„Die Projekte in Brasilien, Afrika und Indien und die Menschen brauchen unsere Unterstützung.“
Muggelkirmes nicht abgesagt

Ein Teil des Leitungsteams der Muggelkirmes (v. l.): Alfred Feldmann, Eduard Köster, Nicki Schmidt, Teamsprecher Martin Immekus, Raphaele Voß, Joachim Melcher, Ines Neuhaus-Reiche, Verena Kullick und Manuel Cordes.  Foto: privat
  • Ein Teil des Leitungsteams der Muggelkirmes (v. l.): Alfred Feldmann, Eduard Köster, Nicki Schmidt, Teamsprecher Martin Immekus, Raphaele Voß, Joachim Melcher, Ines Neuhaus-Reiche, Verena Kullick und Manuel Cordes. Foto: privat
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sz    „Wie, ihr habt die Muggelkirmes noch nicht abgesagt?“ So lautet eine häufig gestellte Frage an die Verantwortlichen. Und die Antwort heißt ja. „Ja, wir haben noch nicht abgesagt. Ja, wir wollen auch die 47. Kirmes am dritten Sonntag im September, also am 20. des Monats, veranstalten.“ So die Antwort von Martin Immekus, dem Sprecher des Leitungsteams.

Und damit beginnt die Vorbereitung für eine völlig andere Muggelkirmes. In verschiedensten Gruppen und bei unterschiedlichen Gelegenheiten wurden und werden Ideen zusammengestellt. „Wir müssen weitermachen!“, so Wolfgang Hesse. „Die Projekte in Brasilien, Afrika und Indien und die Menschen brauchen unsere Unterstützung.“ Auch in Corona-Zeiten will die Muggelkirmes ein verlässlicher Freund bleiben.

Wie die Kirmes selbst aussehen wird, dazu gibt es noch keine verlässlichen Auskünfte. Unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen und Hygieneregeln kann rund um den Marktplatz so einiges los sein. Vikar Michael Kammradt hat nach einer kreativen Wanderung eine große Sammlung an Ideen zusammengetragen. Wichtig ist für ihn die Kinder- und Familienmesse am Sonntagvormittag. Die wird es geben. Dann aber wahrscheinlich auf dem Marktplatz und nicht in der St.-Martinus-Kirche. Eduard Köster, zuständig für Essen und Trinken, hofft, die Waffelbäckerei, die Pommes-Schmiede und Hengstebecks Bratwurst-Grill betreiben zu können. „Getränke gibt es aber nur in Flaschen, und die Zahl der Sitzplätze muss drastisch erhöht werden, damit alle den notwendigen Abstand einhalten können“, so Köster.

Pfarrer Clemens Steiling hält eine größere Ausbreitung der Aktivitäten für möglich. „Dann gehen wir auf den Kirchplatz, nutzen die Straße Auf der Mauer und können sogar ins Weiherhol ausweichen“, so der Pastor ganz optimistisch. Alfred Feldmann verantwortet den Schnäppchenmarkt und das Buchantiquariat. Diese Verkaufsstände will Feldmann in jedem Fall betreiben. Möglicherweise in einer ausgeklügelten Einbahnregelung und an ganz neuen Standorten. Schon jetzt sind 60 von 140 Wannen mit antiquarischen Büchern sortiert. Die Rille mit Schallplatten, CD und DVD ebenfalls startklar. „Ich stelle mich darauf ein, dass wir jedes einzelne Teil im Schnäppchenmarkt desinfizieren“, so Feldmann, der in seinem Beruf auch die Arbeitssicherheit in der St.-Martinus-Pfarrei verantwortet.

Sorgenvoll blickt das Team um Nicki Schmidt auf die Planungen der Kinderspiele. Das wird noch eine Herausforderung werden. Bisher wurden während aller Muggelfeste 1189 Spiele umgesetzt. Manche hatten nur ein einmaliges Gastspiel, andere sind zu richtigen Dauerbrennern geworden. Jetzt sucht Nicki Schmidt die Spiele aus, bei denen es keine unmittelbaren Kontakte gibt. Die Muggelkirmes als Fest von Begegnung und Spielfreude wird dann plötzlich zu einem kontaktlosen Spektakel. Das ist noch sehr schwer vorstellbar. Alternativ ein völlig leerer Markplatz und eine ganz stille St.-Martinus-Kirche, das ist aber fast genauso schmerzlich wie das Bild vom erwartbar vereinsamten Schützenplatz im Juli.

Im vergangenen Jahr erhielt Pater Hugo Scheer SVD in Brasilien für die Jugendpastoral, Straßenkinder und die Ausbildung von Mitarbeitenden in der Kirche einen fünfstelligen Betrag. Der „Pater Hoff Fonds“ will in Erinnerung an den großen Menschenfreund und Olper vom Winterberg zusammen mit dem kirchlichen Hilfswerk „Missio“ Gewaltopfern in der Republik Kongo den Weg zurück in die Normalität ebnen. Ein weiteres Projekt unterstützt in Burkina Faso Schulkinder, um durch Bildung einen Ausweg aus der Armuts- und Gewaltspirale zu bieten. 68 Euro kostet der Schulbesuch eines Kindes inklusive Material und Schulspeisung im Jahr. Die Muggelkirmes finanzierte eine ganz Klasse mit 35 Schülerinnen und Schülern. Schwester Alice Lukose aus Indien war im vergangenen Herbst Gast in Olpe. Sie erhielt etwa 6000 Euro für ihr Projekt von der „Aufblühenden Küste“ im Süden des Subkontinents. Neue Meldungen bestätigen, dass besonders die Projekte in Brasilien und Indien unter der Corona-Pandemie leiden.

Alles aber ist abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Möglicherweise sind alle Arbeiten doch umsonst und die Muggelkirmes kann nicht stattfinden. Die Entscheidung soll aber erst am 1. September fallen, abgestimmt mit allen Behörden und den wichtigsten Fachleuten. „Wir wollen uns nicht den Vorwurf selber machen müssen, nicht alles versucht zu haben für die Unterstützung der Entwicklungsprojekte“, so Wolfgang Hesse, der die Kontakte zu den einzelnen Partnern der weltkirchlichen Arbeit hält.

„Und den Olpern wäre eine fröhliche Muggelkirmes rund um den Marktplatz ein Herzensanliegen weil sie als echt und authentisch wahrgenommen wird“, ist sich Martin Immekus zusammen mit dem gesamten Leitungsteam sicher.

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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