SZ

Verkehr in der Olper Innenstadt
Kein Spielraum für mehr Tempo 30

Tempo 30 kann nicht wahlweise festgelegt werden, so die Stadtverwaltung. Was für Anliegerstraßen möglich sei, gelte nur in Ausnahmefällen für Durchgangsstraßen. Ein entsprechender Vorstoß der Grünen wurde daher im Bauausschuss abgelehnt. Foto: win
  • Tempo 30 kann nicht wahlweise festgelegt werden, so die Stadtverwaltung. Was für Anliegerstraßen möglich sei, gelte nur in Ausnahmefällen für Durchgangsstraßen. Ein entsprechender Vorstoß der Grünen wurde daher im Bauausschuss abgelehnt. Foto: win
  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

win Olpe. In einem umfangreichen Antrag hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vorgeschlagen, die Zahl der Bereiche deutlich auszuweiten, in denen im Bereich der Olper Innenstadt Kraftfahrzeuge nur noch mit Tempo 30 statt bisher 50 unterwegs sein dürften. Im Einzelnen hatten die Grünen beantragt, die Bereiche Pannenklöpperstraße/Rochusstraße/Kortemickestraße in Tempo-30 Zonen umzuwandeln und auf Martinstraße/Bahnhofstraße ab Fohrt bis zum Kreisel Bahnhofstraße/Bruchstraße/Franziskanerstraße eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde anzuordnen. Zudem solle die Verwaltung prüfen, welche Straßen im Innenstadtbereich geeignet seien, zu Fahrradstraßen umgewidmet zu werden. Auf diesen dürfen zwar auch Kraftfahrzeuge unterwegs sein, Fahrräder sind aber bevorrechtigt.

win Olpe. In einem umfangreichen Antrag hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vorgeschlagen, die Zahl der Bereiche deutlich auszuweiten, in denen im Bereich der Olper Innenstadt Kraftfahrzeuge nur noch mit Tempo 30 statt bisher 50 unterwegs sein dürften. Im Einzelnen hatten die Grünen beantragt, die Bereiche Pannenklöpperstraße/Rochusstraße/Kortemickestraße in Tempo-30 Zonen umzuwandeln und auf Martinstraße/Bahnhofstraße ab Fohrt bis zum Kreisel Bahnhofstraße/Bruchstraße/Franziskanerstraße eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde anzuordnen. Zudem solle die Verwaltung prüfen, welche Straßen im Innenstadtbereich geeignet seien, zu Fahrradstraßen umgewidmet zu werden. Auf diesen dürfen zwar auch Kraftfahrzeuge unterwegs sein, Fahrräder sind aber bevorrechtigt.

Im Ausschuss bezog Ordnungsamtsleiter Peter Püttmann Stellung: Die Verwaltung habe sich „intensiv mit dem Antrag beschäftigt”. Insgesamt gelte es festzuhalten, dass eine Kommune hier keine freie Hand habe, sondern sich nach der Straßenverkehrsordnung zu richten habe. „Was mich ein bisschen verwundert, ist, dass Sie sagen, wir hätten ein Wirrwarr verschiedener Tempozonen, das ist nicht der Fall. Wir haben klare Strukturen.” Auf den Ausfallstraßen gelte 50, an diese schlössen sich Tempo-30-Zonen an. Eine einzige Straße sei als Ausnahme mit Tempo 30 versehen: 2001 sei dies auf der Günsestraße als Kreisstraße geschehen „aufgrund einer Anzahl von Unfällen ist damals in der Verkehrskommission einvernehmlich gesagt worden,hier gibt es ein Problem, zudem liegt dort der Kindergarten”. 30er-Zonen dürften sich nicht auf Vorfahrtstraßen erstrecken. Diese müssten hohe Belastungen aufnehmen und seien deshalb gut ausgebaut. Das gelte auch für die Rochusstraße. „Sie dienen dem Durchgangsverkehr.” Auch für die Martinstraße gelte: in der Regel sei Tempo 50 vorzuschreiben, „eine Beschränkung auf 30 ist möglich, wenn das Unfallgeschehen es nötig macht. Das haben wir aber nicht.” Fahrradstraßen seien „eine gute Sache, sind aber nur dort machbar, wo das Fahrrad die vorherrschende Verkehrsart ist oder wird. Da sind wir glaube ich noch lange nicht.” Insgesamt sei das komplette Thema eines, das zum geplanten Verkehrskonzept passe. „Da bräuchten wir einen Plan, was wir mit dem Durchgangsverkehr machen. Da müssten wir das große Rad drehen”, so Püttmann.

Carsten Sieg (CDU) machte klar, dass solche Pläne, unabhängig von den Bedenken der Verwaltung mit der CDU nicht zu machen seien. Erst kürzlich hätten die Grünen ja erneut eine Fußgängerzone gefordert, „wir tragen sonst monstranzartig die Bürgerbeteiligung vor uns her, und hier werden Anträge gestellt, ohne betroffene Anlieger zu fragen. Klar – als Anwohner wünscht man sich immer niedrigeres Tempo. Aber wenn ich an den Einzelhandel an der Martinstraße denke, da werden mitnichten mehr Fußgänger sein, wenn Autos herausgehalten werden. Der Einzelhandel hat es gerade extrem schwer, da sollten wir nicht jetzt noch einen draufsetzen und die Frequenz wegnehmen.” Er betonte, derartige Fragen müssten im Mobilitätsentwicklungskonzept gestellt werden. „Ich bin auch sehr dafür, das schrittweise vorher umzusetzen wie etwa bei den Einbahnstraßen für Radfahrer. Aber das hier grätscht dazwischen.” Für die SPD erklärte Johannes Truttmann, in den Anträgen seien zwar viele gute Ansätze, das Paket sei aber zu umfangreich.

Die UCW war nicht gänzlich gegen die Grünen-Idee: Uwe Schmidt schlug vor, einzelne Straßenzüge durch die Verkehrskommission prüfen zu lassen, ob hier Tempo 30 möglich sei. „Wir reden nicht von Tempo-30-Zonen, sondern von einer Höchstgeschwindigkeit von 30 etwa an der Martinstraße. Das Kind muss doch nicht erst in den Brunnen fallen, sondern hier soll genau das umgesetzt werden, was an der Günsestraße passiert ist.”

Bauordnungs- und Planungsamtsleiter Winfried Quast sprach einem solchen Antrag die Umsetzbarkeit ab: „Wir haben mal versucht, die obere Westfälische Straße auf 30 zu reduzieren. Das war mit der Bezirksregierung nicht zu machen.” Der Antrag der UCW wurde mit drei Ja-Stimmen der UCW bei drei Enthaltungen der Grünen vom Rest des Ausschusses abgelehnt. Der die Diskussion auslösende Antrag der Grünen wurde bei Enthaltung von Truttmann gegen die drei Grünen-Stimmen abgelehnt.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen