„Kinder kennen keine warme Mahlzeit“

yve Olpe. Im Rahmen der Podiumsdiskussion im Alten Lyzeum, zu der die Fachkonferenz „Familie“ für Donnerstag eingeladen hatte (vergl. gesonderte Berichte), stellten drei Frauen aus verschiedenen Engagement-Bereichen ihre Arbeit vor, um den Anwesenden zu Beginn der Veranstaltung die Situation in hilfebedürftigen Familien vor Augen zu führen. Martina Beckmann vom Familienzentrum St. Marien Altenhundem berichtete, dass sich immer mehr Familien das Mittagessen für ihre Kinder im Familienzentrum nicht mehr leisten könnten. Eine warme Mahlzeit kosten in der Einrichtung 1,50 Euro. „Viele Eltern fragen, ob es möglich sei, weniger zu bezahlen“, so Martina Beckmann. „Einige Kinder kennen kein warmes Essen.“ Teilweise würden sie nur mit trockenem Fladenbrot in das Familienzentrum geschickt. Schließlich habe man das Gespräch mit der Caritas gesucht und Mittagspatenschaften eingeführt. „So fing alles an“, erinnerte sich Martina Beckmann. Mittlerweile übernehme das „Bündnis für Familien“ der Stadt Lennestadt die Kosten für die Mahlzeiten, die einen Euro übersteigen. Von den 40 Kindern, die regelmäßig über Mittag in der Einrichtung bleiben, nehmen laut Martina Beckmann 18 Familien das Angebot des Bündnisses an.

Petra Albers, eine der drei Regionalleiterinnen der Caritaskonferenzen, berichtete über die vielfach gesehene finanzielle Not in den Familien. Sie hielt aber auch fest: „Viele Erziehungsberechtigte wissen einfach nicht, wie man wirtschaftet.“ Ebenso wenig, wie kostengünstig ein nahrhafte Mahlzeit zubereitet werde. Daher biete die Caritas zum Beispiel in Kooperation mit dem Bildungswerk „In via“ Kochkurse für Betroffene an. Petra Albers: „Ich bin froh, dass 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter bei der Caritas im Einstaz sind. Sonst wüssten wir nicht, wie es um die Familien im Kreis bestellt wäre.“

Lieselotte Harnischmacher von der ökumenischen Initiative „Warenkorb“ Olpe erzählte, dass sich der Grundgedanke der Initiative von „Überflüssiges verteilen“ zu „Fehlendes ersetzen“ gewandelt habe. 220 Personen mit Berechtigungsbescheinigung kommen nach Angaben der Ehrenamtlerin zum Warenkorb, um Lebensmitteln abzuholen. „Am Anfang waren es 50“, so Lieselotte Harnischmacher. Sie machte darauf aufmerksam, dass die Initiative aufgrund von akutem Raum- und Platzmangel derzeit nur unter schwierigen Rahmenbedingungen tätig werden könne.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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