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Als erster in NRW
Kreis Olpe bald zu 90 Prozent durchgeimpft

Das Impfen im Kreis Olpe läuft nach wie vor gut, aber Omikron ist auch hier absolut dominierend.
  • Das Impfen im Kreis Olpe läuft nach wie vor gut, aber Omikron ist auch hier absolut dominierend.
  • Foto: Pixabay (Symolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe/Attendorn. Werktäglich aktualisiert die Kreisverwaltung ihre Corona-Statistik. Dass nackte Zahlen nur selten alles Wichtige aussagen, ist regelmäßig festzustellen, wenn im zuständigen Fachausschuss des Kreistags Details auf den Tisch kommen. So auch am Mittwoch bei der Sitzung des neu formierten Ausschusses für Gesundheit und Soziales, der nach der Auflösung des Ausschusses für Umwelt und Kreisentwicklung erstmals wieder in alter Form zusammenkam.
Omikron-Welle überrollt den Kreis Olpe
Der Leiter des Fachdienstes Gesundheit, Frank Japes, verdeutlichte den Ausschussmitgliedern, die Omikron-Welle habe den Kreis regelrecht überrollt. Die derzeit immens hohe Inzidenz – der Kreis Olpe belegt derzeit Platz 1 in Nordrhein-Westfalen – sage nicht viel;

win Olpe/Attendorn. Werktäglich aktualisiert die Kreisverwaltung ihre Corona-Statistik. Dass nackte Zahlen nur selten alles Wichtige aussagen, ist regelmäßig festzustellen, wenn im zuständigen Fachausschuss des Kreistags Details auf den Tisch kommen. So auch am Mittwoch bei der Sitzung des neu formierten Ausschusses für Gesundheit und Soziales, der nach der Auflösung des Ausschusses für Umwelt und Kreisentwicklung erstmals wieder in alter Form zusammenkam.

Omikron-Welle überrollt den Kreis Olpe

Der Leiter des Fachdienstes Gesundheit, Frank Japes, verdeutlichte den Ausschussmitgliedern, die Omikron-Welle habe den Kreis regelrecht überrollt. Die derzeit immens hohe Inzidenz – der Kreis Olpe belegt derzeit Platz 1 in Nordrhein-Westfalen – sage nicht viel; der starke Anstieg liege darin begründet, dass die Kreisverwaltung in einem Kraftakt den Meldestau aufgearbeitet habe. Daher seien deutlich mehr Neuinfektionen an das Robert-Koch-Institut gemeldet worden als tatsächlich aufgetreten. „Wir hatten Priorität darauf gelegt, die Betroffenen zu informieren. Das war uns wichtiger als die Meldung an das RKI.“ Nun müsse eine knappe Woche gewartet werden, bis sich das zurück entwickle. Er ärgere sich immens: „Ich weiß, dass andere dasselbe Problem hatten, die haben es nur nicht kommuniziert.“

Omikron: Kreis Olpe rechnet mit personellen Problemen in der Pflege

Die Infektionslage in Pflegeeinrichtungen und -diensten werde sich deutlich verschlimmern, denn bislang seien nur positive PCR-Tests gezählt worden, nun würden auch positive Schnelltests registriert. „Wir werden die ersten personellen Probleme in der Pflege bekommen“, und dann müsse geprüft werden, ob in speziellen Fällen infizierte, aber nicht erkrankte Kräfte in Corona-Abteilungen arbeiten könnten. Der Kreis habe dafür den Titel „Arbeitsquarantäne“ kreiert. „Auch in Krankenhäusern gibt es betroffene Mitarbeiter, auch da ist damit zu rechnen, genau wie wir von Firmen hören, die ganze Abteilungen schließen müssen“.

Bei den am Donnerstag zwölf stationär behandelten Corona-Infizierten sei zu berücksichtigen, dass nur die Hälfte von ihnen wegen einer Covid-Erkrankung eingeliefert worden sei. „Die anderen sechs sind beispielsweise mit einem Beinbruch ins Krankenhaus gekommen und man hat dann erst bei einem Test festgestellt, dass sie auch eine Corona-Infektion haben“.

Fast 90 Prozent der Menschen im Kreis Olpe gegen Corona geimpft

Edgar Tiggemann (CDU) erkundigte sich, wie der Kreis mit Ungeimpften in der Pflege umzugehen gedenke. Fachbereichsleiter Michael Färber entgegnete, die Pflegeheime müssten ihre ungeimpften Kräfte an den Kreis melden, „und dann müssen wir entscheiden“. Derzeit laufe die Abstimmung zwischen den Kreisen und verschiedenen Ministerien, „damit die Gesundheitsämter wissen, wie ihr Ermessensspielraum auszufüllen ist. Wir hoffen auf entsprechende Erlasse, wie wir damit umzugehen haben“.
Unverhohlener Stolz war Fachbereichsleiter Andreas Sprenger bei seinem Bericht über das Impfgeschehen anzumerken: Vollständig geimpft, also mit zwei Dosen, seien inzwischen 89,1 Prozent der gesamten Bevölkerung des Kreises Olpe; „als erster Kreis in NRW werden wir die 90 Prozent erreichen“. Bei der Betrachtung des Bevölkerungsteils, der überhaupt für eine Impfung infrage kommt, also allen Bürgerinnen und Bürgern ab fünf Jahren, seien es sogar schon 93,4 Prozent. Die Verstärkungsimpfung („Booster“) hätten 85.973 Menschen, was 64,5 Prozent der Gesamtbevölkerung und 72,4 Prozent aller vollständig Geimpften entspreche. Dieser Erfolg basiere auf zwei Säulen: „Das ist die Ärzteschaft, die 80 Prozent der Impfzahlen übernimmt, der Rest ist das Impfzentrum.“

Kreis Olpe beobachtet abnehmende Bereitschaft beim Boostern

Hier werde weiterhin abgestimmt vorgegangen. „Wir impfen dort, wenn die Praxen zu haben.“ Auch bei Kinderimpfungen habe der Kreis Olpe eine höhere Quote als das Land. Allerdings sei zurzeit eine abnehmende Impfbereitschaft beim Boostern zu beobachten, „das ist in ganz NRW festzustellen“. So richtig verstehen tue dies keiner, „wir dachten, wer voll geimpft ist, der kommt auch zum Boostern“. Doch viele warteten wohl auf den speziellen Omikron-Impfstoff, der aber erst ab Mai zur Verfügung stehen solle.

Die sieben wichtigsten Antworten zur vierten Dosis

Einige dürften vermutlich auch auf den neuen Novavax-Impfstoff warten, den ersten Proteinimpfstoff gegen das Coronavirus. Dieser werde ab der neunten Kalenderwoche auf die Verteilschiene vom Bund zu den Ländern gehen und dann vermutlich auch kurzfristig in den Impfzentren zur Verfügung stehen.
Der Bund habe bereits zugesagt, eine entsprechende Landtagsvorlage sei im Werden, dass für die Impfzentrenten die Kofinanzierung des Landes bis zum 31. Dezember zugesagt wird.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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