Mehr Vortrag als Gespräch

OT veranstaltete Podiumsdiskussion zum Irak-Krieg

mik Olpe. Nur Politiker redeten am Montagabend bei der Podiumsdiskussion in der OT über den Irak-Krieg. Die anwesenden Schülerinnen und Schüler rutschten auf den Stühlen hin und her. Manche verdrehten die Augen. An der Moderatorin lag es nicht.

Anna Zembala, die Leiterin des Hauses der offenen Tür (OT), hatte die Diskussionsteilnehmer vorgestellt. Und ihnen zwei Fragen vorgegeben. CDU-Kreisvorsitzender Theo Kruse, Grünen-Kreisvorsitzender Fred-Josef Hansen, Bernd Middel vom Aktionsbündnis gegen den Irak-Krieg und SPD-Kreisvorstandsmitglied Günter Belchaus sollten ihre Meinung zum Irak-Krieg sagen. Und außerdem die Frage beantworten, ob die Politik versagt habe.

Doch aus den Antworten wurden Vorträge und parteipolitische Standortbestimmungen. Ex-Politiker Belchaus, Jahrgang ’34, berichtete von seinen Kriegserfahrungen und erinnerte an das Leid der Zivilisten. Der Krieg sei falsch, Hussein ein Verbrecher und er, Belchaus, kein Antiamerikaner.

Fred-Josef Hansen von Bündnis 90 /Die Grünen nannte den Alleingang von den USA und Großbritannien »fragwürdig«. Krieg sei »eine einzige menschliche Tragödie«. Bernd Middel holte weiter aus. Der Elektromeister und Gründer des Aktionsbündnisses gegen den Irak-Krieg sprach über die Hintergründe. »Es geht wie immer um Geld und Macht.« »Geo-Strategie« sei das Zauberwort, behauptete Middel. USA und England wollten die Erdöl-Vorkommen im Irak sichern. Und durch eine noch einzusetzende »Marionetten-Regierung« auch fördern. Theo Kruse erinnerte daran, dass »erst die Drohkulisse der USA Hussein zu Eingeständnissen bewegt habe.« Und weiter: »Krieg wollte keiner.«

Runde zwei eröffnete Daniel Baethcke. Der OT-Mitarbeiter (24) nannte Zahlen: »90 Prozent der Briten, 94 Prozent der Spanier sind laut Umfragen gegen den Krieg. Wäre ich Engländer oder Spanier, ich würde mir betrogen vorkommen.« Für den 24-Jährigen muss es immer »einen friedlichen Weg geben.« Für Baethcke hat die Politik versagt.

Dem stimmte Theo Kruse zu. Allerdings steht für den Landtagsabgeordneten auch fest: »Gegen Diktatoren reichen Lichterketten nicht aus.« Genosse Günter Belchaus verurteilte die Beteiligung der Bundesregierung an dem Krieg: »Die SPD hätte den USA die Überflugsrechte untersagen und die Nutzung der US-Basen verbieten sollen.«

Zum Schluss forderte Anna Zembala die Diskussionsteilnehmer auf, in die Zukunft zu blicken. Für Günter Belchaus müssten die Vereinten Nationen wieder »aufgebaut werden«. Fred-Josef Hansen setzt auf Nachhaltigkeit: »Der Gedanke, dass Konflikte friedlich gelöst werden können, muss sich langsam und stetig durchsetzten.« Bernd Middel befürwortet Aktionen vor Ort. Jeder Einzelne könne sich für eine bessere Zukunft einsetzen. Dem stimmte Theo Kruse zu. »Wir müssen zu Hause anfangen, in Frieden zu leben.

Nach eineinhalb Stunden endete die Podiumsdiskussion. Das Fazit der Gäste: »Am Anfang hat es mir gefallen. Doch dann haben die Politiker zu viel untereinander diskutiert«, sagte Wladyslaw (17) von der Hakemicke-Hauptschule. Für dessen Mitschülerin Nelly war es informativ. »Ich habe nicht soviel Überblick«, so die 17-Jährige.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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