Jugend ist das »Sorgenkind«

Nachwuchssorgen beim Roten Kreuz / Nur aktive Werbung hält Mitgliederzahlen oben

Rhode. Licht und Schatten: So lässt sich das ablaufende Geschäftsjahr des Kreisverbands Olpe im Deutschen Roten Kreuz (DRK) zusammenfassen. Am Mittwochabend kamen die Delegierten der sieben Ortsvereine in der Kreisgeschäftsstelle in Rhode zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammen. Kreisgeschäftsführer Albert Kattwinkel und stellv. Kreisvorsitzender Dieter Kohlmeier, der den erkrankten Vorsitzenden Jürgen Engstler vertrat, legten einen aufwendig gestalteten Jahresbericht vor. Wahlen standen nicht auf der Tagesordnung.

Aktuelle Vergleiche

Zunächst berichtete Albert Kattwinkel, dass die Geschäftsführung einen neuen Weg in Sachen Geschäftsbericht gehen wolle. Da die Jahreshauptversammlung seit einigen Jahren wie von den Mitgliedern gewünscht im Dezember stattfinde, sei es wenig sinnvoll, nur über das vergangene Geschäftsjahr zu berichten. »Dann steht im Geschäftsbericht 2001 etwas über den Rotkreuzwettkampf 2000, obwohl inzwischen ein neuer stattgefunden hat«, so Kattwinkel. Daher solle ab sofort der jeweilige Jahresbericht informatorisch den Zeitraum bis zum 30. Oktober des laufenden Jahres umfassen, um aktuelle Vergleiche zu ermöglichen.

So ist es beim vorliegenden Jahresbericht bereits praktiziert. Kattwinkel erklärte beim Blick auf die Zahlen der Fördermitglieder, die professionelle Mitgliederwerbung sei »dringender als je«–nötig. Die Mitgliederzahlen des DRK im Kreis Olpe sänken ohne diese Werbung um 8 bis 10 Prozent pro Jahr. Die Werbemaßnahmen hätten aber dazu geführt, dass dieser Schwund mehr als ausgeglichen worden sei. Insgesamt gehören dem DRK derzeit 7865 Mitglieder an, 96 mehr als 2000. Besonders stark ist der Zuwachs im Ortsverein Kirchhundem: Hier hat das DRK nun 1064 Mitglieder, 156 mehr als im Vorjahr. In Olpe nahm die Mitgliederzahl um 80 zu. In Attendorn hingegen verlor das DRK 60 Mitglieder, in Wenden 34.

Als »Sorgenkind«–bezeichnete Kattwinkel das Jugendrotkreuz. Seien im Jahr 1998 noch 16 Gruppen mit über 250 Kindern im ganzen Kreis präsent gewesen, seien es derzeit nur noch vier Gruppen mit zusammen 75 Kindern. »Das ist eine Herausforderung für den Kreisverband und die Ortsvereine«, so Kattwinkel. In Zukunft soll die Handpuppe »Paul«–dazu dienen, Kinder an das Rote Kreuz heranzuführen. Kindergärten und Grundschulen können dann eine eigens geschulte Fachkraft beim DRK-Kreisverband anfordern, die den Kindern das Thema Erste Hilfe und die Grundsätze des Rot-Kreuz-Gründers Henri Dunant nahebringen soll.

Großes Betätigungsfeld

Zwar ist die Zahl der Jugend-Rotkreuzler klein, die Aktivitäten der Gruppen können sich aber dennoch sehen lassen. Ob Ferienfreizeiten, Schulsanitätsdienst oder Unfalldarstellung bei Kreiswettbewerben: Das Betätigungsfeld der Jugendrotkreuzler ist groß.

Erfolgreich ist laut Kattwinkel auch im Kreis Olpe die europaweite Rotkreuz-Aktion »Münzen für mehr Menschlichkeit«–bisher verlaufen: Rund 1,4 Mill.e sind auf diese Weise bereits zusammengekommen. Ein wichtiges Standbein der DRK-Arbeit ist die Breitenausbildung. 3408 Bürger des Kreises Olpe wurden im Jahr 2000 in 219 Rotkreuz-Lehrgängen geschult, beispielsweise in Erster Hilfe, in Sofortmaßnahmen am Unfallort oder in häuslicher Pflege.

Spitzenplatz im Landesverband

Beim Thema Blutspende zeigte sich Kreisgeschäftsführer Kattwinkel erfreut. Auch 2001 werde der DRK-Kreisverband Olpe seinen Spitzenplatz im Landesverband behalten. 2000 kamen 15433 Spenderinnen und Spender zum Roten Kreuz, 815 mehr als 1999.

Die beiden Kindertageseinrichtungen des Roten Kreuzes, der Kindergarten »Sonnenland«–auf dem Olper Hatzenberg und die Tagesstätte »Richard Heim«–in Attendorn, betreuen zusammen 73 Kinder. Sieben Erzieherinnen, zwei Jahrespraktikantinnen und zwei Fachoberschulpraktikantinnen kümmern sich um sie. Kattwinkel dankte der Stadt Olpe, die »nach zähen, aber guten Verhandlungen«–letzlich ihre Bereitschaft erklärt habe, den Trägeranteil des DRK zu übernehmen. In Attendorn verfüge das DRK nun über »den schlechtesten Kindergarten im Kreis«, was den baulichen Zustand angehe. Ein Neubau müsse dringend her, die Stadt habe bereits ein Grundstück avisiert. Nicht zuletzt erwähnte Kattwinkel die beiden vom DRK betreuten Selbsthilfegruppen für Multiple-Sklerose-Kranke, die seit Jahren weitgehend eigenständig erfolgreiche Arbeit leisten.

win

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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