Olpe: zwei Neubaugebiete
Mehr Raum für preiswertes Bauen?

Ein Luftbild vom Neubaugebiet auf dem Bratzkopf: Dieses soll um weitere 37 Bauplätze erweitert werden.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Olpe/Rüblinghausen. Zweimal ging es in der Sitzung des Ausschusses Umwelt, Planen, Bauen am Donnerstag um das Thema Neubaugebiete. Um es vorwegzunehmen: In beiden Fällen erfolgte eine einstimmige Annahme der Beschlussvorläge. Allerdings kam es zu einigen Diskussionen über das Thema im Allgemeinen.

Autobahn schränkt ein

Als erster „Aufschlag“ war das Thema „Rüblinghauser Höhe auf der Tagesordnung, hier geht es um die Einleitung des Verfahrens, das ganz an seinem Anfang steht. Bauordnungs- und Planungsamtsleiter Winfried Quast warb um Zustimmung: „Die Rüblinghauser sind seit Jahren an Bauflächen interessiert, und durch die Autobahn ist die Situation hier sehr eingeschränkt.“ Die Topografie des ins Auge gefassten Gebiets sei „nicht ganz einfach“, die Erschließung nur mit zwei Stichstraßen plus Wendehämmer zu stemmen. Das schalltechnische Gutachten gebe einen Lärmschutzwall vor. „Auf unserer Warteliste stehen über 500 Grundstücksbewerber in Olpe, wir wollen ja, dass viele junge Familien hier wohnen können.“

Preiswertes Wohnen

Volker Reichel (SPD) übte Kritik: „Wir müssen uns immer wieder in denselben Angelegenheiten melden. Es ist schön, wenn wir vielen jungen Leuten helfen können, aber wo bleibt das Handlungskonzept für preiswertes Wohnen?“ Er lobte, dass einige Grundstücke primär für Doppelhäuser vorgesehen seien, doch das sei zu wenig. „Warum ist keine Fläche für Reihenhäuser vorgesehen oder ein bis zwei Mehrfamilienhäuser? Wir können nicht gegen das Vorhaben stimmen, weil wir uns nicht gegen die Rüblinghauser Bürger stellen wollen. Aber es muss auch nach außen erkennbar sein, dass wir uns für kostengünstiges Wohnen einsetzen.“
Quast entgegnete, Reihenhäuser seien in dem Gebiet durchaus möglich, „so weit sind wir ja noch gar nicht. Wir müssen erstmal eruieren, wie die Warteliste ist“. Er sehe im Stadtgebiet jedoch andere Flächen, die geeigneter für Mehrfamilienhäuser seien.

Trend geht zum Einfamilienhaus

„Im Handlungskonzept habe ich darauf hingewiesen, wo Flächen von 2000 Quadratmetern mit einem einzigen Haus zu finden sind, das nach dem Krieg gebaut wurde.“ Der Trend gehe in Olpe immer noch hin zum Einfamilienhaus. Im Bereich „Rüblinghauser Höhe“ sei ist die Topografie schwierig und für Mehrfamilienhäuser kaum geeignet. „Wir stoßen an die Grenzen der Querneigung.“ Andreas Zimmermann (UCW) meldete sich, um Quast „zu 100 Prozent Recht zu geben“. Die Idee, Flächen primär für Doppelhäuser vorzusehen, sei „ein erster Schritt, das Handlungskonzept umzusetzen“.
Reihenhäuser von 50 Metern Länge seien auch hier machbar, „da muss ich aber fünf oder sechs Leute zusammenbekommen, die da mitmachen“. Holger Thamm (Grüne) warb dafür, hinsichtlich der Energieeffizienz Vorgaben zu machen. Carsten Sieg (CDU): „Wir wissen von der Ponywiese, dass Doppelhäuser unbeliebt sind. Trotzdem finde ich gut, es hier möglich zu machen, wenn der Bedarf da ist.“ Ein hoher Energiestandard sei schon durch die gesetzlichen Vorgaben gesichert, „ich warne davor, das noch zu erhöhen. Das Bauen ist sehr teuer geworden, es sind ohnehin schon viele Vorgaben zu befolgen.“

Rad- und Fußwege

Uwe Schmidt (UCW) bat die Verwaltung darum, eine statistische Auswertung zu erhalten, wer von der städtischen Bauland-Bewerberliste sich auch ein Reihen- oder ein Doppelhaus vorstellen kann.
„Wir haben in Olpe die alte Tradition, den Fußgängern mit ,Schlüppen’ kürzere Wege zu ermöglichen. Ist hier geplant, am Ende der Wendehämmer zumindest Radfahrern und Fußgängern so etwas anzubieten?“, fragte Matthias Koch (Grüne). Dies sei beispielsweise sinnvoll, um den Bewohnern des Neubaugebiets einen kurzen Fußweg in Richtung Rüblinghauser Sportplatz zu bieten. Quast entgegnete, im Baugebiet selbst sei das vorgesehen, allerdings dürfe der Lärmschutzwall nicht geöffnet werden, „wir müssten dann auf Bauflächen verzichten“. Strecken wie die bis zum Sportplatz würden aber doch in Olpe ohnehin meist per Auto zurückgelegt.
Durch die einhellige Zustimmung am Ende der Debatte können die weiteren Planungen nun eingeleitet werden.

37 Bauplätze

Schon alter Tobak ist eigentlich das geplante Baugebiet „Bratzkopf II“; der Planaufstellungsbeschluss datiert vom Februar 2017. Nun soll die öffentliche Auslegung der Unterlagen erfolgen, damit dann der endgültige Beschluss zur Umsetzung folgen kann. Amtsleiter Quast erklärte die lange Laufzeit mit Problemen mit dem Niederschlagswasser. Eine Versickerung sei nur eingeschränkt möglich, „wir mussten einen Weg zur Brachtpe finden, und das ging nicht über städtische Flächen. Das ist jetzt geklärt, wir haben die Leitungsrechte, daher können wir jetzt in die öffentliche Auslegung.“ Auch hier folgte ein einstimmiger Beschluss. Hier sollen, anschließend an das vorhandene Neubaugebiet auf dem Bratzkopf, 37 Bauplätze entstehen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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