Beratung für Eltern
Lese- und Rechtschreibstörungen bei Kindern

Der Olper Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Kühlmann und Petra Weinbrenner-Dorff von der Selbsthilfe-Kontaktstelle des DRK-Kreisverbandes.
  • Der Olper Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Kühlmann und Petra Weinbrenner-Dorff von der Selbsthilfe-Kontaktstelle des DRK-Kreisverbandes.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mari Olpe. „In jeder Schulklasse gibt es ein bis zwei Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibstörung“, weiß Dr. Michael Kühlmann, der seit 30 Jahren in Olpe eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie betreibt. Die Zahl sei mit 12 bis 15 Prozent in den vergangenen Jahren stabil geblieben, zugenommen hätten allerdings die psychischen Auswirkungen bei den betroffenen Kindern.
Um ihren Eltern und damit ihnen selbst eine Hilfestellung zu geben, lädt der erfahrene Therapeut in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle des DRK- Kreisverbands am Donnerstag, 28. Oktober, um 17.30 Uhr zu einem Vortrag ins Mehrgenerationenhaus in Olpe ein. „Es gibt Kinder, die immer wieder durchs Raster fallen. Das geht mit der Sprachentwicklung los. Schon im Kindergarten sollte die motorische Entwicklung jedes Kindes beobachtet werden, und die Kinder sollten einen Stift in die Hand nehmen. Wenn Fritzchen nur in der Bauecke oder auf der Schaukel sitzt, ist das ein ungünstiger Einstieg für die Schule. Denn dort ist die Lesefähigkeit in allen Unterrichtsfächern gefordert“, so Dr. Kühlmann, der aufgrund seiner Erfahrungen mit Kindern mit einer LRS-Störung das Institut für Lerntherapie ins Leben gerufen hat.

Kinder sollen psychisch stabil bleiben

Wichtig sei, dass betroffene Kinder psychisch stabil bleiben. Denn neben den Lern- und Leistungsstörungen in allen schulischen Bereichen und Störungen in der auditiven oder visuellen Wahrnehmungsverarbeitung kämen bei den Kindern oft psychische Störungen hinzu. „Sie sind immer im Nachteil, schaffen den gewünschten Schulabschluss nicht, der bei einer Förderung möglich gewesen wäre, sie haben Aufmerksamkeitsstörungen und Prüfungsängste, leiden unter Geräuschüberempfindlichkeiten und werden oft depressiv“, so Dr. Kühlmann.
Der Experte ist der Ansicht, dass Kinder die Grundlagen der Rechtschreibung auf jeden Fall erlernen sollten. Man könne ihnen aber in der Schule Hilfestellungen beispielsweise durch das Handy und den PC an die Hand geben und ihnen eine Schreibzeitverlängerung einräumen. Nach seiner Meinung sollten Aufsätze und Sachaufgeben primär inhaltlich gewertet werden, ohne auf die Rechtschreibung zu achten. In seinem Vortrag möchte er Eltern von Kindern mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche aufklären, worauf sie achten sollten. Er möchte ihnen Möglichkeiten aufzeigen, die sie im Rahmen der Schule durch den LRS-Erlass von 1991 haben. Dieser sei zwar veraltetet und entspreche nicht mehr dem Stand der Wissenschaft, gelte aber nach wie vor und räume betroffenen Kindern Rechte und der Schule Pflichten ein.
Nach dem Vortrag besteht Gelegenheit zum Gespräch im Plenum und zu persönlichen Gesprächen mit Dr. Michael Kühlmann. Um betroffene Eltern weiter zu unterstützen, plant die Selbsthilfe-Kontaktstelle des DRK-Kreisverbands außerdem die Gründung einer Selbsthilfegruppe. Anmeldung zum Vortrag unter Tel. (0 27 61) 26 43 oder per E-Mail an shk@kv- olpe.drk.de.

Autor:

Marianne Möller

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