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Eltern von Grundschulkindern starten Initiative
Konfession darf nicht entscheiden

Vor zwei Jahren kam es an der überbuchten Rhoder Grundschule zum ersten Mal dazu, dass die Stadt einigen Eltern Ablehnungsbescheide schicken musste, weil keine Einigung über eine alternative Schule erzielt werden konnte.
  • Vor zwei Jahren kam es an der überbuchten Rhoder Grundschule zum ersten Mal dazu, dass die Stadt einigen Eltern Ablehnungsbescheide schicken musste, weil keine Einigung über eine alternative Schule erzielt werden konnte.
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win Olpe/Düsseldorf. „Nein zu religiöser Ausgrenzung bei Schulanfängern in Olpe“ ist der Name einer Initiative Olper Eltern, die erreichen wollen, dass die Benachteiligung nicht-katholischer Kinder bei der Aufnahme an den drei städtischen Bekenntnisgrundschulen ein Ende hat. Derzeit ist es im nordrhein-westfälischen Schulgesetz so geregelt, dass beim Anmelden neuer Kinder an einer Bekenntnisgrundschule die Konfession eines der wichtigsten Kriterien ist. So wird ein katholisches Kind einem evangelischen, muslimischen oder nicht getauften Kind vorgezogen, und das, obwohl es eine rein staatliche Schule, in Olpe in städtischer Trägerschaft, ist.

win Olpe/Düsseldorf. „Nein zu religiöser Ausgrenzung bei Schulanfängern in Olpe“ ist der Name einer Initiative Olper Eltern, die erreichen wollen, dass die Benachteiligung nicht-katholischer Kinder bei der Aufnahme an den drei städtischen Bekenntnisgrundschulen ein Ende hat. Derzeit ist es im nordrhein-westfälischen Schulgesetz so geregelt, dass beim Anmelden neuer Kinder an einer Bekenntnisgrundschule die Konfession eines der wichtigsten Kriterien ist. So wird ein katholisches Kind einem evangelischen, muslimischen oder nicht getauften Kind vorgezogen, und das, obwohl es eine rein staatliche Schule, in Olpe in städtischer Trägerschaft, ist.

876 Unterstützungs-Unterschriften

Das hatte jahrelang in Olpe zu keinem Problem geführt, so lange es Schulbezirke gab, denn in diesem Fall ist der Wohnort das allerwichtigste Kriterium. Doch seit die Landesregierung diese abgeschafft hat, kam es vor zwei Jahren an der überbuchten Rhoder Grundschule zum ersten Mal dazu, dass die Stadt einigen Eltern Ablehnungsbescheide schicken musste, weil keine Einigung über eine alternative Schule erzielt werden konnte. Daraus entstand die Initiative, die im Internet bereits 876 Unterstützungs-Unterschriften auf der Seite openpetition.de bekommen hat.In den kommunalpolitischen Gremien wurde das Thema bereits hitzig diskutiert (die SZ berichtete). Zwar erkannten Sprecher aller Fraktionen an, dass hier eine erhebliche Ungerechtigkeit vorliege, doch sind die Möglichkeiten, diese abzustellen, schwer. Würden wieder Schulbezirke festgelegt, was das Gesetz ausdrücklich vorsieht, würde eine Ungerechtigkeit durch eine andere ersetzt: Dann wären zum Beispiel Kinder aus Rhode an ihrer örtlichen Grundschule vorrangig an der Reihe, während Kinder aus Oberveischede eine andere als die ihnen nächstliegende Grundschule auswählen müssten. Die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule höbe zumindest auf, dass die Konfession eine Rolle spielt. Doch muss dies von den Eltern entschieden werden, die Kinder an der entsprechenden Schule angemeldet haben – Eltern also, die eigentlich kein Interesse an einer Änderung des Status quo haben. Daher hat die Initiative den Petitionsausschuss des Landtags angerufen, und das mit einem ersten Erfolg.

"Kinder verlieren ihr soziales Umfeld"

Am Montag sind Vertreter der Initiative in den Landtag eingeladen. Der Petitionsausschuss will sich ihre Argumente anhören, um eine Sitzung des Gremiums am Folgetag vorzubereiten. Betül Isiklar, die die Olper Initiative mit ins Leben gerufen hat, berichtete gegenüber der SZ, dass die Initiative ihr Ziel weiterverfolgen wolle. Bleibe es bei den Bekenntnisschulen, würden Nachbarskinder, die gemeinsam aufwüchsen und denselben Kindergarten besuchten, ab der Einschulung wegen ihrer Konfession getrennt. „Die Kinder verlieren so ihr soziales Umfeld und die Schulen verlieren immer mehr Vielfalt und spiegeln die Diversität der Gesellschaft nicht wider. Das hat zur Folge, dass die dringend notwendige und gewünschte Integration an vielen Stellen scheitert.“ Nur Nordrhein-Westfalen und Teile Niedersachsens hielten an diesen Strukturen fest. „Alle anderen Bundesländer haben sich bereits vor Jahrzehnten von den konfessionsgebundenen Schulen verabschiedet.“
Der Erörterungstermin im Landtag mache der Initiative Hoffnung. Die Problematik sei in Düsseldorf angekommen und werde von Olpe aus weiterhin begleitet.Acht Personen durfte die Initiative benennen, die mit zum Ausschuss sollen. Unter anderem werden dies Schulamtsleiter Ingo Sondermann, Erster Beigeordneter Thomas Bär und SPD-Fraktionschef Volker Reichel sein. Außerdem sind Vertreter der Bezirksregierung und des Landesintegrationsrats mit dabei.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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