Kunststoffrohre sparen Geld

Zahlreiche Kanäle werden erneuert / Sanierung ohne Bagger

win Olpe. Viel Geld wird in Olpe in diesem Jahr wieder für die Kanalunterhaltung investiert. Die Mitglieder des Werksausschusses Abwasserbetrieb tagten am Dienstag und hatten fast ausschließlich Kanalsanierungsangelegenheiten auf der Tagesordnung. Umfangreiche Baumaßnahmen stehen zum Beispiel in der Tannenbergstraße, der Straße An den Eichen, der Goethestraße und der Eichendorffstraße an. Hier müssen die vorhandenen Mischwasserkanäle, durch die sowohl die stark verschmutzten Hausabwässer als auch die Niederschlagswässer abtransportiert werden, durch neue Rohre ersetzt werden. Tiefbauamtsleiter Josef Zeppenfeld, Technischer Werkleiter des Eigenbetriebs Abwasser, erläuterte, warum die Sanierungen nötig seien. Eine Befahrung der vorhandenen Kanäle mit einer speziellen Videokamera habe ergeben, dass die Rohre zum Teil eingebrochen, zum Teil gerissen und allesamt ausgespült seien. Sanierungen seien in diesen Fällen nicht sinnvoll.

Anders sieht dies in der Kardinal-von-Galen-Straße aus. Hier soll auf einer Länge von über 200 Metern ein so genannter »Inliner«–eingezogen werden. Der vorhandene Mischwasserkanal sei durch Innenkorrosion sowie Scherben- und Rissbildung beschädigt, die aber nicht so dramatisch wie in den anderen Fällen seien. Daher könne hier saniert werden. Bei dem Inliner-Verfahren wird ein flexibler Schlauch aus kunstharzgetränktem Glasfasergewebe in das defekte Rohr eingezogen bzw. eingekrempelt. Dieser Schlauch wird je nach Verfahren mit Wasser- oder Luftdruck prall aufgepumpt, so dass sich das Gewebe eng an das vorhandene Rohr schmiegt. Das Kunstharz wird dann entweder durch Wärme oder Licht gehärtet. Das so entstandene Rohr erfüllt alle Anforderungen und ist genau so stabil wie ein in offener Bauweise erstellter Kanal. Ein ferngesteuerter Fräser wird anschließend durch das ausgehärtete Rohr geschickt, öffnet die Hausanschlüsse und dichtet sie durch so genannte Hutprofile ab.

Durch dieses Verfahren muss die Straße nicht aufgerissen werden. Die Kosten sind deutlich geringer als ein Austausch der Rohre in offener Bauweise. Laut Zeppenfeld hat die Stadt vor mehr als 15 Jahren erstmalig einen Kanal in einer vergleichbaren Weise saniert und bis heute beste Erfahrungen damit gesammelt.

So problemlos dieses Verfahren aus technischer Seite abzuwickeln ist, so kompliziert könnte aber die abrechnungstechnische Komponente werden. Paul Henkel von der Stadtverwaltung erklärte, es sei noch nicht klar, ob es sich bei dem Inliner-Verfahren um eine Sanierung oder einen Kanalneubau handele. Davon ist aber abhängig, ob die Anlieger gemäß dem Kommunalabgabengesetz (KAG) an einer solchen Maßnahme beteiligt werden müssen oder nicht. Dies soll nach Möglichkeit bis zur entsprechenden Anliegerversammlung klargestellt werden.

Erstmalig in Olpe wird in der Eichendorffstraße vom bisher üblichen Kanalbaumaterial abgewichen. Statt der sonst überall verwendeten Steinzeug-Rohre sollen hier Leitungen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) vergraben werden. Zeppenfeld berichtete, entsprechende Ausschreibungen hätten ergeben, dass statt 158600e bei Verwendung von GFK nur 147500e nötig sind. Die Garantien seien gleich, die bundesweit führende Hamburger Entsorgungswirtschaft setze seit Jahren GFK-Rohre ein. Einstimmig sprachen sich die Werksausschussmitglieder unter Vorsitz von Udo Horn (CDU) dafür aus, hier und auch beim Kanalbau in Griesemert, Waukemicke und Unterneger die Kunststoffrohre zu verwenden.

Für die Kanalerneuerung in der Tannenbergstraße wird mit 80000e gerechnet, die Maßnahme An den Eichen soll 75000e kosten, in der Goethestraße werden 55000e verbaut, die Sanierung in der Kardinal-von-Galen-Straße soll 45000e kosten. Alle Sanierungsmaßnahmen sollen bis Juli abgeschlossen sein. Die Anlieger werden in Kürze im Rahmen von Versammlungen detailliert über die Pläne informiert. Dabei stellt die Stadtverwaltung auch vor, in welchem Zustand sich die erstmals gleich mitkontrollierten Hausanschlüsse befinden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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