Kita-Personal knöpft sich die Politik vor
Massive Kritik an „halbherzigem Appell“

Mit klaren Worten nimmt sich das Kita-Personal die Politik zur Brust.

sz Olpe/Meschede/Soest. Die Mitarbeitervertretungen (MAV) in katholischen Einrichtungen sind das Gegenstück zu den Betriebsräten in weltlichen Einrichtungen. In einem Brief, der der SZ vorliegt, haben sich diese Vertretungen der drei Trägerverbünde Katholische Kindertageseinrichtungen Hellweg, Hochsauerland-Waldeck und Siegerland/Südsauerland mit einem dringenden Appell an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und den zuständigen Minister, Joachim Stamp (FDP), gewandt. Verfasst haben es die Mitarbeitervertretungen der sieben „Kita gGmbH“, in denen die katholischen Kindertageseinrichtungen im Erzbistum Paderborn mit über 6400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 495 Kindertageseinrichtungen zusammengefasst sind. Denn die MAV sehen den Gesundheitsschutz der Erzieherinnen und Erzieher in der Corona-Pandemie als gefährdet an. Ursache hierfür sei die Tatsache, dass die Kindergärten – anders als oft von Politik und Presse dargestellt – im Gegensatz zu den Schulen nicht geschlossen seien.

Gefährdung der Erzieher bekommt viel zu wenig Aufmerksamkeit

„Der Notbetrieb im Frühjahr 2020 stellte einen weitaus größeren Infektionsschutz für alle dar, da es eindeutige und verbindliche Vorgaben seitens der Politik gegeben hat.“ Die gewählten Arbeitnehmervertreter der katholischen Erzieherinnen und Erzieher schreiben: „Wir fragen uns, warum haben die Kindertageseinrichtungen in der Politik im Vergleich zur Schule eine andere Wertigkeit und Beachtung?“ Die enorme gesundheitliche Gefährdung der Erzieherinnen und Erzieher in der Kinderbetreuung habe politisch und öffentlich viel zu wenig Aufmerksamkeit. Anders als die Schulen, seien die Kindergärten und -tagesstätten nicht geschlossen, sondern liefen im „Pandemiebetrieb“. Im vergangenen Frühjahr habe es eindeutige Vorgaben für die Notbetreuung gegeben. „Zurzeit gibt es nur einen halbherzigen Appell an die Erziehungsberechtigten. Durch diese politisch unklaren Vorgaben wird der Druck an die Mitarbeitenden vor Ort weitergegeben, die sich täglich mit den Eltern auseinandersetzen müssen. Die dringendst empfohlenen Kontaktbeschränkungen können so nicht eingehalten werden.“
Zwar seien viele Eltern sehr umsichtig „und schicken ihre Kinder nur bedingt“. Die Zahl der zu betreuenden Kinder steige aber stetig. Das Personal sei weiterhin bereit, ihre wichtige Arbeit zu tun, erwarte aber von der Politik entsprechende Wertschätzung und Unterstützung.

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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