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Konfessions-Streit angerissen

Tagen mit viel Distanz: In der Stadthalle fand die erste Sitzung unter „Corona-Bedingungen“ statt. Auch Bürgermeister Peter Weber (hinten r.) kam kurz vorbei, um sich einen Eindruck von den Tagungsbedingungen zu verschaffen. Foto: win
  • Tagen mit viel Distanz: In der Stadthalle fand die erste Sitzung unter „Corona-Bedingungen“ statt. Auch Bürgermeister Peter Weber (hinten r.) kam kurz vorbei, um sich einen Eindruck von den Tagungsbedingungen zu verschaffen. Foto: win
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win ■ Es war eine Sitzung wie noch keine. Hallenmeister Martin Telsnig hatte die Stadthalle sehr luftig bestuhlt – 2 Meter Mindestabstand von Sitzplatz zu Sitzplatz plus genug Platz, um zur Toilette oder dem Getränkekühlschrank zu gelangen: Das neue Coronavirus schlägt sich auch auf die Kommunalpolitik nieder. Noch nicht inhaltlich – die Tagesordnung des Ausschusses Bildung, Soziales und Sport, der gestern in der Olper Stadthalle zusammenkam, wies keine Besonderheiten auf. Aber die Begleitumstände waren in der Tat besonders.

Die Akustik ist noch verbesserungswürdig – die Zuhörer, die auf der Empore Platz genommen hatten, verstanden bei weitem nicht jedes Wort, doch ansonsten lief die Sitzung besser, als viele dies im Vorfeld befürchtet hatten.

win  Es war eine Sitzung wie noch keine. Hallenmeister Martin Telsnig hatte die Stadthalle sehr luftig bestuhlt – 2 Meter Mindestabstand von Sitzplatz zu Sitzplatz plus genug Platz, um zur Toilette oder dem Getränkekühlschrank zu gelangen: Das neue Coronavirus schlägt sich auch auf die Kommunalpolitik nieder. Noch nicht inhaltlich – die Tagesordnung des Ausschusses Bildung, Soziales und Sport, der gestern in der Olper Stadthalle zusammenkam, wies keine Besonderheiten auf. Aber die Begleitumstände waren in der Tat besonders.

Die Akustik ist noch verbesserungswürdig – die Zuhörer, die auf der Empore Platz genommen hatten, verstanden bei weitem nicht jedes Wort, doch ansonsten lief die Sitzung besser, als viele dies im Vorfeld befürchtet hatten.

Die Tagesordnungspunkte wurden rasch und ohne große Kontroversen abgehandelt, so unterschiedlich die Meinungen auch waren (siehe unten stehende Berichte). Ein Thema indes flammte auf, das gar nicht auf der Tagesordnung stand, aber im nächsten Sitzungsblock umfangreichen Raum einnehmen soll.

Ursache ist eine Online-Petition, die einige enttäuschte Eltern von künftigen „i-Männchen“ gestartet haben. Sie einen zwei Dinge: zum einen, dass sie nicht der katholischen Konfession angehören, zum anderen, dass sie eine Ablehnung von der Grundschule Rhode erhalten haben. Beides hängt zusammen, denn die Franz-Hitze-Grundschule Rhode ist (wie auch der Hauptstandort der Düringerschule und die Gallenbergschule) eine katholische Bekenntnisgrundschule.

Anders als bei der Hohensteinschule und dem Teilstandort Dahl der Düringerschule, bei denen es sich um Gemeinschafts-Grundschulen handelt, ist bei den Bekenntnisschulen die Zugehörigkeit zur entsprechenden Konfession eine der Kriterien, die bei der Annahme oder Ablehnung von Kindern eine Rolle spielen. Und da die Nachfrage nach Einschulungen in Rhode in diesem Jahr größer war als das Angebot, erhielten einige Eltern nicht-katholischer Kinder eben einen Ablehnungsbescheid und müssen ihre Kinder an einer anderen städtischen Grundschule anmelden – auch wenn sie zuvor den gleichfalls katholischen Kindergarten in Rhode besucht haben und so von ihren bisherigen Spielkameradinnen und -kameraden getrennt werden.

Lothar Epe (CDU) griff dieses Thema als Anfrage auf. Er machte deutlich, dass er ja jüngst aus Oberveischeder Sicht das Thema „Ablehnung an der Grundschule Rhode“ bereits aufgegriffen habe, dies aber nicht unter dem Gesichtspunkt „Gemeinschafts- oder Bekenntnisschule“ geschehen sei. Vielmehr sei es ihm um Raumangebot und Wohnortnähe gegangen. Dennoch zeige die Online-Petition der betroffenen Mütter, dass das Thema auf den Nägeln brenne und es in der Stadt ein Ungleichgewicht gebe, weil eben viel mehr Bekenntnis- als Gemeinschafts-Grundschulplätze zur Verfügung stünden. „Das Thema ist sehr viel komplizierter, als man denkt“, fasste Epe, bis zu seiner Pensionierung selbst Schulleiter und daher durchaus im Thema, selbst zusammen und fragte die Verwaltung, ob es möglich sei, im nächsten Sitzungsblock einmal ausführlich über die Unterschiede der Schulformen und das für eine Umwandlung nötige Verfahren zu informieren. Erster Beigeordneter Thomas Bär erklärte, die Verwaltung werde dies gern tun, er könne aber schon vorwegnehmen, dass eine Petition nicht der richtige Weg sei, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Unterdessen hat die UCW-Fraktion in einer Pressemitteilung das Thema ebenfalls aufgegriffen. Darin wägen die Unabhängigen die verschiedenen Wege ab, von der Umwandlung von Bekenntnisschulen bis zur Wiedereinführung von Schulbezirken, und kommen zu dem Fazit: „Es wird jedenfalls deutlich, dass die Problematik des Anmeldeverfahrens sehr komplex ist und auch bestehende Änderungsmöglichkeiten alles andere sind als optimale Lösungen. Letztlich läuft jede Möglichkeit, etwas zu ändern darauf hinaus, ein Problem zu lösen und dadurch ein anderes stattdessen in Kauf zu nehmen.“

Auch wenn eine Online-Petition keine Schulform ändern und keinem Kind einen wohnortnahen Schulplatz verschaffen kann, haben die Initiatoren eines schon erreicht: Das Thema dürfte in den nächsten Wochen und Monaten raumgreifend diskutiert werden.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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