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Ehrenamtliche Helfer stellen Masken her
Mundschutz aus der Nähecke

Hannelore Dommus aus Daaden ist mit vielen anderen ehrenamtlichen Helferinnen sozusagen in die Massenproduktion der Mund- und Nasenschutzmasken eingestiegen. Auf dem Foto ist das blaue Vlies zu erkennen, mit dem sie die Masken verstärken.
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  • Hannelore Dommus aus Daaden ist mit vielen anderen ehrenamtlichen Helferinnen sozusagen in die Massenproduktion der Mund- und Nasenschutzmasken eingestiegen. Auf dem Foto ist das blaue Vlies zu erkennen, mit dem sie die Masken verstärken.
  • Foto: dach
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soph Bad Laasphe/Daaden/Siegen/Wenden. Sie sind überall Mangelware, medizinisches Personal ist teils verzweifelt auf der Suche nach Nachschub. Die Rede ist von Schutzmasken und zwar nicht nur von denen, die „FFP“ im Namen tragen – und den Träger tatsächlich vor einer Infektion schützen können. Sogar der dünnere Mund-Nasen-Schutz, vor allem aus dem OP bekannt, wird händeringend gesucht. Diese Masken schützen den Träger zwar nicht (!) vor einer Ansteckung, sind aber durchaus sinnvoll für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in der Altenpflege oder all den Bereichen, wo der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann und somit auch der Fremdschutz eine große Rolle spielt.

soph Bad Laasphe/Daaden/Siegen/Wenden. Sie sind überall Mangelware, medizinisches Personal ist teils verzweifelt auf der Suche nach Nachschub. Die Rede ist von Schutzmasken und zwar nicht nur von denen, die „FFP“ im Namen tragen – und den Träger tatsächlich vor einer Infektion schützen können. Sogar der dünnere Mund-Nasen-Schutz, vor allem aus dem OP bekannt, wird händeringend gesucht. Diese Masken schützen den Träger zwar nicht (!) vor einer Ansteckung, sind aber durchaus sinnvoll für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in der Altenpflege oder all den Bereichen, wo der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann und somit auch der Fremdschutz eine große Rolle spielt.

Fertigkeiten für eine gute Sache einsetzen

Im Internet finden sich mittlerweile zahlreiche Anleitungen, um Masken selbst nähen zu können, und noch mehr Menschen sind bereits fleißig in die Produktion eingestiegen – Mundschutz direkt aus der Nähecke sozusagen. Eine von ihnen ist Doreen Lembus aus Wenden. Die gelernte Industrieschneiderin ist im Gespräch mit einer Freundin, die als Betreuerin im sozialen Bereich arbeitet, auf die Idee gekommen, ihre Fertigkeiten in der Corona-Krise für eine gute Sache einzusetzen. „Ich habe mir im Internet mehrere Anleitungen angeschaut und mir dann zwei Schnittmuster angefertigt“, erzählt sie im Gespräch mit der SZ. Für die Faltenmaske etwa nimmt sie zwei 18 mal 22 Zentimeter große Stücke aus Baumwollstoff, die dann in Falten gelegt zusammengenäht und mit Gummibändern versehen werden, die hinter die Ohren gezogen die Maske an ihrem Platz halten.

Auch Doreen Lembus aus Wenden näht zu Hause fleißig Masken und verschenkt sie an alle, die Bedarf haben.
  • Auch Doreen Lembus aus Wenden näht zu Hause fleißig Masken und verschenkt sie an alle, die Bedarf haben.
  • Foto: soph
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Damit sich der Stoff an die Nase anschmiegt, arbeitet Doreen Lembus zwei von den weißen Gefrierbeutelverschlüssen ein, die in jeder Packung zu finden sind. „Da haben mir meine Nachbarn ausgeholfen, ich werfe die nämlich immer weg“, sagt sie lachend. Bei der einen Maske für ihre Freundin ist es nicht geblieben: Mittlerweile haben 30 Masken den Weg zu ihren neuen Besitzern gefunden. Um auf weitere Anfragen vorbereitet zu sein, hat Doreen Lembus am Wochenende 40 Masken nacheinander fertiggestellt. Sollte irgendwo sehr großer Bedarf bestehen, könnte sie noch mehr Masken produzieren, wenn sie das benötigte Material gestellt bekommt. „Sonst muss ich irgendwann meine Bettwäsche zerschneiden.“

300 Masken für Sozialstationen 

Ebenfalls in Massenproduktion gegangen ist Hannelore Dommus aus Daaden, die für die Kirchliche Sozialstation Daaden-Herdorf und die ökumenische Sozialstation Betzdorf-Kirchen-Mudersbach Masken näht. Sie ist auch in einem Gespräch mit einer Freundin auf die Idee gekommen, selbst eine Maske zu nähen. Wie schnell und unkompliziert nun Hilfe tatsächlich dort ankommen kann, wo sie gebraucht wird, zeigt dieses Beispiel aus dem Oberkreis Altenkirchen: „Kurz nach dem Telefonat habe ich eine Mitarbeiterin des Pflegedienstes getroffen und sie gefragt, ob solche Masken benötigt werden. Die hat dann mit ihrer Vorgesetzten telefoniert und am Abend stand der Plan fest“, berichtet Hannelore Dommus. Das war am vergangenen Samstag, seitdem hat sie täglich mehrere Stunden an der Nähmaschine gesessen und am Mittwoch 50 fertige Masken an Kerstin Bauer übergeben. Für die Pflegedienstleiterin der kirchlichen und ökumenischen Sozialstation kam das Angebot von Hannelore Dommus wie gerufen. „Unsere Mitarbeiter in der ambulanten Pflege kommen täglich in Kontakt mit älteren und kranken Menschen, die wir so gut es eben nur geht schützen möchten“, betont Kerstin Bauer.
Da auch sie Probleme haben, an ausreichend Nachschub zu gelangen, ist die Freude über die 300 Masken groß, die rund 25 ehrenamtliche Helferinnen aus Daaden, Herdorf, Betzdorf und Kirchen in nur zwei Tagen genäht haben. Denn Hannelore Dommus hatte schnell Unterstützerinnen gefunden, die sich beim Nähen praktischerweise an einem Video orientieren können, das sie kurzerhand aufgenommen hat und bei Bedarf per Whatsapp verschickt.

In Massenproduktion sind 25 ehrenamtliche Helferinnen aus Daaden, Herdorf, Betzdorf und Kirchen gegangen.
  • In Massenproduktion sind 25 ehrenamtliche Helferinnen aus Daaden, Herdorf, Betzdorf und Kirchen gegangen.
  • Foto: privat
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Damit die Masken nochmal sicherer sind, arbeiten Hannelore Dommus und die anderen Helferinnen ein Fach in die Maske ein, in das ein dickes Filtervlies eingelegt wird. Vor dem Waschen kann dieses herausgenommen werden. „Die Maske kann dann in die Kochwäsche, das Vlies wird durch ein neues ersetzt“, erläutert Hannelore Dommus, die die Erweiterung gemeinsam mit Kerstin Bauer ausgetüftelt hat.

Ab 50 Masken erfolgt Lieferung frei Haus 

Auch Cornelia Wunderlich hat bereits Filtervlies bestellt, um es in Masken einzuarbeiten. In ihrem Geschäft „Cascada“ in Erndtebrück verkauft sie normalerweise Stoffe, Wolle und Geschenkartikel. Um während der Corona-Krise sinnvoll helfen zu können und gleichzeitig noch den wirtschaftlichen Schaden ein wenig aufzufangen, fertigt sie mit ihren fünf Mitarbeiterinnen Masken auf Bestellung an. „Das Material ist in Unmengen vorhanden“, so ihr Mann Stephan Wunderlich im Gespräch mit der SZ. Die Bestellungen werden in seinem Gartenbauunternehmen in Bad Laasphe entgegengenommen und koordiniert. „Ab 50 Stück liefern wir im Kreis Siegen-Wittgenstein frei Haus.“

Feuerwehr startet Initiative 

Die Mitarbeiter der Stadt Siegen müssen sich bald schon keine Gedanken mehr um fehlende Masken machen, denn die Feuerwehr Siegen hat eine Initiative in Kooperation mit der Volkshochschule Siegen und der Firma Stoffwerk gestartet. Stoffwerk spendet vorgestanzte Stücke und Streifen aus geeignetem Stoff sowie Garn, die Volkshochschule koordiniert die Arbeit einiger Hobby-Näherinnen, die die Masken herstellen.Wer Lust hat, sich kreativ zu beteiligen und für sich selbst oder auch den Nachbars- und Freundeskreis Schutzmasken anfertigen möchte, findet unter auf der Homepage der Feuerwehr die Anleitung. Auch wenn vollkommen klar sei, dass die Masken nicht mit professioneller Schutzausrüstung vergleichbar seien, „können sie ja vielleicht dennoch einen kleinen Beitrag zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus leisten“, so Feuerwehrleiter Matthias Ebertz, der abschließend noch einmal betont: . „Die Maske schützt nicht vor einer Ansteckung. Die Einhaltung der Abstandsregel ist und bleibt die wirkungsvollste Maßnahme!“

Autor:

Katja Fünfsinn (Redakteurin) aus Siegen

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