IPC erhielt Zuschlag für »neue Mitte«

Drei Büros stellten unterschiedliche Modelle für Ex-»Kaufring« und Umfeld vor

win Olpe. Die Firma IPC aus Eschwege hat gestern Abend den Zuschlag erhalten, die »neue Mitte«–von Olpe zu gestalten. Nach einer langen Sitzungsunterbrechung fiel gegen 22 Uhr die Entscheidung: Mit 24 Ja-Stimmen bei je drei Ablehnungen und Enthaltungen sprach sich eine satte Ratsmehrheit für IPC aus. Zuvor war ein Antrag der SPD abgelehnt worden, die Entscheidung zu vertagen und in einer Sondersitzung noch vor der Sommerpause erneut zu beraten.…da waren es nur noch drei: Mit einer Überraschung hatte die Ratssitzung begonnen, in der über die »neue Mitte«–von Olpe entschieden wurde. Statt der noch in der Beschlussvorlage genannten vier Bewerber um die Neubebauung des Areals zwischen Mühlenstraße, Kölner Straße und Franziskanerstraße traten nur noch drei Büros an. Die Landesentwicklungsgesellschaft, so Bürgermeister Horst Müller, habe Abstand von dem Angebot genommen: Man verfolge dort eine neue Betriebsstrategie.

Derzeit ist die Fläche mit drei zusammenhängenden Gebäuden bebaut. Am unteren Ende steht das seit zwei Jahren ungenutzte ehemalige »Ring-Kaufhaus«, 1912 von Isaak Lenneberg erbaut und in den 60er Jahren mit der heute noch vorhandenen Edelstahlfassade versehen. Den Mittelteil bildet das frühere Modehaus Menzebach, ein Gebäude, dessen Ursprünge in das Jahr 1816 zurückreichen. Den höchstgelegenen Teil bildet das »Rex«-Kino, 1956 errichtet und überwiegend heute noch im damaligen Zustand. All diese Gebäude sollen abgerissen werden und dem neuen »Geschäftszentrum am Kurkölner Platz« weichen.

Die Stadt legte eine Liste mit Punkten vor, die die Planer zu erfüllen hatten. Unter anderem gehörte dazu ein Kino mit drei bis vier Sälen.

Zuerst stieg Lothar Sabisch in den Ring. Er stellte die Planungen vor, die seine Firma zusammen mit der Lennestädter Baufirma Mees und den Architekturbüros Fleper (Oedingen) und Ohm & Ohm (Olpe) entwickelt hat. Sie planen einen Gebäudekomplex, der aus offenen Passagen besteht. Diese sollen die vorhandenen fußläufigen Verkehrsachsen nachvollziehen und münden in einen offenen Innenhof. 142 Stellplätze in den Untergeschossen sollen über die Franziskanerstraße angebunden werden. Drei Zugänge, von allen umliegenden Straßen, sollen Passanten Einlass gewähren. Im Inneren sind 3100 Quadratmeter Gewerbeflächen, 2000 Quadratmeter Wohnflächen (20 bis 25 Wohneinheiten) plus Kino und Gemeinschaftsflächen vorgesehen. Die Arbeitsgemeinschaft plant, die Wohneinheiten als Teileigentum zu verkaufen und den Rest in einer Hand zu lassen. Die Geschäftsflächen sollen an eine vielseitige Mischung, von junger Mode bis Lebensmittelmarkt, vermietet werden. Finanziert werden soll der Bau durch einen geschlossenen Immobilienfonds, den die Firma Hagenkamp aus Beckum auflegt. Verkauft werden sollen die Anteile über die örtlichen Sparkassen. Sabisch geht von einer Investitionssumme von 13 bis 15 Mill.e aus.

Die Arbeitsgemeinschaft Degen/Pfeiffer aus Meinerzhagen hat sich durch den Architekten Axel Stracke und die Baufirma Gerold Hütte ebenfalls Lokalkompetenz ins Boot geholt. Ihr im Arbeitstitel »Rex-Center«–genanntes Bauwerk geht davon aus, dass im Erdgeschoss auf 1900 Quadratmetern ein »Ankermieter«–untergebracht wird, ein nicht genanntes Unternehmen der Media-Branche. 65 bis 80 Autostellplätze sind vorgesehen, die übrigen Ladenflächen reichen von 67 bis 470 Quadratmeter. Was Details wie die Außenansicht oder die Aufteilung angehe, wolle man sich nicht festlegen, so Tassu Degen. Es handele sich nur um einen Vorentwurf, der gemeinsam mit der Stadt und den Mietern entwickelt werden müsse. Auch hier sind im Dachbereich Wohnungen vorgesehen, die aber vermietet, nicht verkauft werden sollen. Degen/Pfeiffer haben nach eigenen Angaben einen Einzelinvestor an der Hand, die unterzeichnete Erklärung des Mannes könne in einer nichtöffentlichen Sitzung eingesehen werden, so die Planer. Die Vermarktung soll durch Degen/Pfeiffer erfolgen. Eine Investitionssumme wurde nicht genannt.

Mit einer langen technischen Panne begann die Vorführung von IPC aus Eschwege, erst ein von der – später unterlegenen – Konkurrenz entliehener Computer ermöglichte die Präsentation. Bei IPC handelt es sich nach eigenen Angaben um eine mittelständisch orientierte Firma mit acht Mitarbeitern. Chef Udo Janz selbst tritt als Investor auf, er will in Olpe 8,5 bis 9 Mill.e in das Zentrum investieren. Die Tiefgarage soll von einer Zufahrt von der Franziskanerstraße erschlossen werden. Dort findet auch das Kino seinen Platz, dessen Eingang an der Mühlenstraße angelegt werden soll. Das Erdgeschoss soll seinen Haupteingang von der Ecke Mühlenstraße/Kölner Straße erhalten. Läden von 1100 und 760 Quadratmetern sind hier vorgesehen. Darüber sollen vier bis sechs weitere Läden Platz finden, wobei die Aufteilung noch nicht festgeschrieben sei. IPC will mit 85 Stellplätzen auskommen. Die Firma will insgesamt 4000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche, 800 Quadratmeter Kino und 1100 Quadratmeter Büro- und Wohnraum schaffen. Das komplette Objekt soll von IPC vermietet und verwaltet werden. Nach eigenen Angaben besitzt die Firma ähnliche Objekte im Gesamtwert von rund 30 Mill.e.

Die Ratsmitglieder nutzten die knappe Zeit, um zahlreiche Fragen an die Planer zu stellen. Doch gegen 21.15 Uhr bat CDU-Fraktionschef Klaus Klapheck um eine Sitzungsunterbrechung: Zu groß war die Zahl von Fragen, die in einer öffentlichen Sitzung nicht beantwortet werden konnten. Nach der Unterbrechung ging es schneller voran als gedacht, und diskutiert wurde letztlich nicht, wer den Zuschlag bekommen sollte, sondern lediglich, ob der Zuschlag schon gestern erfolgen müsse (wir berichten noch).

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de komplett überarbeitet.
3 Bilder

Optimiertes Stellenanzeigen-Portal
Mit 57jobs.de einen neuen Job finden

Neues Design und neue Angebote für Unternehmen, aber bewährte Technik: Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de einem Relaunch unterzogen, der sowohl die Suche nach einem neuen Job als auch die Suche nach neuen Fachkräften noch einfacher gestaltet. Auf dem Portal der Siegener Zeitung und des Wochenanzeigers finden sich unter den ständig 10.000 Jobangeboten aus Siegerland, Wittgenstein sowie den Kreisen Olpe und Altenkirchen auch sämtliche Anzeigen aus den...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen