Straßenschützenfeste in Olpe
Kein Mangel an Bier und Beff

Am vergangenen Wochenende trafen sich die „Alten Könige“ im Garten der Eheleute Rumpff. Im Mittelpunkt standen die diesjährigen Jubelkönige: Herbert Brüser und Dirk Rumpff (sitzend v. r.).
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  • Am vergangenen Wochenende trafen sich die „Alten Könige“ im Garten der Eheleute Rumpff. Im Mittelpunkt standen die diesjährigen Jubelkönige: Herbert Brüser und Dirk Rumpff (sitzend v. r.).
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baka Olpe. Bereits zum zweiten Mal in Folge fällt das Hochfest des St.-Sebastianus-Schützenvereins Olpe der Pandemie zum Opfer. Kein Grund zur ausgelassenen Freude, aber auch kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Überall in der Kreisstadt sind kleine „Straßenschützenfeste“ geplant, und es wird wohl nicht an Bier und Beff mangeln. Das Schützenfestfieber steigt trotz der Gesamtlage ganz besonders bei den „Alten Königen“, die sich am Samstagnachmittag im Garten von Dirk Rumpff getroffen haben, darunter natürlich auch der seit 2019 und damit bisher am längsten amtierende Olper Schützenkönig, Wilhelm Rücker.

Zwei Jubelkönigen wurde gratuliert

Bei bester Laune wurde die eigentlich für das Frühjahr geplante Versammlung abgehalten und zwei Jubelkönigen durfte dabei gratuliert werden. Vor 40 Jahren schaffte es Herbert Brüser, mit dem 100. Schuss den Vogel aus dem Kugelfang zu holen, und vor 25 Jahren tat es ihm Dirk Rumpff mit dem 94. Schuss gleich.

Beide haben nur die besten Erinnerungen an ihr Königsjahr, was sie der Siegener Zeitung im Interview bestätigen. Auf die Frage, was sie eigentlich zu dem Königsschuss bewegt hat, zeigt sich, dass beide ähnliche Gründe hatten. Der heute 64-jährige Herbert Brüser lebt seit langem mit seiner Ehefrau Christa Stock in München und ist natürlich immer gerne Gast auf dem „Ümmerich“. Er erinnert sich genau: „Ich war schon immer von diesem Verein fasziniert und konnte es gar nicht abwarten, so alt zu werden, um endlich unter der Vogelstange zu stehen. Damals war Robert Flucht (Jubelkönig vor 50 Jahren, Anm. der Redaktion) mein Trainer bei der Fußballjugendmannschaft und mein absolutes Vorbild. Er hat mich immer wieder ermuntert. Außerdem war mein Großonkel Josef Schmidt schon Schützenkönig“, erinnerte sich Brüser.

Die ,,Königstischliste'' in der Tasche

„Bei uns ist es auch die Familientradition“, erläutert der heute 58-jährige Dirk Rumpff, der gemeinsam mit Ehefrau Dr. Corinna Rose-Rumpff und den drei Kindern eng mit Olpe verbunden ist. „Schon 1936 war Hugo Schindler Schützenkönig, und der wählte meine Urgroßtante Josefa Schrage, die Tochter von meinem Urgroßvater Landrat Josef Schrage, zu seiner Königin. Ich glaube, das ist Herbert und mir in die Wiege gelegt worden. Seit ich 25 Jahre alt war und endlich mitschießen durfte, hatte ich immer am Montagmorgen eine Liste mit den Gästen für den Königstisch in der Tasche.“

Normalerweise wären die Jubelkönigspaare – Herbert Brüser mit Ehefrau Christa Stock sowie die Eheleute Dr. Corinna Rose-Rumpff und Dirk Rumpff (v. l.) – am bevorstehenden Wochenende umjubelt und gefeiert worden. Doch auch in diesem Jahr findet das größte Schützenfest der Region wegen der Corona-Pandemie nicht statt.
  • Normalerweise wären die Jubelkönigspaare – Herbert Brüser mit Ehefrau Christa Stock sowie die Eheleute Dr. Corinna Rose-Rumpff und Dirk Rumpff (v. l.) – am bevorstehenden Wochenende umjubelt und gefeiert worden. Doch auch in diesem Jahr findet das größte Schützenfest der Region wegen der Corona-Pandemie nicht statt.
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Rumpff und Brüser hatten sich vorher sicherheitshalber die Zusagen der potenziellen Königinnen, Dr. Corinna Rose-Rumpf und Eva Muckenhaupt, eingeholt. „Corinna hat dann damals am Samstagabend gesagt, dann schieß am Montag, dann hat die arme Seele Ruhe“, schmunzelt Dirk Rumpff.

Auch Herbert Brüser hatte an diesem Montagmorgen vor 40 Jahren seine „Königstischliste“ in seiner Jacke, aber was er nicht hatte, war ein schwarzer Anzug und ein weißes Hemd. Das sorgte bei seinen Königsoffizieren, Günther Reuber und Klaus Harnischmacher, für Schweißausbrüche. Kurzerhand wurde der neue König zu dem damaligen Bekleidungsgeschäft „Mode Neuhaus“ geschickt. Auf die Idee waren allerdings auch die Gäste des Königstisch gekommen, und so herrschte in dem alteingesessenen Herrenbekleidungsgeschäft großer Andrang.

Beim nächsten Schützenfest gibt es viel nachzuholen

Neben dem eigentliche Hochfest und dem Schützenball gab es für beide Jubelkönige natürlich weitere Höhepunkte in ihrem Königsjahr. „Rund 20 Musiker der Bundeswehr sind nachts mit zum ,Kaiserhof’ marschiert und haben teilweise aus den Zimmerfenstern gespielt. Das war schon toll. Und für mich war der Sebastianstag mit dem Gelöbnis sehr ergreifend, außerdem durfte ich am ersten Kreisschützenfest in Schönholthausen teilnehmen“, so Herbert Brüser.

Dirk Rumpff, selbst 13 Jahre Offizier im St.-Sebastianus-Schützenverein, wird das Europaschützenfest in Haakshagen in den Niederlanden nicht vergessen. „Da trafen so viele Kulturen aufeinander, das ist unvergesslich.“

Die Schützentradition haben beide Familien sehr ernstgenommen. Nach Herbert Brüser, wurden auch Vater Helmut und Bruder Rainer Brüser Olper Schützenkönige. Bei Dirk Rumpff zog Bruder Andre Rumpff nach.

Normalerweise wären die Jubelmajestäten am bevorstehenden Wochenende ausgiebig inmitten der Tausenden von feiernden Schützenfestbesuchern auf dem „Ümmerich“ ausgiebig gewürdigt worden. Auch das ist Tradition. Sollte im nächsten Jahr endlich wieder ein Schützenfest stattfinden können, gibt es viel nachzuholen.

Am vergangenen Wochenende trafen sich die „Alten Könige“ im Garten der Eheleute Rumpff. Im Mittelpunkt standen die diesjährigen Jubelkönige: Herbert Brüser und Dirk Rumpff (sitzend v. r.).
Normalerweise wären die Jubelkönigspaare – Herbert Brüser mit Ehefrau Christa Stock sowie die Eheleute Dr. Corinna Rose-Rumpff und Dirk Rumpff (v. l.) – am bevorstehenden Wochenende umjubelt und gefeiert worden. Doch auch in diesem Jahr findet das größte Schützenfest der Region wegen der Corona-Pandemie nicht statt.
Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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