Letzte Chance verpasst

20-Jähriger hielt sich nicht an Bewährungsauflagen / Zwei Jahre und sechs Monate »ohne«

yve Olpe. Die Chance für einen Neuanfang war greifbar nah. Ende Mai vergangen Jahres verurteilte das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Richard Sondermann einen 19-Jährigen zu einer zweijährigen Jugendstrafe, die zu Bewährung ausgesetzt wurde – »hauchdünn« wie Sondermann betonte.

Mit einem Bekannten ging der gebürtige Aachener damals auf große Diebestour. Wegen über 20 Straftaten, ausgeübt in weniger als nur acht Wochen, saß er auf der Anklagebank. Die bevorzugt gewählten Einbruchsobjekte waren Olper Grundschulen und Kindergärten, elf an der Zahl. Aber auch in Firmen, Bürogebäude und Getränkemärkte drang er mit seinem Kompagnon ein und richtete stets erheblichen Schaden an. Nach einem Einbruch am 16. Februar vergangenen Jahres gelang es Beamten, das Duo festzunehmen. Die Zeit bis zur anberaumten Hauptverhandlung verbrachten beide Täter in Untersuchungshaft. Auf freiem Fuß verließen sie nach dem Prozess das Olper Amtsgericht. Ein Freiheitsgefühl von nur kurzer Dauer. Zumindest für den gebürtigen Aachener. Der hatte alles andere im Sinn, als sich an die Bewährungsauflagen zu halten. Weder Termine mit der Bewährunghelferin noch mit der Caritas-Suchtberatung – der heute 20-Jährige hat ein Alkohol- und Drogenproblem - hielt er ein. Auch keine der ihm auferlegten 300 Sozialstunden leistete er ab. Und obwohl ihm bei einem Anhörungstermin die Gefahr verdeutlicht wurde, mit einem Widerruf der Bewährungsstrafe rechnen zu müssen, brach er in einen Wohnung ein und verstieß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Polizeilich gesucht, ging er Beamten schließlich im August am Kölner Hauptbahnhof ins Netz.

Gestern musste sich der 20-Jährige für seine jüngst ausgeübten Straftaten verantworten. Aus der Justizvollzugsanstalt Siegburg wurde er in Olpe der Kammer vorgeführt. Geduldig und unbeeindruckt folgte er den Ausführungen der Staatsanwaltschaft und räumte die ihm zur Last gelegten Taten ein. So stieg er Anfang des Jahres durch ein Fenster in die Wohnung eines Bekannten ein und stahl dessen Stereoanlage. Nur wenige Monate später wurde er in Rhode kontrolliert. Wieder war er im Besitz von Marihuana.

Bereits bei der Hauptverhandlung im Mai vergangenen Jahres hatte Staatsanwalt Rainer Hoppmann eine Jugendstrafe ohne Bewährung gefordert. Gründe: diverse Vorstrafen und eine denkbar schlechte Sozialprognose. Diese trug dann auch im Wesentlichen dazu bei, dass der 20-Jährige laut Ansicht des Jugenschöffengerichts nur eine Perspektive innerhalb des Vollzuges habe. Sein Verhalten während der Bewährungszeit bezeichnete Sondermann gestern als »absolut unverständlich«. Unter Einbeziehung des Urteils von Mai 2005 verhängte die Kammer gegen den Angeklagten eine Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Eine Aussetzung zur Bewährung zog diesmal keiner der Parteien in Betracht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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