»Knöllchen« sorgte für Unmut

Siegerländer fühlte sich ungerecht behandelt: Keine Verwarnung für Auto mit OE-Nummer

win Olpe. Empört rief dieser Tage ein Mann aus Kreuztal bei der SZ an. Ihm sei in Olpe eine ungeheure Ungleichbehandlung widerfahren.

Der Mann berichtete, er sei Mitte Dezember durch Olpe gefahren. An der Martinstraße sei er rechts in die Ladebucht vor einer Bäckerei gefahren, um dort Brot zu kaufen. Nach zwei oder drei Minuten sei er zurückgekehrt und habe ein »Knöllchen«–hinter dem Scheibenwischer vorgefunden. »Die muss hinter einem Baum gestanden haben«, so der empörte Mann.

Das »Knöllchen«–an sich ist nicht einmal der Grund für die Aufregung des Siegerländers. »Vor mir parkte ein Opel ,Corsa’ mit Olper Kennzeichen, genau wie ich in der gleichen Zone, und der war schon da, als ich kam«, so der Mann gegenüber der SZ. Und das Erstaunliche: Das Auto mit dem OE-Kennzeichen blieb »knöllchen«-frei. Der Siegerländer vermutet nun, dass die Stadt Olpe beim Austeilen von »Knöllchen«–mit zweierlei Maß misst.

Die Beobachtung des Mannes wird von Zeugen bestätigt. Ein Polizeibeamter, der gerade auf Fußstreife unterwegs war, wurde Zeuge des Vorfalls. Er bestätigte gegenüber der SZ den Vorfall. Der Mann aus dem Siegerland hat zunächst eine schriftliche Eingabe an die Stadt gerichtet. Diese wurde per Formbrief beantwortet: »Ihre Äußerung konnte Sie nicht entlasten. Der Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit im Sinne der oben genannten Vorschrift ist erfüllt«, so das Schreiben der Stadt. Um kein Strafverfahren vom Zaun zu brechen, überwies der Siegerländer das Ordnungsgeld in Höhe von 15e – »zähneknirschend«, wie er betont.

Die SZ recherchierte im Ordnungsamt der Stadt Olpe. Amtsleiter Wilfried Hilden ging der Angelegenheit nach und kam zu einem Ergebnis. In der Tat sei der Wagen mit dem OE-Kennzeichen ohne kostenpflichtige Verwarnung davongekommen, obwohl er länger im Parkverbot gestanden habe als das Siegerländer Fahrzeug. Die »Politesse«–habe aber in dem Olper Wagen eine Beifahrerin angetroffen. Die Mitarbeiterinnen des Ordnungsamts seien gehalten, nicht gleich mit der »Keule«–Ordnungsgeld loszuschlagen, sondern nach Möglichkeit mündliche Verwarnungen auszusprechen. Dies sei in diesem Fall geschehen. In dem dahinter geparkten Wagen sei niemand gewesen, daher habe die Frau ein Ordnungsgeld verhängt und den entsprechenden Hinweiszettel hinter den Scheibenwischer geklemmt.

Hilden zeigt Verständnis für die Verärgerung des Besuchers aus dem Siegerland, hat aber keine Handlungsmöglichkeiten. Er hat eigens eine Erhebung gemacht: »Knöllchen«–an Menschen mit dem weit verbreiteten Namen Müller sind zu 97 Prozent der Fälle an Halter von Fahrzeugen mit OE-Kennzeichen gesandt worden – von Schonung also keine Spur.

Aber um derartige Ungleichbehandlungen zu vermeiden, werde jetzt intern darüber gesprochen, wie künftig damit umgegangen werden solle, wenn Insassen in verkehrswidrig parkenden Autos angetroffen würden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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