SZ

Ausschuss stimmt mit Bedenken zu
Kreis übernimmt 6 Millionen Euro für Pensionskasse

Inzwischen gilt es wieder als lukrativ, Geld sprichwörtlich auf die hohe Kante zu legen. Die Pensionskasse der Caritas stolperte über die wegbrechenden Zinsen, der Kreis Olpe greift dafür tief in die Tasche und übernimmt fast 6 Millionen Euro.
  • Inzwischen gilt es wieder als lukrativ, Geld sprichwörtlich auf die hohe Kante zu legen. Die Pensionskasse der Caritas stolperte über die wegbrechenden Zinsen, der Kreis Olpe greift dafür tief in die Tasche und übernimmt fast 6 Millionen Euro.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

win Olpe. Viele Fragen gab es am Dienstag im Jugendhilfeausschuss, als über die Ausfälle der Pensionskasse der Caritas gesprochen wurde. Wie berichtet, sind davon 23 der 30 Elternvereine im Kreis Olpe betroffen, die als Kindergartenträger aktiv sind. Die von der Pleite bedrohte Kasse hatte als Sanierungsschritt ihre Auszahlungen an die Versicherten reduzieren müssen. Weil aber nicht die Pensionskasse, sondern die Elternvereine ihren Beschäftigten gegenüber zahlungspflichtig sind, hatte die Kreisverwaltung empfohlen, dass der Kreis einspringe und diese Kosten übernehme, um die ehrenamtlich geführten Elternvereine nicht zu überlasten.

win Olpe. Viele Fragen gab es am Dienstag im Jugendhilfeausschuss, als über die Ausfälle der Pensionskasse der Caritas gesprochen wurde. Wie berichtet, sind davon 23 der 30 Elternvereine im Kreis Olpe betroffen, die als Kindergartenträger aktiv sind. Die von der Pleite bedrohte Kasse hatte als Sanierungsschritt ihre Auszahlungen an die Versicherten reduzieren müssen. Weil aber nicht die Pensionskasse, sondern die Elternvereine ihren Beschäftigten gegenüber zahlungspflichtig sind, hatte die Kreisverwaltung empfohlen, dass der Kreis einspringe und diese Kosten übernehme, um die ehrenamtlich geführten Elternvereine nicht zu überlasten.

Fachdienstleiter Michael Färber führte Näheres zu der Krise der Kasse aus, die keine neuen Verträge mehr abschließen darf, sondern liquidiert wird und nur noch bestehende Verträge auszahlt. „Würden die Träger das selbst bezahlen, würde das auf den Personalschlüssel durchschlagen. Das wollen wir nicht, daher ist ein Eintreten des öffentlichen Jugendhilfeträgers nötig“, so Färber.

Jährlicher Betrag überschaubar

Zwar gehe es in der Tat um eine beträchtliche Summe – der Kreis hat Gesamtkosten von fast 6 Millionen Euro errechnet –, doch strecke sich die Zahlung über einen „sehr, sehr langen Zeitraum, wir reden über 68 Jahre“. Im Schnitt gehe es um 68 000 Euro im Jahr, das sei ein Bruchteil der jährlichen Kosten des Kreisjugendamts. „Die Summe an sich ist hoch, aber durch den langen Zeitraum überschaubar. Für uns ist es wichtig, zu zeigen: Wir lassen die Träger nicht allein.“

Susanne Große (UWG) fragte, welche freien Träger durch Übernahme von Elternvereinen mit im Boot säßen. Laut Fachdienstleiter Klaus Kinkel sind dies das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD), die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) und das DRK. Färber machte deutlich: „Wir zahlen nichts an diese Pensionskasse, wir übernehmen nur, was die Arbeitnehmer weniger bekommen.“ Fred Hansen (Grüne) zeigte sich „verwundert, dass es ausgerechnet diese Kasse betrifft, die immer betont hat, welch starker Gewährsträger im Hintergrund steht. Vor allem, wenn es die öffentliche Hand wieder tragen muss“.

Drohen ähnliche Fälle?

Hansen fragte, wie andere Kreise mit dieser Situation umgingen. Laut Michael Färber ist der Kreis Olpe deutlich stärker betroffen als andere, weil nirgendwo anders vergleichbar viele Elternvereine existierten. Im gesamten Hochsauerlandkreis gebe es „ein oder zwei“. Daher werde das Problem auf höherer Ebene nicht thematisiert. Sabine Krippendorf (CDU) warb für Zustimmung zum Plan der Kreisverwaltung: „Würden die Elternvereine kaputtgehen, würde es für uns wesentlich teurer und schwieriger.“

Stefan Kämpfer, Vertreter des Kreisjugendrings, erklärte: „Ich bin schon dafür, das zu unterstützen. Aber schaffen wir hier nicht einen Präzedenzfall? Wenn es eine weitere Pensionskasse betrifft, sitzen wir dann wieder hier?“ Färbers Antwort: „Ganz einfach – wenn wir den Elternvereinen nicht zur Seite stehen, dann haben wir die alle als kommunale Kindergärten zu tragen.“ Hansen warnte: „Es gibt keine Pensionskasse, die keine Probleme hat. Wir haben sehr viele Beschäftigte, die systemrelevant sind, die über entsprechende Zusatzversorgungen verfügen. Ich bin überzeugt, es ist ein Präzedenzfall. Wir werden die Diskussion haben, ob wir beim Versagen von anderer Pensionskassen auch einsteigen müssen. Das macht eine Problematik deutlich.“

Ausdiskutiert wurde dieses Thema nicht. Am Ende folgte die einhellige Zustimmung, die allerdings von Kreisausschuss und Kreistag noch bestätigt werden muss. Ausschussvorsitzender Holger Mester (CDU): „Das ist ein wichtiges und gutes Zeichen an die Träger, dass wir sie nicht im Stich lassen.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen