„Da Zuch kümmet“ in Schönau
Jecken im Wendschen trotzen dem Regen

Rosenmontagszug in Schönau.
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soph Schönau. Beim Blick auf den Regenradar war eines vollkommen klar: Der Rosenmontagszug in Schönau würde eine sehr nasse Veranstaltung werden. Und tatsächlich meinte es das Wetter nicht gut mit den Jecken im Wendschen – es regnete durch und die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt halfen auch nicht weiter. Doch eines war schnell klar: Vom Regen lassen sich weder die zahlreichen Besucher noch die Zugteilnehmer die Laune verderben. Die Fußgruppen hatten sich über die Kostüme durchsichtige Regenponchos angezogen und am Rand der St.-Elisabeth-Straße reihte sich Regenschirm an Regenschirm.

"Strüßje" und Kamelle 

Traditionell führte die „Lokomotive“ mit dem Schild mit der Aufschrift „Da Zuch kümmet“ den närrischen Lindwurm an, ebenso alljährlich folgt darauf der Fanfarenzug Attendorn mit Vorsitzendem Michael Hundt, während der Musikverein „Lyra“ Altenhof mit Dirigent Michael Kreutz und Vorsitzendem Bernd Stahl alljährlich vor dem Prinzenwagen ganz am Ende des Zuges zu hören ist. Mit einer Sitte wurde hingegen in diesem Jahr gebrochen, denn das Narrenschiff, das eigentlich an zweiter Stelle durch den Ort gezogen wird, hatte sich zwischen die Musiker in ihren neonfarbenen Clownskostümen und den Prinzenwagen eingereiht.Bürgermeister Bernd Clemens, Ortsvorsteher Peter Arenz, Sitzungspräsident Michael Koch und die Ehrenpräsidenten „Seppel“ Kleine sowie Peter Schmidt warfen Kamelle und verteilten „Strüßje“ mit sichtlich viel Freude dabei.

„Silver Omis“ und Wahrsagerinnen

Auch im Schönauer Rosenmontagszug wechseln sich große Motivwagen und Fußgruppen ab. Mit viel Kontakt zu den Zuschauern, jeder Menge Konfetti und noch mehr Kamelle versprühten dabei alle jede Menge gute Laune. Der Frauenchor „Nova Cantica“ aus Möllmicke feierte als „Silver Omis“ ihr 25-jähriges Bestehen, die „Tanzsterne“ des Karnevalsvereins (KV) Schönau/Altenwenden kamen als Superwoman und Wonderwoman daher und die „Kunterbunten“ machten ihrem Namen alle Ehre und waren als „Ahoi-Brause“ verkleidet. Nicht weniger bunt war die Gruppe „EKaFu“, die als närrische Clowns mit ihrem Make-Up um die Wette strahlten. Als eine Schar quietschgelber Enten mit Rotweingläsern und eigenem Monarchen präsentierten sich „Jetzt schlägt’s 13“, komplett in grün waren „After Eight and Friends“ als Frösche verkleidet und „Eiskalt“ waren als Wahrsagerinnen mit dabei. Nach längerer Abstinenz wieder mit dabei war der Elferrat des Dorfgemeinschaftsvereins Hünsborn, der als lebender Bierkasten zu bewundern war. Die Altweiberfrauen waren in diesem Jahr Zirkusdirektorinnen, und die „Gecken Jecken“ hatten sich mit aufwendigen Kostümen in Schale geworfen, die in Mexiko am „Tag der Toten“ getragen werden.

Brexit und „American Football“

Der erste Motivwagen war der von Pyrotechnik Fischer aus Freudenberg, die durchgängig Nebel-Seifenblasen in die Luft steigen ließen. Der Schützenverein Schönau/Altenwenden hatte sich den Brexit als Thema ausgesucht und sogar eine Queen und Boris Johnson mit am Start, die „Blauen Funken“ des KV Schönau/Altenwenden waren mit 87 Personen und dem Thema „American Football“ vertreten.
Die „Wendschen Jungs“ hatten ihr Gefährt der Bergbautradition gewidmet, die „Schönauer Fründe“ und der Kegelclub „Voll daneben“ hatte sich den Film über die jamaikanische Bobmannschaft, „Cool Runnings“, zum Motto gemacht. Ganz am Ende kam schließlich der Prinzenwagen mit dem Prinzenpaar, Bernd I. und Iris I. (Jung), dem Kinderprinzenpaar, Bruno Becker und Nia Wozny, dem Jubelprinzen Friedhelm Jung (vor 50 Jahren im Amt) und Jubelprinzenpaar Günter und Hilfe Schönauer (Prinzenpaar vor 40 Jahren) und der Prinzengarde, den „Roten Funken“.

Im Festzelt ging es weiter

Nachdem alle Zugteilnehmer am Moderatorenwagen mit Vorsitzendem Rüdiger Lazar und DJ Markus Koch, der in diesem Jahr seit 15 Jahren für die musikalische Unterhaltung im Festzelt verantwortlich zeichnet, passiert hatten, wurde im Zelt noch bis zum Abend weitergefeiert. Und auch wenn manche nasse Füße und eine kalte Nase bekommen haben dürften, hat sich wieder gezeigt: Solange es nicht stürmt, kann den „Zuch“ in Schönau so schnell nichts aufhalten.

Autor:

Katja Fünfsinn (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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