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Malermeister Peter Liese aus Olpe
Mit dem Oldtimer zur Baustelle

Dreimal Volkswagen, dreimal braun-orange, dreimal H-Kennzeichen: Drei Autos der Fahrzeugflotte von Maler- und Lackierermeister Peter Liese sind als Oldtimer zertifiziert und trotzdem arbeitstäglich im Einsatz. Firmeninhaber Peter Liese hat im ältesten Exemplar Platz genommen, einem „Luftboxer“-Pritschenwagen, der im nächsten Jahr seinen 40. „Geburtstag“ feiert.
  • Dreimal Volkswagen, dreimal braun-orange, dreimal H-Kennzeichen: Drei Autos der Fahrzeugflotte von Maler- und Lackierermeister Peter Liese sind als Oldtimer zertifiziert und trotzdem arbeitstäglich im Einsatz. Firmeninhaber Peter Liese hat im ältesten Exemplar Platz genommen, einem „Luftboxer“-Pritschenwagen, der im nächsten Jahr seinen 40. „Geburtstag“ feiert.
  • Foto: win
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe. Die Fahrzeugflotte des Olper Maler- und Lackierermeisters Peter Liese ist auffällig. Denn die Farbkombination der ausnahmslos von Volkswagen gebauten Pritschen- und Lieferwagen gibt es so nicht ab Werk. Braun-orange ist die identitätsstiftende Außenfarbe der Firma Liese – aber nicht irgendein Braun und nicht irgendein Orange: „Die orange Farbe heißt Renault 311 D, und ich bin weit und breit der einzige, der sie braucht, das Braun ist eine RAL-Standardfarbe mit der Nummer 817 und der Bezeichnung Schokobraun“, so Peter Liese.
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win Olpe. Die Fahrzeugflotte des Olper Maler- und Lackierermeisters Peter Liese ist auffällig. Denn die Farbkombination der ausnahmslos von Volkswagen gebauten Pritschen- und Lieferwagen gibt es so nicht ab Werk. Braun-orange ist die identitätsstiftende Außenfarbe der Firma Liese – aber nicht irgendein Braun und nicht irgendein Orange: „Die orange Farbe heißt Renault 311 D, und ich bin weit und breit der einzige, der sie braucht, das Braun ist eine RAL-Standardfarbe mit der Nummer 817 und der Bezeichnung Schokobraun“, so Peter Liese.

Maler- und Lackiermeister Peter Liese hält die Tradition hoch

Vermutlich rührt die seltene Kombination von Renault-Farbton am Volkswagen daher, dass Peter Lieses Vater Friedhelm früher auch eine Autolackiererei betrieb, und die befand sich im selben Gebäude wie das Renault-Autohaus Arndt/Löhr. „Vermutlich ist das da entstanden“, so Peter Liese, der die eingeführte Tradition der Firmenwagen-Lackierung 2002 wie die ganze Firma von seinem Vater übernahm. „Erst waren die Autos hellblau, dann sogar mal goldfarben, aber seit über 40 Jahren sind unsere Wagen so lackiert wie heute“, so Liese, der die Traditionspflege damit nicht nur im Hobby als Vorsitzender des St.-Sebastianus-Schützenvereins, sondern auch in der Firma hochhält.

Es blieb auch bei Volkswagen als Hauslieferant – und es blieb sogar bei einigen Autos. Die pflegt Peter Liese nämlich so gut, dass drei von ihnen inzwischen waschechte, amtlich verbriefte Oldtimer sind.
Zwar kommt es durchaus häufiger vor, dass Handwerksbetriebe alte Autos einsetzen – dann aber meist „auf Verschleiß“ und als letzte Vorstufe vor dem Schredder. Dass gleich drei Autos einer Flotte mit dem für zertifizierte Oldtimer reservierten H-Kennzeichen unterwegs sind, was laut Verordnung mindestens einen „guten Pflege- und Erhaltungszustand“ voraussetzt, dürfte in der weiteren Umgebung einzigartig sein.

Peter Liese fährt mit den Bullys zur Baustelle

Dabei werden die drei „Bullys“, amtlich „VW Typ 2 T 3“ genannt, nicht geschont: „Nein, die müssen richtig arbeiten“, erklärt Peter Liese. Ein Transporter und ein Pritschenwagen sind 34 Jahre alt, der dritte im Bunde, auch ein Transporter, gar 39. „Bis vor ein paar Jahren ging das gar nicht, Autos mit H-Kennzeichen gewerblich einzusetzen. Aber als das geändert wurde, habe ich mir gedacht, ich probiere das mal, und alle drei haben das Gutachten bekommen.“ Und zwar nicht, wie Insider vermuten könnten, weil Peter Lieses Bruder Rainer Kfz-Sachverständiger ist: „Nein, der darf diese Untersuchungen bei mir nicht machen, weil wir Brüder sind.“ Peter Liese war bei einem Gutachter ohne familiäre Bindungen.
Ein weiterer „Bully“ im Fuhrpark ist ebenfalls 34 Jahre alt, von Liese vor einigen Jahren gebraucht erworben und noch nicht in einem oldtimergemäßen Zustand. Dieser Wagen soll im Winter, wenn es die Zeit zulässt, entsprechend aufgearbeitet werden, sodass auch er reif für ein H-Kennzeichen wird.

Zwei der jetzigen Oldtimer sind Turbodiesel, der dritte sogar noch ein „Luftboxer“, also ein Fahrzeug mit luftgekühltem Boxermotor, der letzten bei VW gebauten Ableitung des legendären „Käfer“-Motors. „Eigentlich halten die ewig“, weiß Peter Liese, und wenn etwas klemmt, dann weiß er sich auf die technischen Fähigkeiten seines Kegelbruders Johannes Hennecke zu verlassen, der in Drolshagen eine Autowerkstatt betreibt und einen fast schon legendären Ruf als Kfz-Fachmann genießt.
Natürlich hat die Firma Liese auch jüngere Fahrzeuge im Einsatz, aber auch hier handelt es sich um VW „Bullys“ bis hinauf zum aktuellen „Typ 2 T 6“. Zuverlässig sind sie wie ihre legendären Vorfahren – bis sie zum rollenden Kulturgut mit hohem Sympathiewert werden, muss aber noch einige Zeit vergehen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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