Monographien nachgedruckt

Stadt Olpe widmet Geschichtsschreiber Norbert Scheele eine Publikation

sz Olpe. Am vergangenen Sonntag vor 25 Jahren, also am 28. September 1978, starb der Nestor Olper Geschichtsschreibung, Norbert Scheele. Heiligabend 2003 wäre er 100 Jahre alt geworden. Die Stadt Olpe und der Heimatverein für Olpe und Umgebung e.V. zollen ihm Dank und Anerkennung für seine unermüdliche Forschungsarbeit und jahrzehntelange Publikationstätigkeit über die Geschichte von Stadt und Kreis Olpe.

Sie widmen ihm daher in diesem Jahr eine Publikation, einen Sammelband mit dem Nachdruck wichtiger Monographien aus seiner Feder. Der Band wird den Titel tragen: »Norbert Scheele: Beiträge zur Geschichte des südlichen Sauerlandes: Kleusheim – Olpe-Land – Gerlingen – Biggetal - Kloster Ewig – Familie Scheele«.

Zur Erinnerung: Am 24. Dezember 1903 wurde Norbert Scheele als siebtes von zwölf Kindern des Landwirts Peter Josef Scheele und der Maria Anna geb. Middel in Rüblinghausen geboren. Nach Schulzeit in Rüblinghausen, Besuch der Präparandie und des Lehrerseminars in Olpe machte er dort 1925 seine 1. Lehrerprüfung. Im Februar 1931 folgte nach Ausbildung an der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Spandau das Turn- und Sportlehrerexamen und am 1. Februar 1934 in Olpe die 2. Lehrerprüfung.

1935 erhielt er eine Hilfslehrerstelle in Rüspe bei Oberhundem an der damals kleinsten Zwergschule des Kreises Olpe. 1936 heiratete Scheele Agnes Heuel aus Olpe, mit der er später vier Kinder hatte. 1937 bekam er seine erste Planstelle als Lehrer in Heggen, tauschte dann aber Ende des Jahres mit einer Stelle in Altenkleusheim.

Bereits in jungen Jahren war Scheele lokalgeschichtlich interessiert und engagiert. Erste Beiträge von ihm erschienen ab 1924 in verschiedenen Zeitschriften. Im August 1931 übernahm Scheele die Redaktion der Olper Vereinszeitschrift, die damals vor allem aus Geschichte und Volkskunde der Kreise Olpe und Meschede berichtete – eine Tätigkeit, die für ihn zur Lebensaufgabe werden sollte.

Bis zur Einstellung der Vereinszeitschrift 1941 blieb Scheele ihr Schriftleiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang dem Heimatverein Olpe 1948 die Neugründung seines Publikationsorgans vor allem durch das Engagement von Scheele, der wiederum die Schriftleitung der jetzt »Heimatstimmen« genannten und im Gebiet des Kreises Olpe erscheinenden Zeitschrift übernahm. Als Scheele Ende 1977 die Redaktion in jüngere Hände, an Günther Becker übergab, hatte er insgesamt 109 Folgen »Heimatstimmen« mit einem Umfang von über 6000 Seiten redigiert. Sie zeugen von dem intensiven Bemühen des Redakteurs, abwechslungsreich gestaltete Hefte mit regionalgeschichtlichen, aber auch aktuellen Beiträgen, mit Aufsätzen aus den Bereichen Ortsgeschichte, Genealogie, Natur, Kunst und Volkskunde darzubieten.

Ein Jahr nach Übernahme der Redaktion der »Heimatblätter« gab Scheele im Dezember 1932 im Selbstverlag seine erste, noch kleine Monographie über seinen Geburtsort heraus, die »Chronik der Krieger von Rüblinghausen nebst heimatkundlichen Beiträgen«. So entstanden in ehrenamtlicher Arbeit die in dem genannten Sammelband nachgedruckten drei Monographien über Kleusheim (1948), Olpe-Land (1952) und Gerlingen (1959), aber auch wesentliche Teile der 1972 von Pfarrer Aloys Klein herausgegebenen Schrift über Oberhundem.

Neben seiner redaktionellen und schriftstellerischen Tätigkeit war Scheele jahrzehntelang auch in öffentlichen Ämtern vor allem in der Heimatpflege tätig, so als Kreisarchivpfleger für den Kreis Olpe namens des damaligen Landesamtes für Archivpflege in Münster (heute Westfälisches Archivamt), als 2. Vorsitzender des Heimatvereins Olpe von ca. 1947/48 bis 1977 und darüber hinaus als Kreisheimatpfleger des Kreises Olpe von ca. 1947 bis 1969.

Bereits zu seinem 70. Geburtstag 1973 hatte ihn die Stadt Olpe für seine Verdienste mit dem Silbernen Ehrenbecher geehrt und der Kreis Olpe ihm aus diesem Anlass den Ehrenteller des Kreises überreicht. Wenige Wochen vor seinem Tode erhielt er am 15. Juli 1978 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Auch viele Jahrzehnte später sind seine Verdienste nicht vergessen. So wurde 1995 auf Anregung des Heimatvereins für Olpe und Umgebung eine Straße auf dem Kimicker Berg in Olpe nach Norbert Scheele benannt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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