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Lebensmut und Hoffnung schenken

Birgit Gerhard-Hoberg in ihrem Salon in Oberveischede. Die 55-jährige Friseurpartnerin von DKMS Life betreibt dort auch ihr Perückenstudio.  Foto: yve
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  • Birgit Gerhard-Hoberg in ihrem Salon in Oberveischede. Die 55-jährige Friseurpartnerin von DKMS Life betreibt dort auch ihr Perückenstudio. Foto: yve
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yve ■ Der Brustkrebsmonat Oktober steht ganz im Zeichen der Aufklärung, Erforschung, Vorsorge und Behandlung. Die Erkrankung, an der eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens erkrankt, soll in diesem Monat verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden. In Folge der Therapie leiden viele Frauen auch an schwerwiegenden, wenn auch teils vorübergehenden äußerlichen Veränderungen. Die Haare und Wimpern fallen aus, Augenbrauen schwinden und die Haut ist oftmals stark irritiert.

Birgit Gerhard-Hoberg, selbstständige Friseurmeisterin aus Oberveischede, weiß aus familiärer Erfahrung, wie belastend es für die Betroffenen ist, sich zusätzlich von der Krankheit gezeichnet zu fühlen.

yve  Der Brustkrebsmonat Oktober steht ganz im Zeichen der Aufklärung, Erforschung, Vorsorge und Behandlung. Die Erkrankung, an der eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens erkrankt, soll in diesem Monat verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden. In Folge der Therapie leiden viele Frauen auch an schwerwiegenden, wenn auch teils vorübergehenden äußerlichen Veränderungen. Die Haare und Wimpern fallen aus, Augenbrauen schwinden und die Haut ist oftmals stark irritiert.

Birgit Gerhard-Hoberg, selbstständige Friseurmeisterin aus Oberveischede, weiß aus familiärer Erfahrung, wie belastend es für die Betroffenen ist, sich zusätzlich von der Krankheit gezeichnet zu fühlen. Anlässlich des Brustkrebsmonats, der zurück geht auf eine Initiative der „American Cancer Society“ aus dem Jahr 1985, sprach die 55-Jährige mit der SZ über ihre ehrenamtliche Tätigkeit für DKMS Life in Kooperation mit dem Olper Verein „Kompetenz gegen Brustkrebs“ sowie über ihre Partnerschaft mit der DKMS Life. In ihrem Salon „Schnittstelle Hautnah“ erzählte sie zunächst aus ihrem Leben, berichtete von ihrer Mutter und ihrem Bruder, die beide dem Kampf gegen den Krebs nicht standhalten konnten. „Daher habe ich die nötige Empathie für meine Arbeit.“

DKMS Life ist eine gemeinnützige Gesellschaft und Tochter der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Ziel der Gesellschaft ist, Patientinnen darin zu bestärken, wieder in den Spiegel zu schauen. Hier setzt das „look good feel better“-Kosmetikseminar und das Haarprogramm in Zusammenarbeit L’Oréal an, um wieder „Farbe“ in das Leben der erkrankten Frauen zu bringen. Denn für sie ist Kosmetik viel mehr als nur Make-up – sie soll mit dem Angebot von DKMS Life zu einer positiven Lebenseinstellung verhelfen, die den Heilungsprozess unterstützen kann.

Der Verein „Kompetenz gegen Brustkrebs“ kooperiert seit geraumer Zeit mit der Gesellschaft, sodass Patientinnen aus der Region das wertvolle und kostenlose Angebot nutzen können. Das Seminar im Oktober in den Vereinsräumlichkeiten an der Kardinal-von-Galen-Straße in Olpe war mit zehn Personen ausgebucht.

Bundesweit richtet DKMS Life Schulungen aus, um Ehrenamtliche auf ihre Tätigkeit vorzubereiten. Daran beteiligt sich auch Birgit Gerhard-Hoberg regelmäßig, um wiederum als ausgebildete Kosmetikexpertin betroffene Frauen zu befähigen, neue Lebensqualität aufzubauen.

Binnen zwei Stunden gibt die Friseurin Tipps zur Gesichtspflege und zum Schminken. In den Seminaren tragen die Teilnehmerinnen das Make-up selbst auf, um die Handgriffe dann auch in den Alltag zu integrieren. „Hilfe zur Selbsthilfe: sich wohler fühlen durch gutes Aussehen“ lautet daher auch das Motto der Seminare von DKMS Life. Ein weiterer Programmpunkt ist eine Tücher- und Kopfschmuckberatung. „Für die Frauen ist das in der schweren Zeit ein besonderer Termin, bei dem es um das eigene Wohlbefinden geht“, so Birgit Gerhard-Hoberg. Kürzlich war die 55-Jährige in einem Rehazentrum in Marburg im Einsatz. „Eine Frau kam zu mir und sagte, dass der Seminartag der schönste in der gesamten Reha gewesen sei.“

Die Atmosphäre in den Seminaren beschreibt die 55-Jährige als „locker“. „Es wird unheimlich viel gelacht.“ Einige Frauen seien dabei, die sich noch nie in ihrem Leben geschminkt hätten. „Oft wird dann mit Erstaunen festgestellt, wie das mit Make-up unterstrichene Aussehen den Typ positiv verändert.“ In den Seminaren unterstützten sich die Betroffenen gegenseitig. Vertrauen werde aufgebaut, „schließlich teilen die Frauen ähnliche Schicksale“.

Für den Einsatz bei DKMS Life ist neben Einfühlungsvermögen auch viel Sachkunde gefragt. Das gilt nicht nur für die Beratung in puncto Kosmetik, sondern auch bei Fragen zum Umgang mit Haarausfall, der Anschaffung und Abrechnung der Zweitfrisur bei der Krankenkasse sowie zum Anpassen einer möglichst perfekten Perücke. Und auf diesem Gebiet ist Birgit Gerhard-Hoberg ebenfalls als Friseurpartnerin der gemeinnützigen Gesellschaft Expertin. In ihrem Salon steht sie Fragen und Sorgen rund um das Thema Haar während der Krebserkrankung beratend zur Seite. Zunächst steht das kostenlose erste Beratungsgespräch im Vordergrund. „Dieser Termin sollte möglichst vor der ersten Chemotherapie stattfinden, damit die ,neue Frisur’ nahezu identisch wird.“ Ihr Know-how erweitert die Friseurin auch in Schulungen, um auf die speziellen Bedürfnisse der Patientinnen einzugehen. „Jede Frau will schön sein, und das in jeder Lebenslage“, unterstrich die 55-Jährige.

Bei ihr steht die ganzheitliche Beratung im Vordergrund. Das heißt, nicht einfach die Perücke aus dem Karton nehmen und auf den Kopf setzen; sondern vielmehr geht es um das Individualisieren der Zweitfrisur. Von Bedeutung sei auch, dass die Frauen wissen, wie sie die Perücke richtig aufsetzen und welche Möglichkeiten der Gestaltung es gibt. „Mein Salon ist auch kein Perückenlager“, betonte die Friseurmeisterin im Gespräch mit der SZ. Ausgesuchte Modelle werden innerhalb von 24 Stunden geliefert. Bei einem zweiten Termin passt Birgit Gerhard-Hoberg die Perücke dann an und informiert über die Handhabung sowie die Pflege des Zweithaars. Bei einem dritten Besuch erlernen die Kundinnen Schminktechniken und erfahren, wie sie ihr Hautbild verbessern können. Vorgespräche führt die 55-Jährige nicht nur in ihrem Salon, sondern auch im Krankenhaus oder zu Hause bei den Patientinnen.

„Es ist einfach ein tolles Gefühl, Lebensfreude zu schenken“, beschreibt Birgit Gerhard-Hoberg ihre Tätigkeit. Und selbstverständlich seien da auch die Momente, die „runter ziehen“. Wie kürzlich, als sie von dem unerwarteten Tod einer Kundin erfuhr. „Das geht einem schon sehr nahe.“ Doch meist überwiege die Freude, Mädchen und Frauen Lebensfreude und Hoffnung zu schenken. Die 55-Jährige möchte an Brustkrebs erkrankte ermutigen, die kostenlosen Angebote der DKMS Life über den Verein „Kompetenz gegen Brustkrebs“ zu nutzen. Zumal auch jede Teilnehmerin als Geschenk eine Tasche mit hochwertigen Kosmetikprodukten erhält.

Birgit Gerhard-Hoberg in ihrem Salon in Oberveischede. Die 55-jährige Friseurpartnerin von DKMS Life betreibt dort auch ihr Perückenstudio.  Foto: yve
Regelmäßig finden Kosmetikseminare von DKMS Life in den Räumlichkeiten des Olper Vereins „Kompetenz gegen Brustkrebs“ statt. Das Foto entstand beim vergangenen Seminar, das mit zehn Personen ausgebucht war.   Foto: privat
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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