SZ

Annika Zöll ist nun Schwester Jakoba:
Neuer Name für ein anderes Leben

Nach der Einkleidung: Schwester Jakoba Zöll, mit dem weißen Schleier einer Novizin, zwischen (v. l.) Magdalena Krol, Scholastika Kaiser und Katharina Hartleib, ist nun Olper Franziskanerin. Fotos: win
6Bilder
  • Nach der Einkleidung: Schwester Jakoba Zöll, mit dem weißen Schleier einer Novizin, zwischen (v. l.) Magdalena Krol, Scholastika Kaiser und Katharina Hartleib, ist nun Olper Franziskanerin. Fotos: win
  • Foto: Jörg Winkel
  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

win Olpe. Zum ersten Mal nach 27 Jahren ist heute eine junge Frau in den Orden der Olper Franziskanerinnen eingetreten. Im Rahmen einer Vesper im Mutterhaus der Frauenkongregation fand die Einkleidung statt. In einem festgelegten Ritus in der Mutterhauskirche wurden das Ordenskleid (Habit) und der weiße Schleier, den Novizinnen tragen, gesegnet und der 24-jährigen Annika Zöll überreicht. Gemeinsam mit ihrer Ausbilderin, Schwester Katharina Hartleib, ging die junge Frau, die aus Hitdorf bei Leverkusen stammt, in die Sakristei, legte dort Habit und Schleier an und betrat dann als Schwester Maria Jakoba vom Heiligen Josef, kurz Schwester Jakoba, die Mutterhauskirche.

Diese war so voll besetzt, wie es den Corona-Auflagen gemäß möglich ist.

win Olpe. Zum ersten Mal nach 27 Jahren ist heute eine junge Frau in den Orden der Olper Franziskanerinnen eingetreten. Im Rahmen einer Vesper im Mutterhaus der Frauenkongregation fand die Einkleidung statt. In einem festgelegten Ritus in der Mutterhauskirche wurden das Ordenskleid (Habit) und der weiße Schleier, den Novizinnen tragen, gesegnet und der 24-jährigen Annika Zöll überreicht. Gemeinsam mit ihrer Ausbilderin, Schwester Katharina Hartleib, ging die junge Frau, die aus Hitdorf bei Leverkusen stammt, in die Sakristei, legte dort Habit und Schleier an und betrat dann als Schwester Maria Jakoba vom Heiligen Josef, kurz Schwester Jakoba, die Mutterhauskirche.

Diese war so voll besetzt, wie es den Corona-Auflagen gemäß möglich ist. 35 Schwestern des Ordens waren aus Olpe, Drolshagen, Oberpleis, Bonn und anderen Standorten gekommen, und 35 Mitglieder der Familie Zöll und enge Freundinnen und Freunde der Postulantin begleiteten die Feier. Der Leitende Pfarrer des Pastoralverbunds Olpe, Clemens Steiling, und der Geschäftsführer der ordenseigenen Firma, der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO), Markus Feldmann, nahmen ebenfalls an dem festlichen Akt teil, der wohl nicht zufällig am Namenstag der heiligen Klara von Assisi, der engsten Weggefährtin von Franziskus, stattfand.

Anders als vor Jahrzehnten, als die Novizinnen erst nach ihrer Einkleidung den von der Ordensleitung gewählten Namen erfuhren, hat Neuschwester Jakoba selbst die Wahl getroffen, wie sie im Orden heißen will.

Gleich zwei Vorbilder habe sie dabei im Sinn gehabt, erklärte sie: zum einen Erzvater Jakob; die für sie schönste Jakobsgeschichte sei der zuvor in der Lesung gehörte Kampf Jakobs mit Gott am Jabbok, „wo zwischen wütendem Kampf und inniger Umarmung nicht zu unterscheiden ist“. Zweite Namenspatronin sei die selige Jacoba von Settesoli, eine der nächsten Weggefährtinnen des heiligen Franziskus von Assisi, die bis zum Tod bei Franz wachte und von ihm halb im Scherz, halb voller Respekt für ihre Standhaftigkeit „Bruder Jacoba“ genannt wurde: „Beide sollen als Überschrift über meinem Ordensleben stehen.“ Schwester Scholastika hatte erklärt: „Unser Ordenskleid ist keine Uniform, die das Kennzeichen für einen Beruf anzeigt, sondern ein Zeichen unserer Lebensform in Gemeinschaft und des gemeinsamen, geweihten Lebens. Leg dein altes Leben ab und lege mit dem gesegneten Habit ein neues Leben an im Dienst vor Gott und für die Menschen als Franziskanerin von der Ewigen Anbetung zu Olpe.“

Bevor die Novizin ihren neuen Namen bekanntgab, hatten Provinzoberin Scholastika Kaiser, Generaloberin Magdalena Krol und Schwester Katharina Hartleib der neuen Mitschwester ein Kreuz, das Stundenbuch, die Regeln des Dritten Ordens des heiligen Franziskus sowie die Ordenskonstitutionen überreicht. Die Vesper wurde mitgestaltet von Weggefährtinnen der neuen Ordensfrau: Franziska Nebeling aus Dumicke, Studentin in Münster und seit vielen Jahren mit Annika Zöll und den Franziskanerinnen verbunden, übernahm die Lesung. Die Fürbitten sprach Ruth Schiebel, die mit Annika Zöll in Jerusalem studiert hat und seitdem ihre beste Freundin ist.

Ersten Kontakt zu den Olper Franziskanerinnen hatte Annika Zöll schon im Kindergarten von Hitdorf: In diesem war eine Olper Franziskanerin tätig, denn der Orden hat im Rheinland einen seiner Schwerpunkte in Deutschland. Als dann 2013 der Orden 150 Jahre alt wurde und Ordensgründerin Maria Theresia Bonzel seliggesprochen wurde, hatte sie ein Lehrer auf eine Aktion aufmerksam gemacht, bei der junge Frauen Reisen zu den Ordensniederlassungen in aller Welt unternehmen konnten. Die Bewerbung von Annika Zöll wurde angenommen, und in der US-Ordensprovinz Mishakawa lernte Annika Zöll das Ordensleben von Olper Franziskanerinnen näher kennen – und lieben.

Es sei keine „Erleuchtung“ gewesen, sondern ein langer Prozess, so berichtete Annika Zöll im vorigen Jahr zum Beginn ihres Postulats, und nach dieser Probezeit war sie sicher: Sie will Ordensschwester werden.

Nun beginnt ein Jahr, in dem Schwester Jakoba Zöll ihr Theologiestudium in Bonn ruhen lässt und zwölf Monate lang verschiedene Stationen in den verschiedenen Konventen des Ordens absolvieren wird. Ihr Standort ist der Konvent „San Damiano“ in Olpe, unmittelbar neben der Martinuskirche, aber auch im Mutterhaus auf dem Kimicker Berg, im Seniorenheim des Ordens in Drolshagen oder in Oschersleben wird sie vierwöchige Arbeitsphasen haben, ebenso in verschiedenen Einrichtungen der GFO, die mit über 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter anderem 14 Krankenhäuser, elf Altenheime, neun Kindergärten, das Kinder- und Jugendhospiz „Balthasar“ und die St.-Franziskus-Schule in Olpe unterhält. Insbesondere aber dient dieses von Rom vorgeschriebene, in allen katholischen Orden so praktizierte erste Novitiatsjahr dem Gebet und dem Befassen mit der Spiritualität der Gemeinschaft.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen