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Beeindruckender Bau
Krippe in der Kapelle St. Johannes wächst seit Jahrzehnten

Seit zehn Jahren arbeiten die „Krippeler“ Michael Arens, Eberhard Grammel, Ignaz Thiemann, Bruno Breidebach und Martin Butzkamm (v. l.) Hand in Hand beim Aufbau der riesigen Krippe in Thieringhausen.
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  • Seit zehn Jahren arbeiten die „Krippeler“ Michael Arens, Eberhard Grammel, Ignaz Thiemann, Bruno Breidebach und Martin Butzkamm (v. l.) Hand in Hand beim Aufbau der riesigen Krippe in Thieringhausen.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

yve Thieringhausen. Sie ist der Mittelpunkt des Olper Örtchens Thieringhausen, die Kapelle St. Johannes vor der Lateinischen Pforte. Nicht nur der barocke Hochaltar im Inneren und im Zentrum der Patron des kleinen Gotteshauses als größte Figur sind bemerkenswerte Elemente, auch seit vielen, vielen Jahren die Krippenlandschaft. Fast 100 Stunden brauchen die Verantwortlichen, bis das letzte Schaf positioniert ist. In diesem Jahr fanden die Arbeiten auf Abstand und mit Maske unter besonderen Bedingungen statt. Seit etwa einem Jahrzehnt geben Martin Butzkamm, Eberhard Grammel, Ignaz Thiemann, Bruno Breidebach und Michael Arens in der Vorweihnachtszeit in der Kapelle den Ton an, legen Moos aus, errichten Höhlen und Grotten, stellen Brücken, Zäune, den Brunnen oder das Hirtenfeuer auf.

yve Thieringhausen. Sie ist der Mittelpunkt des Olper Örtchens Thieringhausen, die Kapelle St. Johannes vor der Lateinischen Pforte. Nicht nur der barocke Hochaltar im Inneren und im Zentrum der Patron des kleinen Gotteshauses als größte Figur sind bemerkenswerte Elemente, auch seit vielen, vielen Jahren die Krippenlandschaft. Fast 100 Stunden brauchen die Verantwortlichen, bis das letzte Schaf positioniert ist. In diesem Jahr fanden die Arbeiten auf Abstand und mit Maske unter besonderen Bedingungen statt. Seit etwa einem Jahrzehnt geben Martin Butzkamm, Eberhard Grammel, Ignaz Thiemann, Bruno Breidebach und Michael Arens in der Vorweihnachtszeit in der Kapelle den Ton an, legen Moos aus, errichten Höhlen und Grotten, stellen Brücken, Zäune, den Brunnen oder das Hirtenfeuer auf.
„Früher war die Krippe viel, viel kleiner“, erzählt Bruno Breidebach. Damals sei sie noch von den jeweiligen Küstern aufgebaut worden. 1975 stelle ein entscheidendes Jahr dar. Der alte, damals baufällige Stall habe ersetzt werden müssen. „1980 wurden dann einige neue Figuren angeschafft.“ Irgendwann stimmten die Größenverhältnisse nicht mehr, es war an der Zeit, die Krippe nicht nur umzugestalten, sondern auch zu vergrößern.

Komplette Veränderung der Krippe Thieringhausen vor 20 Jahren

Zuvor war Martin Butzkamm, einer der bekanntesten Krippenbauern der Region, gefragt worden, ob er eine Brücke für die Krippe bauen könne. „Das hat mich nicht mehr losgelassen“, erinnert sich der 64-Jährige. Letztlich habe der Vorstand der Kapellengemeinde Thieringhausen seinen Vorschlag dankend angenommen, eine komplette Veränderung vorzunehmen. „Das ist etwa 20 Jahre her“, so Butzkamm. Zunächst im Zweier-Team mit Bruno Breidebach gestaltete er Jahr für Jahr die Landschaft, die Jahr für Jahr um neue Gebilde wuchs.
„Der Aufwand wurde immer größer“, blickt Breidebach zurück, der zu dem Gotteshaus in Thieringhausen eine besondere Beziehung hat. In den 1970er-Jahren war seine Mutter Emmi dort Küsterin und baute die Krippe auf. „Ich habe ihr immer sehr gerne dabei geholfen.“ Unter einer Figur sei ihm dann das Gardena-Art-Siegel aufgefallen, das eine Produktion zu 100 Prozent in Grödner Werkstätten garantiert. „Im Urlaub in St. Ulrich entdeckte ich das Zeichen an einem Geschäft und habe mir Unterlagen mitgenommen. So konnten wir nach und nach passende Figuren bestellen.“ Der Bestand sei mittlerweile auf 61 gewachsen.

Insgesamt 61 Figuren haben ihren Platz in der Krippenlandschaft.

Und aus dem Zweier-Team wurde vor etwa zehn Jahren ein Quintett.
„Seither arbeiten wir Hand in Hand“, so Butzkamm und nennt seine Krippenbaufreunde die „Krippeler“ – so wie im alpenländischen Raum zu sagen gepflegt werde. Die Gruppe hat jedenfalls wieder ganze Arbeit geleistet, jede Figur hat ihren Platz auf der beeindruckenden Landschaft gefunden, nur die heilige Familie noch nicht, die bezieht erst am Heiligen Abend den Stall. Ab heute kann die Krippe in der Kapelle in Thieringhausen bewundert werden, die laut Butzkamm so naturgetreu wie eben möglich aussieht. Sie ändere sich stets. „Das liegt auch an dem Material, das zur Verfügung steht.“ Nur drei Wurzeln mit Beleuchtungsfunktion hätten ihren festen Platz.

Erst nach Einwurf einer Münze wird es hell

„In der Landschaft ist Leben“, betont Breidebach. Wasser laufe über verschiedene Gebirgsebenen und über ein voll funktionsfähiges Wasserrad. Butzkamm: „Markante Punkte werden in Licht getaucht.“ Die Grotte, die Werkstatt, der Stall, der Weg dorthin und der Tannenwald – „so, als würden Sterne hinter ihm strahlen“. Das alles, so Breidebach, funktioniere aber nur, wenn eine Münze eingeworfen werde.

Sobald eine Münze eingeworfen wird, erwacht die Krippe zum Leben. Erst spielt Musik, dann läuft das Wasser, und die Beleuchtungen schalten sich ein.
  • Sobald eine Münze eingeworfen wird, erwacht die Krippe zum Leben. Erst spielt Musik, dann läuft das Wasser, und die Beleuchtungen schalten sich ein.
  • Foto: yve
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Erst erklinge die Musik, dann gerate der Bachlauf im Hochgebirge in Bewegung. „Das Hirtenfeuer leuchtet zuerst. Wir halten uns an die Weihnachtsgeschichte, in der die Engel die Botschaft von der Geburt des Heilands zuerst den Hirten bringen.“ Nach viereinhalb Minuten wird es wieder still in der Kapelle, und die Beleuchtung schaltet sich aus.
Auf diesem Wege werde die Krippe mehrere Hundert Male zum Leben erweckt, so Butzkamm. „Das sehen wir an der Anzahl der eingeworfenen Münzen.“ Das Geld werde regelmäßig entnommen und für Neuanschaffungen und den Erhalt der mit technischen Finessen ausgestatteten Anlage verwendet. Die ehemalige KAB Thieringhausen habe mit einer Spende in Höhe von 1000 Euro auch dazu beigetragen, dass die Anzahl der handgeschnitzten Figuren auf 61 anwachsen konnte.

Besucher nicht nur aus dem Kreis Olpe

Die Landschaft gewinne mehr und mehr an Bekanntheit. „Menschen sind schon mit Bussen hierher gekommen.“ Das wird im Jahr der Pandemie nicht der Fall sein, doch täglich von 10 bis 18 Uhr ist die Kapelle geöffnet, um Familien die Möglichkeit zur Besinnung zu geben. Auch viele Wanderer kehrten ein in das beschauliche Gotteshaus. „Andere kommen mit dem Auto, an den Nummernschildern sehen wir, dass die Menschen nicht nur aus dem Kreisgebiet kommen.“
Prinzipiell vertrauen die „Krippeler“ darauf, dass weder Geld aus dem Münzeinwurf, noch mühsam zusammengetragene Bestandteile aus der Krippe entnommen werden. Beides sei schon einmal geschehen, sodass eine Alarmanlage installiert worden sei. Denn auch in Zukunft soll sich an der mit großer Leidenschaft gebauten Landschaft erfreut werden, die sich stets wandelt, „da immer jemand neue Ideen hat“, so Butzkamm. „Die setzen wir auch um. Jeder von uns weiß, wo seine Talente liegen.“ Es kommt eben auf die Mischung an, dann gehen Konzepte auf – Jahr für Jahr!

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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