Mut zu Innovationen belohnt

Caritas prämierte Konzept der Seniorenhäuser und Ausstellung »Hautnah«

sz Olpe. Erstmals wurde jetzt der Innovationspreis des Caritasverbands vergeben. Den Innovationspreis 2006 in Gold erhielten das St.-Franziskus-Seniorenhaus sowie das Seniorenzentrum Habbecker Heide in Finnentrop für das gemeinsam in den vergangenen zwei Jahren neu entwickelte Konzept im Umgang mit alten Menschen »Unterstützung in der Lebensgestaltung«. Das neue Konzept mit baulichen und konzeptionellen Veränderungen ermöglicht es den Bewohnern, noch aktiver am Leben teilzunehmen. Die Entwicklung und Umstellung erfolgte in allen Bereichen der Einrichtungen, das heißt nicht nur in den Wohnbereichen, sondern auch in der Hauswirtschaft, dem sozialen Dienst, der Verwaltung und dem technischen Dienst.

Die bereichsübergreifende Zusammenarbeit wird gefördert, die strikte Trennung von Berufsbildern weicht auf. Ziele der Umstellung waren eine erhöhte Bewohner- und Angehörigenzufriedenheit, nicht zuletzt auch durch Integration in das Qualitätsmanagement. Die Innovation des Konzeptes wird überregional bestätigt, die Alltagstauglichkeit und der Nutzen für die Bewohner sind bewiesen und bestätigt worden: Die Angebote in den Wohnbereichen führen zu mehr Ausgeglichenheit und zu mehr Gemeinschaft bei den Bewohnern, aber auch zur Entwicklung bisher ungeahnter Fähigkeiten.

Das Konzept entstand im Team, das auch den Preis stellvertretend für die beiden Einrichtungen aus den Händen der Vergabeausschussvorsitzenden, Franz Becker und Erwin Wilm, entgegennahm. Mit dem jährlich in den drei Stufen Gold, Silber und Bronze vergebenen Preis zeichnet der Caritasverband innovative Ideen und Konzepte aus, die im Sinne der Caritas-Vision »Nah. Am Nächsten.« den Menschen helfen. So wurde auch die Ausstellung »Hautnah« des Häuslichen Hospizdienstes der Caritas-Station für Lennestadt und Kirchhundem mit dem Innovationspreis in Silber ausgezeichnet.

Gemeinsam mit ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern und dem Künstlerbund Südsauerland gestaltete der Häusliche Hospizdienst diese Ausstellung im Rathaus der Stadt Lennestadt. Die verschiedenen Mitglieder des Künstlerbundes wurden aufgefordert, die hautnahe Begegnung von Menschen angesichts des Sterbens auf ihre individuelle Art künstlerisch umzusetzen. Heraus kam dabei eine vielbeachtete und qualitativ hochwertige Ausstellung. Das Ziel der Hospizarbeit, Sterben, Tod und Trauer öffentlich zu thematisieren und die inhaltliche Auseinandersetzung damit zu fördern, wurde durch die Kooperation mit dem Künstlerbund auf besondere Weise erfüllt.

Die Ausstellung ermöglichte eine öffentliche Konfrontation mit dem Thema »Sterben, Tod und Trauer« mitten im Ratssaal 3 der Stadt Lennestadt, in dem sonst über die Belange der Bürger von Lennestadt entschieden wird. Das Erinnerungsbuch wurde inmitten einer Landschaft aus Erde und Steinen ausgestellt, in die Blumenzwiebeln gesetzt wurden, die im Laufe der vierwöchigen Ausstellung aufblühten. Den Innovationspreis in Bronze teilen sich »In via«, Katholische Mädchensozialarbeit, und das Wohnhaus Herrnscheider Weg in Drolshagen. »In via« hat sich »Innovation« als Überlebenskonzept zu Eigen gemacht. Wegfallende Aufgabenbereiche wurden kompensiert durch neu akquirierte Projekte und Maßnahmen.

So wurde und wird dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung getragen: Veränderte Rahmenbedingungen besonders bei Frauen und Mädchen, aber auch bei Arbeitslosigkeit, fehlender Orientierung und weg brechenden Familienstrukturen verlangen eine schnelle Reaktion im Bereich Bildung, Beratung und Begleitung.

Im Rahmen der soziotherapeutischen Begleitung von suchterkrankten Menschen im Wohnhaus Herrnscheider Weg in Drolshagen gestalten die Bewohner Dekorations-, Schmuck- und Kunstgegenstände aus Holz, Ton oder anderen Materialien. Diese Produkte werden vermehrt und auf unterschiedlichen Wegen vertrieben und bedeuten Anerkennung für die Bewohner. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird gestärkt. Dies ist gerade bei suchterkrankten Menschen, die in der Öffentlichkeit wenig Anerkennung genießen, wichtig. Im Wohnhaus Herrnscheider Weg in Drolshagen (Nähe Hallenbad) finden kleine Märkte statt wie aktuell wieder vom 27. November bis zum 1. Dezember, jeweils von 9 bis 18 Uhr.

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