Schützen feiern Hochamt auf dem „Ümmerich“
Messe statt Bier und Beff

Schützenmajor Peter Liese übernahm die Lesung, Zelebranten waren Johannes Hammer (l.) und Clemens Steiling.
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win Olpe. Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Diese fast zum Sprichwort gewordene Regel sorgte dafür, dass rund 400 Teilnehmer am Freitag eine Schützenmesse der besonderen Art feiern konnten.

Denn die Corona-Pandemie war bekanntlich bereits zum zweiten Mal dafür verantwortlich, dass das Olper Schützenfest ausfallen muss. Dass die Olperinnen und Olper sich dadurch allerdings nicht das Feiern verbieten lassen, bewiesen ungezählte Frühschoppen, Zusammenkünfte, Straßenschützenfeste, Gartenpartys und eben auch eine ganz andere Schützenmesse.

Die Kappen der Vorstandsmitglieder, sauber aufgereiht auf der Stützmauer vor dem Musikpavillon.
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Schützenmesse auf dem ,,Ümmerich''

Denn sie fand nicht wie üblich in der St.-Martinus-Kirche statt, sondern dort, wo eigentlich zur selben Zeit die Bier- und Beffprobe stattgefunden hätte: auf dem Festplatz der Olper Schützen auf dem Imberg, meist bei seinem plattdeutschen Namen „Ümmerich“ genannt. Und erstmals seit der Zusammenlegung der beiden Pfarreien St. Martinus und St. Marien im Pastoralen Raum Olpe zelebrierten wieder zwei Schützenvikare die Messe: Waren es früher die beiden Pfarrer von St. Martinus und St. Marien, hat inzwischen nur der Leitende Pfarrer des Pastoralverbunds dieses Ehrenamt inne. Doch ebenfalls „dank“ Corona ist zwar Clemens Steiling inzwischen Pfarrer im Ruhestand und sein Nachfolger, Johannes Hammer, in seine Fußstapfen getreten, doch im Schützenverein hat die Ablösung noch nicht stattgefunden. Daher konzelebrierten Steiling als amtierender Schützenvikar und ehemaliger Pfarrer sowie Hammer als amtierender Pfarrer und künftiger Schützenvikar.

Das Olper Schützenfest musste mehrmals ausfallen

Steiling griff die aktuelle Situation auf und machte klar, dass es keineswegs neu sei, dass ein Schützenfest in Olpe ausfalle. In der Regel seien es die Kriege gewesen, die das Feiern unterbunden hätten. Doch auch als in einem Jahr zwei napoleonische Garnisonen in der Stadt gelegen hätten, sei das Fest abgesagt worden. In einem Jahr ließen die Schützen die Gewehre aus Trauer ruhen: Kurz vor dem Fest war der Pfarrer verstorben. Zwischen den Weltkriegen machte die galoppierende Inflation ein Fest unmöglich, und 1823 sei so etwas wie ein Präzedenzjahr gewesen: In jenem Jahr habe die asiatische Cholera die Menschen bedroht, und ähnlich wie bei der Corona-Pandemie sei das Fest abgesagt worden, um Ansteckungen zu verhindern.

Rund 400 Gläubige besuchten die Schützenmesse, die am Tag der eigentlichen Bier- und Beffprobe auf dem „Ümmerich“ gefeiert wurde.
  • Rund 400 Gläubige besuchten die Schützenmesse, die am Tag der eigentlichen Bier- und Beffprobe auf dem „Ümmerich“ gefeiert wurde.

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Schützenfest habe etwas mit Integration zutun

In der Lesung aus dem 1. Buch der Könige, die Schützenmajor Peter Liese vortrug, gehe es darum, so Steiling, dass Gott die Menschen begleite, wenn sie in Not sind. Er betonte, die Olper Schützen feierten ein Fest mit Ansprüchen. Schützenfest habe etwas mit Integration und Miteinander zu tun. Die „Schützen-Trias“ Glaube, Sitte, Heimat verlange nicht, dass man „während der Feier in den Katechismus schaut, aber dass jeder etwas wert ist, ist schon maßgeblich. Das gibt Heimat, auch für die, die eine neue finden müssen. Die Freude des Festes macht es spürbar. Freude ist der beste Lehrmeister.“
Die Corona-Pandemie und die „jetzt noch nähere Umweltkatastrophe“ machten deutlich, wie wichtig diese Werte seien.

Den aktuellen Umständen geschuldet, wurde die Kollekte für die Fluthilfe gesammelt. Wie jede Schützenmesse, endete auch diese besondere mit dem Lied „Du mein Schutzgeist, Gottes Engel“ und dem Parademarsch Nr. 1, dem „Möllendorfer“, wobei dieser von CD zugespielt wurde. Die eigentliche Schützenmesse hatte ein zwölfköpfiges Bläser-Ensemble des Olper Feuerwehrmusikzugs umrahmt. Spontaner Gesang schloss sich an: Die meisten der Gottesdienstbesucher fielen ein, als einige Gäste den Olper Schützenmarsch anstimmten.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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