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"Liebe mit Terror"
Neue Selbsthilfegruppe für Opfer von Narzissmus

Petra Weinbrenner-Dorff (r.) und Ulrike Bell (l.) von der Selbsthilfe-Kontaktstelle loben den Mut der jungen Finnentroperin, die die neue Selbsthilfegruppe „Liebe mit Terror“ leiten will.
  • Petra Weinbrenner-Dorff (r.) und Ulrike Bell (l.) von der Selbsthilfe-Kontaktstelle loben den Mut der jungen Finnentroperin, die die neue Selbsthilfegruppe „Liebe mit Terror“ leiten will.
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mari Olpe. „Liebe mit Terror“ heißt eine neue Selbsthilfegruppe unter dem Dach der Selbsthilfe-Kontaktstelle des DRK-Mehrgenerationenhauses Olpe. Leiterin ist eine 22-jährige Finnentroperin, die bis vor einem Jahr unter ihrem narzisstischen Vater und ihrer co-narzisstischen Mutter litt. Die Selbsthilfegruppe soll Anlaufstelle für Menschen sein, die in toxischen Beziehungen leben und somit emotionalen Missbrauch erleben. Leiterin spricht aus eigener ErfahrungDie 22-Jährige kam vor einem Jahr wegen Depressionen in eine psychosomatische Klinik. Erst dort erfuhr sie den Grund für ihre Probleme. „Mein Vater ist ein Narzisst“, weiß sie heute. „Was ich zu Hause erlebt habe, war wahre Tyrannei.

mari Olpe. „Liebe mit Terror“ heißt eine neue Selbsthilfegruppe unter dem Dach der Selbsthilfe-Kontaktstelle des DRK-Mehrgenerationenhauses Olpe. Leiterin ist eine 22-jährige Finnentroperin, die bis vor einem Jahr unter ihrem narzisstischen Vater und ihrer co-narzisstischen Mutter litt. Die Selbsthilfegruppe soll Anlaufstelle für Menschen sein, die in toxischen Beziehungen leben und somit emotionalen Missbrauch erleben. 

Leiterin spricht aus eigener Erfahrung

Die 22-Jährige kam vor einem Jahr wegen Depressionen in eine psychosomatische Klinik. Erst dort erfuhr sie den Grund für ihre Probleme. „Mein Vater ist ein Narzisst“, weiß sie heute. „Was ich zu Hause erlebt habe, war wahre Tyrannei. Wenn ich nicht das gemacht habe, was er wollte, wurde er aggressiv, hat mir Vorwürfe gemacht und mich geschlagen. Ich hatte oft Angst, er bringt mich um, wenn ich was Falsches sage. Er hat mich kontrolliert und manipuliert. Ich hatte nie wirklich Freiheiten.“
Ihr Vater habe sie all die Jahre glauben lassen, dass sie ihm ihre Liebe zeige, wenn sie seine Wünsche erfülle. „Wenn du mich liebst, dann isst du rote Beete oder wenn du mich liebst, machst du mir jeden Morgen Kaffee“, nennt sie Beispiele seiner Forderungen. „Ich bin damit aufgewachsen und habe alles unter dem Aspekt gemacht, dass es Mama und Papa gut geht.“ Während der Schulzeit war es für sie besonders schlimm. „Ich wurde in der Schule gemobbt und hatte zu Hause nur Terror. Ich habe auf meinem Zimmer über den Büchern gehockt und gehofft, dass der Terror endlich vorbei ist.“

Lebenspartner half in schwieriger Situation

Die 22-Jährige ist sehr dankbar, dass sie vor einem Jahr ihren Lebenspartner kennenlernte, der ihr half, sich von ihrer Familie abzunabeln. Er habe ihr klar gemacht, dass sie in einer ungesunden Umgebung lebe. Dass sie es geschafft hat, schiebt sie auf ihren Freiheitswillen, der größer war, als die Liebe und Abhängigkeit zu den Eltern.
Inzwischen ist ihr klar: „Narzissten wie mein Vater gieren nach Aufmerksamkeit und Bewunderung. Sie sind egoistisch, selbstverliebt, mögen keine Kritik und haben kein Mitgefühl. Wenn man sich nicht aus einer solchen Situation befreit, bleibt man das dauerhafte Opfer. Oder man wird zum Co-Narzissten. So wie meine Mutter, die sich durch die Abhängigkeit von meinem Vater im Laufe der Jahre zu einer Co-Narzisstin entwickelte. Deshalb habe ich bei ihr auch keine Unterstützung gefunden. Sie hat alles geschluckt und immer nur genickt, wenn er was sagte. Auch mein drei Jahre älterer Bruder, der inzwischen auch nicht mehr Zuhause lebt, ist dabei, ein Co-Narzisst zu werden.“

Selbsthilfegruppe als "geschützter Raum"

Durch die Gründung der Selbsthilfegruppe möchte die junge Frau Aufmerksamkeit auf das Thema lenken, Aufklärung leisten und Menschen, die in toxischen oder in Borderline-Beziehungen leben, Ratschläge geben, wie sie dem Teufelskreis entkommen können. „Die Selbsthilfegruppe ist ein geschützter Raum. Alles unterliegt dem Datenschutz und der Schweigepflicht“, erklärten Petra Weinbrenner-Dorff und Ulrike Bell von der Selbsthilfe-Kontaktstelle.
Die Gruppe trifft sich unter Corona-Auflagen jeden vierten Montag im Monat im Begegnungszentrum in Finnentrop, Bamenohler Straße 59 (ehemals Hotel Cordes). Erstes Treffen ist am 28. Oktober. Anmeldungen bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle in Olpe, Tel. (02761) 2643, E-Mail an shk@kv-olpe.drk.de. Die Uhrzeit wird am Telefon oder in der Antwort-E-Mail bekanntgegeben.

Autor:

Marianne Möller

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