete Formen an. „Letztlich wird die ganze Schule von diesem Projekt profitieren!“, freut sich Holger Köster.

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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