Macht und Missbrauch

Morgen wird im Kreishaus Olpe die Ausstellung mit Arbeiten von Walter Eisler eröffnet. Der gebürtige Leipziger, dessen Werke besonders in den USA und England gefragt sind, beschäftigt sich mit den Themen Macht und Machtmissbrauch. Er lebt heute in Hamburg. Unser Bild zeigt einen Blick auf das Triptychon „Die Reise“. Foto: la
  • Morgen wird im Kreishaus Olpe die Ausstellung mit Arbeiten von Walter Eisler eröffnet. Der gebürtige Leipziger, dessen Werke besonders in den USA und England gefragt sind, beschäftigt sich mit den Themen Macht und Machtmissbrauch. Er lebt heute in Hamburg. Unser Bild zeigt einen Blick auf das Triptychon „Die Reise“. Foto: la
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la Olpe. Die Krone, Symbol der Macht und der Ohnmacht, glänzendes Insignium des Herrschers oder Zeichen des Abglanzes einer untergehenden Epoche – der Leipziger Maler Walter Eisler hat sie immer wieder gemalt und seinen Bildern die treffende Bezeichnung gegeben: „Die Kapitulation“ oder „Audienz – In dubio pro reo“. Seit 1961 beschäftigt ihn das Königsthema, sei es als Porträt („König Minetti“) oder als Metapher für Macht bzw. Missbrauch von Macht. Literarische Anregungen kamen von Shakespeares Dramen bis hin zu Canettis „Masse der Macht“.

Die großformatigen Arbeiten, teils dem Thema in düsteren Farben angepasst, sind ab morgen (Vernissage um 17 Uhr) im Kreishaus Olpe zu sehen. Mit der Ausstellung setzt der Kunstverein Südsauerland seine Präsentation ostdeutscher Künstler fort. Eisler, Jahrgang 1954, stammt aus einer der bekanntesten ostdeutschen Künstlerfamilien.

Die Mutter Keramikerin, der Vater Bernhard Heisig (u. a. Rektor der Leipziger Hochschule, Porträtist des früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt), Bruder Johannes ebenfalls Maler (er stellte vor zwei Jahren beim Kunstverein aus) und nun Walter Eisler, der, um aus dem Schatten des Übervaters zu treten, den Familiennamen seiner Mutter annahm.

Nach Studium der Verfahrenstechnik an der Technischen Hochschule Merseburg und der Mitarbeit im Atelier des Vaters, folgte das Studium mit Diplomabschluss an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Nach einer künstlerischen Zwischenstation in Berlin lebt Walter Eisler heute mit seiner Frau in Hamburg. Der gebürtige Leipziger hat sie immer wieder festgehalten, die Stationen seines Lebens.

Klaus Droste vom Kunstverein Südsauerland hat sie chronologisch aufgehängt, beginnend mit zwei Selbstporträts, bei denen zu spüren ist, wie stark sich Eisler mit Rembrandt auseinandersetzte, dann überwechselnd nach Hamburg bis hin zu den neuen Arbeiten „Frachtschiff“ und „Bulkschiff“. Auf der Galerie ist ein Kaleidoskop der Erinnerungen an Studienreisen nach Dublin, New York oder Florenz zu sehen. Was auffällt: Nur selten verstellen Menschen den Blick auf das Wesentliche. Eislers Industriebauten und Gebäude, wie „Die Schwenkbrücke“ oder „Brauerei Stralau“ sind verlassen. Wirken fast unwirklich, dem Verfall preisge- geben.Der Künstler, dessen Werke vor allem in den USA und Großbritannien gefragt sind, setzte sich lange Zeit mit dem deutschen und französischen Impressionismus auseinander, interessierte sich für die klaren Formen, wie er sie 1991 bei Giotto in Assisi, später in Florenz und Arezzo vorfand und sagt heute: „Meine jetzige Malerei sehe ich als Summe aus diesen Erfahrungen mit Licht und strenger Form.“Die Vernissage-Besucher sollten das Gespräch mit dem Künstler suchen, so Klaus Droste, der stolz ist, die Arbeiten von Walter Eisler zu zeigen, der als nächstes erstmals gemeinsam mit seinem Bruder in Frankfurt am Main ausstellen wird. Veit Stiller, der augenblicklich in Meissen und Dresden als Faust und Mephisto auf der Bühne steht, wird morgen die Einführung halten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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