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25 Jahre Chef im Kreishaus
Landrat Beckehoff: Abschied mit Sondersitzung

Die Fraktionsvorsitzenden würdigten im Abschiedsgeschenk Beckehoffs Liebe zum Fußball und hier insbesondere der Borussia aus Dortmund.,
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win Olpe. Wenn für einen politischen Beamten alle Fraktionen des Kreistags an einem Strang ziehen, dann sagt das viel über die Integrität und Anerkennung aus, die sich derjenige erworben hat. Und so war es quasi eine Premiere, als gegen Ende der Sondersitzung der Vorsitzende der CDU im Olper Kreistag, Wolfgang Hesse, ans Rednerpult trat und seine Amtskollegen der übrigen Fraktionen nach vorn bat, um das gemeinsam beschaffte Geschenk für den scheidenden Landrat des Kreises Olpe zu überreichen: eine einstimmige Koalition der Anerkennung und Würdigung für eine berufliche Lebensleistung, die ohne Übertreibung ihresgleichen sucht.

win Olpe. Wenn für einen politischen Beamten alle Fraktionen des Kreistags an einem Strang ziehen, dann sagt das viel über die Integrität und Anerkennung aus, die sich derjenige erworben hat. Und so war es quasi eine Premiere, als gegen Ende der Sondersitzung der Vorsitzende der CDU im Olper Kreistag, Wolfgang Hesse, ans Rednerpult trat und seine Amtskollegen der übrigen Fraktionen nach vorn bat, um das gemeinsam beschaffte Geschenk für den scheidenden Landrat des Kreises Olpe zu überreichen: eine einstimmige Koalition der Anerkennung und Würdigung für eine berufliche Lebensleistung, die ohne Übertreibung ihresgleichen sucht. 25 Jahre lang Chef der Olper Kreisverwaltung, zunächst vier Jahre lang als Oberkreisdirektor und seit 1999, nach Abschaffung der Doppelspitze, als hauptamtlicher Landrat gleichzeitig auch Vorsitzender des Kreistags, und das ohne jeden Skandal – das gilt es nachzumachen.

Nüchterne Abschiedsfeier für Frank Beckehoff

Der Corona-Krise geschuldet, war es eine eher nüchterne Abschiedsfeier, so würdig, wie es angesichts geltender Auflagen nur möglich ist. Frank Beckehoff hatte zu einer Sondersitzung des Kreistags geladen und seinem langjährigen Stellvertreter im Amt des Landrats, seinem Parteifreund Dietmar Meeser, damit eine große Freude bereitet: „Erstmals in 20 Jahren als Landrats-Stellvertreter habe ich heute die Ehre, einmal eine Kreistagssitzung zu eröffnen“, begrüßte Meeser die Gäste in der Olper Stadthalle. Die Gästeschar war aufs Engste begrenzt – außer den Kreistagsmitgliedern und engen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Landräte der Nachbarkreise Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Märkischem Kreis, Andreas Müller, Dr. Karl Schneider und Thomas Gemke sowie alle Bürgermeister aus dem Kreis Olpe und wenige weitere Ehrengäste.
Meeser blickte auf die Laufbahn Beckehoffs bei der Kreisverwaltung zurück und insbesondere auf seine Zusammenarbeit mit dem Kreistag, wobei er lobte, der Landrat sei ein „immer durchsetzungsfähiger, aber kommunikativer Ansprechpartner“ gewesen. Theo Melcher, der in der nächsten Woche Beckehoffs Nachfolge antritt und seit 1997 als Kreisdirektor Beckehoffs dienstlicher Stellvertreter ist, baute seine Rede im Stil einer Sportreportage auf, stets Beckehoffs Vorliebe für die Borussia aus Dortmund betonend. Sein Nachfolger könne auf ein gut bestelltes Team zurückgreifen. „Dein Hauptaugenmerk lag stets im Abschneiden deines Teams.“ Beckehoff habe „mit Kompetenz, Leidenschaft und Fingerspitzengefühl“ gearbeitet.

Lobende Worte von Bürgermeister Stefan Hundt

Für die Bürgermeister sprach der scheidende Verwaltungschef von Lennestadt, Stefan Hundt: „Du verlässt ein gut geordnetes Kreisgebiet mit grundsätzlich zufriedenen Städten und Gemeinden.“ Weitere lobende Worte kamen von Dr. Martin Klein, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages, der erklärte, Beckehoff sei für ihn der „Mr. Kreis Olpe“, und Michael Schöler, dem Personalratsvorsitzenden der Kreisverwaltung, der mit komödiantischem Talent überzeugte. Er begann seine Rede erst, als er – nach eigenen Angaben erstmals seit 25 Jahren – zu Beckehoffs Ehren eine Krawatte anlegte. Schölers sehr persönlich gehaltene Rede zeugte von einem Höchstmaß an Respekt und Anerkennung, die „nicht nur der Amtsautorität“ geschuldet sei, so Schöler, sondern „weil er der Mensch ist, der er ist“.
Kreisschützenoberst Markus Bröcher sprach auch im Namen der Vereins- und Verbandswelt im Kreis und überreichte ein vom Rüblinghauser Kirchenmaler erstelltes Bild als Abschiedsgeschenk. Kreisbrandmeister Christoph Lütticke hatte die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille für Frank Beckehoff mitgebracht, eine der höchsten Auszeichnungen für Nichtmitglieder der Feuerwehr.
Das Geschenk der Fraktionen erläuterte Hildegard Hansmann-Machula von der CDU: In einem herzförmigen Brennholzregal seien sechs verschiedene Holzsorten gestapelt – „alle ganz verschieden, aber jede hat ihren eigenen Wert, wie die Fraktionen im Kreistag“. Das Hauptgeschenk: ein Feuerkorb, der im Betrieb das Vereinswappen der Borussia leuchten lässt.

Frank Beckehoff möchte einfach Danke sagen

In seinem Schlusswort erklärte Beckehoff, er wolle „ganz einfach Danke sagen“, und zwar sowohl denen, die ihm vor 25 Jahren vom Stadtdirektor zum Oberkreisdirektor werden zu können als auch den Bürgerinnen und Bürgern, „die mich viermal mit großem Zuspruch in das Amt des hauptamtlichen Landrats berufen haben“. Es sei für ihn „die schönste und erfüllendste Zeit meines Lebens“ gewesen.
Er dankte allen, die ihn als Kreistagsabgeordnete begleitet haben, „egal, in welcher Zeit und in welcher Fraktion“. Weiterer Dank galt der „guten Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ der Kreisverwaltung, ausdrücklich seinem Vorzimmer und seinem Fahrer. Drei politische Weggefährten führte er namentlich an: Josef Geuecke, den langjährigen ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden, Dietmar Meeser sowie Theo Melcher. Letzteren lobt er als „geradlinig, kompetent, absolut zuverlässig und loyal. Ich bin verdammt dankbar, dass ich dich in meiner Zeit beim Kreis an deiner Seite hatte. Wenn ich dir etwas wünschen könnte, dann, dass dir ein solcher Kreisdirektor zur Seite gestellt wird wie ich ihn hatte.“ Sein finaler Dank galt der Familie, Ehefrau Karin und den Töchtern Julia und Kristina: „Entschuldigung, dass ich manchmal so wenig Zeit für euch hatte.“ Mit stehenden Ovationen wurde die Sondersitzung des Kreistags beendet.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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