Kündigungen auch im Kreis Olpe

Apotheken sehen sich zum Arbeitsplatzabbau gezwungen / Bereits acht Fälle registriert

sz Olpe. »Zahlreiche Apotheken im Kreis Olpe sehen sich aufgrund der Auswirkungen des Beitragssatzsicherungsgesetzes für das Gesundheitswesen bereits kurzfristig zum Abbau von Arbeitsplätzen gezwungen.« Dies ist das Ergebnis einer Eilumfrage der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, an der sich bisher ein Viertel der 2256 Apotheken im Kammerbezirk beteiligt hat. »Für den Kreis Olpe wurden im Rahmen dieser Befragung bereits acht Kündigungen registriert«, informierte gestern Apotheker Ulf Ullenboom, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Olpe.

Der Olper Apotheker weiter: »Rechnet man diese Zahlen auf alle Apotheken hoch, ergeben sich bereits etwa 30 betroffene Arbeitsverhältnisse.« In ganz Westfalen-Lippe, so die Erhebung, würden 363 von 571 Apotheken (= 64 Prozent) bis zum 31. März mit personellen Maßnahmen auf das Sparpaket reagieren. Durch betriebsbedingte Kündigungen, den Verzicht von Übernahmen nach der Ausbildung und das Auslaufen von Zeitverträgen würden allein in diesen Apotheken 641 Arbeitsverhältnisse beendet, so ver Verband.

Zu mehr als 90 Prozent seien Frauen von diesen Maßnahmen betroffen. 208 Apotheken (36 Prozent) wollen der Umfrage zufolge auf Entlassungen verzichten bzw. zunächst einmal das erste Quartal dieses Jahres abwarten. Das auch als »Vorschaltgesetz« bekannte Sparpaket von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt legt den Apotheken nach eigenen Angaben seit Januar über 75 Prozent der Einsparungen im Bereich der Arzneimittelversorgung auf, obwohl sie nur zu 18,5 Prozent an den Kosten des Vertriebsweges Apotheke beteiligt sind. »Faktisch wird dadurch der Ertrag einer Apotheke mehr als halbiert«, so Apotheker Ulf Ullenboom. »Von ,Nullrunden’ kann unser Berufsstand nur träumen.« Die Umfrage belege mit sehr alarmierenden Zahlen, wie schwer die Apotheken durch diese übermäßigen Belastungen getroffen würden. In den westfälisch-lippischen Apotheken seien in den vergangenen zehn Jahren über 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

Apotheker Ulf Ullenboom kritisiert, dass die Entwicklung nicht nur aus ökonomischer, sondern vor allem auch aus heilberuflicher Sicht fatal sei: »Mit dem ständig zunehmenden Anteil innovativer und besonders erklärungsbedürftiger Arzneimittel wächst der Umfang der Beratungsleistungen in der Apotheke –– und damit auch der Personalbedarf.« Wenn den Apotheken jetzt aber die wirtschaftliche Grundlage entzogen würde, bedrohe dies die vom Kunden gewünschte pharmazeutische Qualität.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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