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Einsegnung vor 25 Jahren
Mutter-Kind-Haus und Kita als doppelte Erfolgsgeschichte

Vor genau 25 Jahren segnete Pfarrer Karl-Wolfgang Müller die Räumlichkeiten von „Aline“ und „Pusteblume“ ein – auch wenn er sich stets schwer damit tat, dass der Kindergarten keinen Namen eines Heiligen trug, weshalb er spitzzüngig stets von „St. Pusteblume“ sprach.
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  • Vor genau 25 Jahren segnete Pfarrer Karl-Wolfgang Müller die Räumlichkeiten von „Aline“ und „Pusteblume“ ein – auch wenn er sich stets schwer damit tat, dass der Kindergarten keinen Namen eines Heiligen trug, weshalb er spitzzüngig stets von „St. Pusteblume“ sprach.
  • Foto: rege (Archiv)
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win Olpe. Es ist auf den Tag genau 25 Jahre her, dass der damalige Olper Pfarrer Karl-Wolfgang Müller auf dem Kimicker Berg eine doppelte Einsegnung vornahm. In den Räumlichkeiten der kurz zuvor geschlossenen Pflegevorschule der Olper Franziskanerinnen war zum einen das Mutter-Kind-Haus „Aline“, zum anderen der Kindergarten „Pusteblume“ errichtet worden. Der Kindergarten hatte seinen Betrieb schon einige Monate vorher aufgenommen, offiziell eingeweiht wurde er aber gemeinsam mit dem Mutter-Kind-Haus, beides Einrichtungen in Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO).

win Olpe. Es ist auf den Tag genau 25 Jahre her, dass der damalige Olper Pfarrer Karl-Wolfgang Müller auf dem Kimicker Berg eine doppelte Einsegnung vornahm. In den Räumlichkeiten der kurz zuvor geschlossenen Pflegevorschule der Olper Franziskanerinnen war zum einen das Mutter-Kind-Haus „Aline“, zum anderen der Kindergarten „Pusteblume“ errichtet worden. Der Kindergarten hatte seinen Betrieb schon einige Monate vorher aufgenommen, offiziell eingeweiht wurde er aber gemeinsam mit dem Mutter-Kind-Haus, beides Einrichtungen in Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO).

Kindergarten „Pusteblume“: Von 50 Plätzen auf über 1000

Beide Einrichtungen, die zum Zeitpunkt ihrer Gründung noch auf wackligen Füßen standen, erwiesen sich schnell als Initialzündungen für eine doppelte Erfolgsgeschichte. Beim Besuch der SZ blickt Reinhard Geuecke, Bereichsleitung Erziehungshilfe der GFO, gemeinsam mit „Aline“-Leiterin Marion Weidlich auf die Geschichte von „Aline“ zurück.

Aus dem Mutter-Kind-Haus in Olpe wird Eltern-Kind-Haus

Aus dem Mutter-Kind-Haus ist inzwischen ein Eltern-Kind-Haus geworden: Waren es ursprünglich fast ausnahmslos minderjährige Mütter, die mit ihrem Nachwuchs einzogen und so lange betreut wurden, bis sie in der Lage waren, auf eigenen Beinen zu stehen, kamen einige Jahre später zunächst vereinzelt auch junge Väter mit ihren Kindern. Inzwischen sind zwei sogenannte „Klärungsgruppen“ eingerichtet worden, in denen auch Paare Obhut finden. Reinhard Geuecke: „Ziel ist hier, so schnell wie möglich zu schauen, ob die Eltern in der Lage sind, für sich und ihre Kinder zu sorgen und sie dementsprechend zu fördern, anstatt jahrelang herumzuexperimentieren, was immer auf Kosten des Kindes geht.“

Im Gebäude der ehemaligen Pflegevorschule ist das Stammhaus von „Aline“, dem weit und breit ersten Mutter-Kind-Haus der Region, untergebracht. Links davon schließt sich der Kindergarten „Pusteblume“ an.
  • Im Gebäude der ehemaligen Pflegevorschule ist das Stammhaus von „Aline“, dem weit und breit ersten Mutter-Kind-Haus der Region, untergebracht. Links davon schließt sich der Kindergarten „Pusteblume“ an.
  • Foto: GFO
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Die Idee des Mutter-Kind-Hauses sei eine sehr franziskanische Idee, denn Kinder sollten, wenn irgend möglich, bei ihren Eltern sein. Nur wenn es gar nicht anders möglich sei, solle ein Kind aus der Familie genommen werden müssen. Marion Weidlich hatte in die Statistik geschaut: 480 Eltern und 520 Kinder sind im Lauf der Jahre durch die „Aline“-Einrichtungen gegangen, außer dem Stammhaus am Kimicker Berg inzwischen durch eine Wohngemeinschaft am Imberg, zwei „Klärungsgruppen“ in Olpe und Drolshagen und die „Perspektiv-Wohngemeinschaft“ in Olpe ergänzt. Außerdem gibt es die Außenbetreuung, die Eltern und Kinder nach ihrer Zeit in „Aline“ ambulant begleitet, wenn diese in eigene Wohnungen gezogen sind, um den Übergang zu sichern. Seit 2017 hat „Aline“ auch einen Ableger in Bornheim, einem über 100 Jahre alten Standort der Olper Franziskanerinnen, wo nach Aufgabe eines Krankenhauses das historische Gebäude unter anderem als Mutter-Kind-Haus genutzt wird.

"Der Bedarf wächst ständig"

„Man kann wohl sagen, dass es seinerzeit ein Wagnis war, auf das sich die mutigen Olper Schwestern eingelassen haben“, resümiert Reinhard Geuecke, denn niemand habe ahnen können, wie groß der Bedarf nach Hilfe ist. Das schnelle Wachstum habe den Mut der Schwestern belohnt, und heute zweifle niemand daran, dass „Aline“ auch ihren 50. „Geburtstag“ erleben werde. „Ganz im Gegenteil, der Bedarf wächst ständig“, bestätigt auch Marion Weidlich. Zunehmend seien es psychische Erkrankungen, die jungen Eltern die Erziehung ihrer Kinder erschweren und wo „Aline“ Hilfe bieten müsse.

Elsbeth Rickers, die als Nestorin der Mutter-Kind-Hilfe in der Region gilt, bei einem Besuch im Jahr 2010 in Kindergarten „Pusteblume“ und Mutter-Kind-Haus „Aline“. Die 2014 im Alter von 98 Jahren verstorbene Sozialpolitikerin hat eine Stiftung gegründet, die bis heute die Mutter-Kind-Hilfe unterstützt.
  • Elsbeth Rickers, die als Nestorin der Mutter-Kind-Hilfe in der Region gilt, bei einem Besuch im Jahr 2010 in Kindergarten „Pusteblume“ und Mutter-Kind-Haus „Aline“. Die 2014 im Alter von 98 Jahren verstorbene Sozialpolitikerin hat eine Stiftung gegründet, die bis heute die Mutter-Kind-Hilfe unterstützt.
  • Foto: SZ-Archiv
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Bei der Einweihung hatte der damalige Geschäftsführer der GFO, Joachim Bovelet, Weitsicht bewiesen: „Ich glaube nicht, dass wir den Zeitpunkt erreichen werden, an dem eine solche Einrichtung überflüssig wird“, wird er in der SZ 1997 zitiert. Und die seinerzeitige Generaloberin Schwester Xaveria Kronen hatte erklärt, mit der Einsegnung sei ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen: „Als sich die Schließung der Pflegevorschule abzeichnete, stellte das für uns keinen Endpunkt, sondern einen Neuanfang dar.“
Eigentlich sollte das Jubiläum mit einer Lichterprozession zum nahen Mutterhaus der Franziskanerinnen und anderen Aktionen auch für ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner gefeiert werden, dies alles wurde jedoch wegen der Pandemie kurzfristig abgesagt und soll dann nachgeholt werden, wenn wieder ohne Einschränkungen unbeschwert gefeiert werden kann.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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