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Versorgung gesichert
Kreiswerke Olpe stellen Notfallplan für Stromausfall auf

Mit Wasserkraft und Notstromaggregaten wäre nahezu das gesamte Versorgungsgebiet im Kreis Olpe gesichert, sollte einmal der Strom ausfallen.
  • Mit Wasserkraft und Notstromaggregaten wäre nahezu das gesamte Versorgungsgebiet im Kreis Olpe gesichert, sollte einmal der Strom ausfallen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe. Viele haben es bei Orkan „Kyrill“ erstmals erlebt, dass die Stromversorgung für längere Zeit zusammenbrach. Umstürzende Bäume hatten Freileitungen mit sich gerissen, ganze Dörfer waren für Stunden, Einzelgehöfte manchmal tagelang ohne Strom. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sorgten mit Notstromaggregaten dafür, dass beispielsweise Milchbauern ihre Melkmaschinen stundenweise in Betrieb nehmen konnten.
Auf dem Land sind die Menschen besser auf solche Fälle eingestellt als in der Stadt: So verfügen viele über holzbetriebene Öfen, die zumindest notdürftig die Heizung ersetzen und auch ein paar Liter Wasser erhitzen können, um sich auch im Winter ohne Kälteschock waschen zu können.

win Olpe. Viele haben es bei Orkan „Kyrill“ erstmals erlebt, dass die Stromversorgung für längere Zeit zusammenbrach. Umstürzende Bäume hatten Freileitungen mit sich gerissen, ganze Dörfer waren für Stunden, Einzelgehöfte manchmal tagelang ohne Strom. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sorgten mit Notstromaggregaten dafür, dass beispielsweise Milchbauern ihre Melkmaschinen stundenweise in Betrieb nehmen konnten.
Auf dem Land sind die Menschen besser auf solche Fälle eingestellt als in der Stadt: So verfügen viele über holzbetriebene Öfen, die zumindest notdürftig die Heizung ersetzen und auch ein paar Liter Wasser erhitzen können, um sich auch im Winter ohne Kälteschock waschen zu können. Mancher verfügt gar selbst über ein Notstromaggregat, das im Bedarfsfall für Licht, Wärme und die genau so wichtige Kühlung sorgt. Was aber, wenn der Stromausfall länger dauert? Wenn die Aggregate der Hilfsorganisationen nicht ausreichen, weil flächendeckend Hilfe benötigt wird?

Ohne Strom fließt im Kreis Olpe auch kein Wasser

Viele denken gar nicht daran, dass in einem solchen Fall auch die Wasserversorgung betroffen wäre. Doch ohne Elektrizität würden Pumpen stillstehen, und ohne Pumpen kommt das Wasser nicht auf die vielen bebauten Berge der Region. Beruhigend zu wissen: Angesichts einer steigenden Zahl von Kalamitäten haben die Kreiswerke Olpe, die für die Wasserversorgung in großen Teilen des Kreises Olpe verantwortlich sind, einen Notfallplan aufgestellt, um abzusichern, wie im Fall eines längeren Stromausfalls zumindest das lebenswichtige Nass in die Häuser kommt. Morgen wird das Konzept im Werksausschuss den Mitgliedern des Gremiums vorgestellt.
Ein Satz in der Informationsvorlage fasst das Entscheidende zusammen: „Die für diesen Fall vorzuhaltenden Anlagen zur Trinkwasserversorgung sind bei ausreichender, unabhängig vom öffentlichen Netz sichergestellter Stromversorgung vollständig betriebsbereit.“ Und diese unabhängige Stromversorgung ist sichergestellt, zumindest, so lange genug Diesel bereitsteht, um die Motoren der Aggregate am Laufen zu halten.

Dreifach gegliederter Notfallplan

Einerseits bekommen die Kreiswerke Strom vom Lister-Lenne-Kraftwerk, das aus dem angestauten Wasser von Lister- und Biggesee Elektrizität erzeugt. Weiterhin würden zwei feste Aggregate am Pumpwerk und Hochbehälter Imberg in Olpe und Heimicke benötigt. Ein mobiles Aggregat des Technischen Hilfswerks (THW) würde weitere Pumpwerke im Kreisgebiet versorgen. Die Einspeisung in alle sonstigen Hochbehälter und Abgabestellen erfolgt via simpler Physik: Die geodätische Höhe in Verbindung mit dem Prinzip der kommunizierenden Röhren sorgt dafür, dass das kostbare Nass sie erreicht.
Der Notfallplan ist dreifach gegliedert. Einerseits in den Stromausfall „Großereignis West“, das Gegenstück „Großereignis Ost“ sowie „Großereignis Kreisgebiet“. Sie setzen ein, wenn ein Stromausfall länger als einen Tag andauern sollte.
In allen drei Szenarien wäre das gesamte Versorgungsgebiet der Kreiswerke mit Wasser versorgt – mit zwei Ausnahmen: der Aussichtsturm auf der Hohen Bracht und die Burg Schnellenberg. Letztere hingegen verfügt über eine Eigenversorgung, die nur selten Wasser von den Kreiswerken braucht. Die Hohe Bracht hingegen wäre, weil kein Gegenspeicher vorhanden ist, als einziger Siedlungsort ohne Wasser.

Wasserwerk Repetal wird aus Quellen versorgt

Fiele der Strom kreisweit auf, würde umgehend das Lister- und Biggekraftwerk aktiviert, um die Pumpen im Listersee und das Wasserwerk auf dem Erbscheidberg, der zentralen Aufbereitungsanlage der Kreiswerke, in Volllastbetrieb zu nehmen. Ein Aggregat von Bigge-Energie würde zum Hochbehälter Imberg gefahren, ein weiteres zum Pumpwerk Heimicke.
Das Wasserwerk Repetal wird aus Quellen versorgt. Es versorgt dank freiem Gefälle stromlos das ganze Repetal. Das THW würde ein Aggregat zum Pumpwerk Steppel bringen, dieses würde dann nach Bedarf zu den Pumpwerken Neuenkleusheim, Oberelspe, Kockmecke, Schreibershof, Drolshagen und Rappelsberg gebracht. Diese würden zwischen einmal pro Woche und zweimal pro Tag in Betrieb genommen, um die angeschlossenen Hochbehälter zu füllen und somit die Wasserversorgung auch dann sicherzustellen, wenn der Kreis mangels Strom im Dunkeln läge.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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