Vor 25 Jahren bewegten viele Themen den Kreis Olpe - ein Rückblick
Kurt Biedenkopf als Überraschungsgast

Vor 25 Jahren fand niemand etwas daran auszusetzen, dass Überraschungsgast Kurt Biedenkopf beim 80. Geburtstag von Elsbeth Rickers (l.) seine Pfeife glühen ließ – heute unvorstellbar.
  • Vor 25 Jahren fand niemand etwas daran auszusetzen, dass Überraschungsgast Kurt Biedenkopf beim 80. Geburtstag von Elsbeth Rickers (l.) seine Pfeife glühen ließ – heute unvorstellbar.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

win Olpe/Wenden. Vor einem Vierteljahrhundert drehte sich das Geschehen im Kreis Olpe um eine Vielzahl von Themen, die zum Teil heute noch aktuell, zum Teil schon Historie sind. So ging es auf Kreisebene um den Ausbau der Zentraldeponie, inzwischen lange geschlossen und gerade wieder ein Thema, nun aber hinsichtlich der Entgasung des Deponiekörpers. Im April 1996 kam der damalige Umwelt- und Strukturausschuss des Kreises Olpe im Gasthof Hester in Elspe zusammen, um die „Detailplanung des vierten Unterbauabschnitts der Zentraldeponie und die Beauftragung der Vermögensverwaltungsgesellschaft des Kreises Olpe mit der Errichtung des Unterbauabschnitts und zur Lösung der Probleme der Sickerwasservorbehandlungsanlage“ zu beauftragen.

Schützenverein Olpe erlitt Niederlage

Und in derselben Zeit erlitt der mächtige Schützenverein Olpe eine empfindliche Niederlage. In einer Abstimmung bei der Bundesversammlung des Sauerländer Schützenbundes (SSB) in Körbecke am Möhnesee sprach sich die Mehrheit der Delegierten der insgesamt 333 Schützenvereine, die im SSB zusammengeschlossen sind, „in geheimer Wahl mit überwältigender Mehrheit für Altenhundem als Austragungsort“ des Bundesschützenfests 1998 aus, um das auch Olpe sich beworben hatte. Horst Müller, seinerzeitiger Major der Olper Schützen, mutmaßte nach der Wahl deprimiert, vielleicht hätten es die vielen kleinen Vereine des SSB dem großen Olper Schützenverein „einmal so richtig zeigen wollen“.

Nicht der Monat von Horst Müller

Ohnehin war der April 1996 nicht der Monat von Horst Müller. Als stellv. Stadtdirektor kritisierte er das geplante Verfahren der CDU Olpe hinsichtlich der Kandidatenaufstellung für die Wahl des Stadtdirektors. Die Partei hatte entschieden, dass die vom Land vorgeschriebene Abschaffung der Doppelspitze in Olpe so vorgenommen werden solle, dass der 1997 zur Wahl anstehende Stadtdirektor von der CDU ausgesucht und diese Person zwei Jahre später zum neuen hauptamtlichen Bürgermeister gewählt werden solle. „Interesse an der Stelle habe ich. Sollte die Stelle des Stadtdirektors neu ausgeschrieben werden, bewerbe ich mich auch. Einem parteiinternen Auswahlverfahren, wie es vorgestellt wurde, stelle ich mich aber nicht.“
Das war am Ende auch nicht nötig – der Olper CDU gelang im Folgejahr das „Meisterstück“, sowohl den amtierenden Stadtdirektor, Karl-Josef Leyendecker, wie auch die letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin, Wilma Ohly, durch die Art und Weise des Verfahrens politisch zu demontieren. Am Ende hatte Müller seine Ankündigung wahrgemacht und sich nicht bei der CDU beworben, die Wahl aber dennoch souverän gewonnen.

17-jährige Wendenerin auf Kreta umgebracht

Ein Mordfall auf Kreta erschütterte vor 25 Jahren das Wendener Land: Eine 17-jährige Wendenerin war dort von ihrem um 20 Jahre älteren Freund umgebracht worden. Der damals 37-jährige, aus Gerlingen stammende Täter hatte sich zusammen mit seinem Anwalt bei der Olper Polizei gemeldet und zunächst berichtet, die tote Freundin bei der Rückkehr im Hotel entdeckt zu haben. Nach intensiven Befragungen durch die Olper Kripo gestand der Mann schließlich, dass er selbst das Mädchen nach einem Streit umgebracht hatte.

Kurt Biedenkopf weilte im Wendschen

Hoher Besuch im Wendschen: Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident von Sachsen, besuchte zu ihrem 80. Geburtstag seine Parteifreundin und langjährige Weggefährtin im nordrhein-westfälischen Landtag, Elsbeth Rickers. Er war nicht der einzige Prominente, auch Prof. Friedhelm Farthmann, den Elsbeth Rickers mit den Worten „mein roter Bruder aus Düsseldorf“ begrüßte, gab sich ebenso die Ehre wie die ehemalige Ministerin Inge Donepp und der damalige Landtagsvizepräsident Dr. Hans-Ulrich Klose.
Und in Wenden lief ein neues Fahrrad vom Band der inzwischen längst Geschichte gewordenen Fahrradfabrik Enik: Zum Jubiläum der „Maus“ aus der gleichnamigen Fernsehsendungen hatten die Wendener ein Kinder-Sicherheitsrad entwickelt. Ein hoher Sicherheitswimpel signalisierte anderen Verkehrsteilnehmern, dass hier ein Kind per „Maus“-Rad unterwegs war. Und ganz besonders augenfällig war der „Airbag“: Dort, wo sonst oft ein gepolsterter Kunststoffschutz angebracht ist, um im Falle eines (Un-)Falls den Brustkorb des Kinds zu schützen, trug das „Maus“-Fahrrad eine abnehmbare Plüsch-Maus.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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