UWG scheitert mit altem Antrag
"Kümmerer" soll Ärzte anwerben

Zahlreiche Hausärztinnen und -ärzte im Kreis Olpe wie der gesamten Region werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand treten. Landrat Melcher will schon bald einen Plan umsetzen, um Nachfolgerinnen und Nachfolger anwerben zu können.
  • Zahlreiche Hausärztinnen und -ärzte im Kreis Olpe wie der gesamten Region werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand treten. Landrat Melcher will schon bald einen Plan umsetzen, um Nachfolgerinnen und Nachfolger anwerben zu können.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

win Olpe. Mit großer Mehrheit auf Ablehnung gestoßen und doch in der Sache entscheidend weiter: Diese Situation erlebte am Mittwoch die UWG-Fraktion im Ausschuss für Umwelt und Kreisentwicklung. Die Unabhängigen hatten einen neun Jahre alten und bereits abgelehnten Antrag erneut eingebracht.

Darin wird gefordert, nach dem Vorbild der Landkreise Elbe-Elster und Hochsauerlandkreis ein Stipendium aufzulegen. 500 Euro sollen Medizinstudentinnen und -studenten vom Kreis Olpe monatlich erhalten, wenn sie sich im Gegenzug verpflichten, sich später für eine gewisse Zeit im Kreis Olpe niederzulassen. Auf diese Weise soll dem drohenden Mangel an hausärztlichen Fachleuten begegnet werden.

Kreis Soest mit Erfolg praktiziert

Am Ende der Debatte ergriff Landrat Theo Melcher das Wort und kündigte an, dem Antrag der UWG bereits etwas entgegensetzen zu können. Anders als die SPD in der Diskussion gefordert hatte, sprach sich Melcher dagegen aus, einen Vertreter des Hochsauerlandkreises in den Ausschuss einzuladen, um über das dort praktizierte Stipendiums-Modell zu referieren: Es sei doch klar, dass dies dann als Erfolgsmodell dargestellt würde. Niemand widerspreche der Tatsache, dass ein solches Modell einige Medizinstudentinnen und -studenten anlocke, „aber keiner weiß, ob die tatsächlich kommen werden, wenn sie fertig sind. Es muss darum gehen, Ärzte herzuholen.“ Es müsse um das gehen, was Fred Hansen (Grüne) zuvor ausgesprochen habe: fertige Ärztinnen und Ärzte zu gewinnen, die gewillt seien, Hausarztpraxen im Kreis zu übernehmen oder zu eröffnen. Der Kreis Soest habe das mit Erfolg praktiziert, was Hansen zuvor gefordert hatte: „eine Willkommensstruktur geschaffen und einen Kümmerer eingestellt, der sich mit dem Thema befasst“. Melcher: „Wäre der UWG-Antrag nicht heute auf der Tagesordnung gewesen, hätte ich Ihnen in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden und dem Ärzteverein ohnehin in einer der nächsten Sitzungen vorgeschlagen, mit einer Änderung des Stellenplans etwas zu schaffen, um Ärzte herzuholen.“

Gemeinsam mit den Bürgermeistern der sieben Kommunen sei er dabei, dies auf den Weg bringen, „denn eins muss klar sein: Wenn Ärzte fehlen, ist es erst einmal das Problem einer Stadt oder Gemeinde, nicht des Kreises. Das Problem anzugehen, macht aber auf gemeindlicher Ebene wenig Sinn. Ein Arzt kann sehr wohl in Kommune A wohnen und in Kommune B arbeiten.“ Es müsse eine Willkommenskultur geschaffen werden, die sich auf Ebene der Kommunen wiederfinde, sogar mit der ganzen Region Südwestfalen. „Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, im Juni mit dem Ärzteverein und der Kassenärztlichen Vereinigung genau auf diesen Trip zu kommen.“ Der Antrag der UWG wurde, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, bei vier Pro-Stimmen abgelehnt.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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