Mehr Raum für Seelsorge

Ralf Henze (l.) wird ab Januar Pfarrer Clemens Steiling in Sachen Verwaltung des Pastoralen Raums Olpe entlasten. Er ist einer der ersten Verwaltungsleiter, die in der katholischen Kirche im Erzbistum Paderborn eingestellt werden. Foto: privat
  • Ralf Henze (l.) wird ab Januar Pfarrer Clemens Steiling in Sachen Verwaltung des Pastoralen Raums Olpe entlasten. Er ist einer der ersten Verwaltungsleiter, die in der katholischen Kirche im Erzbistum Paderborn eingestellt werden. Foto: privat
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sz  „Immer mehr Verwaltung – immer weniger Zeit für Seelsorge“ – auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Arbeit vieler leitender Pfarrer in Pastoralen Räumen bringen. Nicht zuletzt der Priestermangel sorgt dafür, dass viele Pfarreien zusammengelegt und neue, größere Strukturen geschaffen werden. Das gilt auch für den Pastoralverbund Olpe. Doch Pfarrer Clemens Steiling darf sich ab Januar über Entlastung freuen. Ralf Henze steht ihm dann als einer der ersten Verwaltungsleiter im Erzbistum Paderborn zur Seite.

„Pastorale Räume und Verbünde sind mittlerweile wie kleine Unternehmen. Und da ist es gut, wenn uns ein Fachmann bei der Verwaltung unterstützt und entlastet“, lautet sein erstes Resümee über die neue Personalkonstellation. Im Rahmen des Projekts „Zukunftsbild Kirche“ des Erzbistums Paderborn ist es ein vorrangiges Ziel, Verwaltungsleiter in den Pastoralen Räumen und Pastoralverbünden zu installieren. Sie sollten sich fortan mit den administrativen Aufgaben beschäftigen und als Mitarbeiter der Gemeindeverbände vor Ort echte Entlastung bringen.

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben nämlich gerade die wachsenden Verwaltungsaufgaben die Geistlichen und Kirchenvorstände immer mehr in Anspruch genommen, wodurch ihnen die Zeit für eigentliche Aufgaben fehlte. Bereits seit 2018 ist Ralf Henze Außendienstmitarbeiter im Pastoralverbund Olpe und entlastet mit seiner Arbeit sowohl das Pastorale Team als auch die Ehrenamtlichen, die sich zum Beispiel in den Kirchenvorständen engagieren. „Außendienstmitarbeiter sind schon heute ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Seelsorgeeinheit vor Ort und der Kirchenverwaltung in den Gemeindeverbänden. Sie sind auf beiden Seiten ‚am Puls der Zeit‘ und können so koordinieren, entlasten und vermitteln“, stellt Petra Sapp fest. Sie ist bei den Gemeindeverbänden des Kooperationsraums Mitte als Fachbereichsleiterin künftig auch für die sechs ersten Verwaltungsleiter in den katholischen Pfarrgemeinden zwischen Hamm und Siegen verantwortlich.

Der Verwaltungsleiter nehme in seiner neuen Funktion eine herausragende Rolle ein. „Bisher waren Außendienstmitarbeiter der Gemeindeverbände in den Kirchengemeinden begleitend und beratend tätig. Die neuen Verwaltungsleiter erhalten von den Kirchenvorständen und leitenden Pfarrern Befugnisse zum Beispiel in den Bereichen Haushalt, Personal und Bau übertragen“, erklärt Petra Sapp.

Wenn man Ralf Henze nach seiner Motivation fragt, die zur Bewerbung als Verwaltungsleiter führte, nennt der Familienvater und Volljurist zwei wesentliche Gründe: „Es war für mich die Möglichkeit, mich beruflich noch einmal neu zu orientieren. Außerdem sah ich darin die Gelegenheit, an der Weiterentwicklung der katholischen Kirche teilzuhaben.“ Bevor Henze im Gemeindeverband 2018 als Außendienstmitarbeiter anfing, war er unter anderem Leiter der Personal- und Rechtsabteilung der rechtsfähigen kirchlichen Stiftung Marien-Hospital in Euskirchen und als Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes im Kreisverband Siegen-Wittgenstein tätig.

Zwischen seinem Arbeitgeber und sich selbst sieht der 51-jährige ein wesentliches verbindendes Element: „Die katholische Kirche vertritt im Kern christliche Werte, die ich selbst für richtig und wichtig halte“, erläutert er. „In den letzten Jahren hat der Ruf der Kirche einen erheblichen Schaden genommen, auch durch Probleme, die durchaus hausgemacht sind. Man muss daran arbeiten, dass die Kirche sich dahingehend verändert, dass die Werte wieder im Mittelpunkt stehen und die Leute erkennen, dass das Christentum auch heute Relevanz besitzt.“

Damit dieser Wunsch Wirklichkeit werden kann, sieht Henze sich und seine Kollegen in den anderen Pastoralen Räumen und Pastoralverbünden, in der Pflicht. „Wir müssen den Aktiven in den Pfarrverbünden, also den Geistlichen und den hauptberuflichen und ehrenamtlichen Laien, mehr organisatorische und wirtschaftliche Freiräume schaffen. So kann sich die Kirche in Zukunft wieder mehr auf ihre Werte konzentrieren.“ Freiräume, die Pfarrer Steiling bereits heute zu schätzen weiß. Er sieht die Arbeit von Henze und seine Aufgabe als zukunftsweisend für die Kirche. „Pastorale Prozesse verlangen sehr viel Aufmerksamkeit und Engagement“, berichtet der Geistliche. „Gleichzeitig gibt es immer weniger pastorales Personal, weswegen es wichtig ist, dass von anderen Seiten Entlastung kommt.“

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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