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„Obersten Gummersbach“ wird zum Sozialkaufhaus
Neues Leben nach langem Leerstand

Ramona Schmitz und Murad Sabitsade freuen sich auf die Eröffnung des Sozialkaufhauses, das in den ehemaligen Räumen von „Obersten Gummersbach“ im Oktober, spätestens November Platz finden soll.
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  • Ramona Schmitz und Murad Sabitsade freuen sich auf die Eröffnung des Sozialkaufhauses, das in den ehemaligen Räumen von „Obersten Gummersbach“ im Oktober, spätestens November Platz finden soll.
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win Olpe. Einst war es ein echter Kundenmagnet: Das Haus Westfälische Straße 34 in Olpe ist für viele immer noch „Obersten Gummersbach“. Hier wurden bis 2009 ganze 137 Jahre lang Waren feilgeboten, die legendäre riesige Kindereisenbahn kennen noch viele. Nach der Schließung folgte langer Leerstand, nach dem Verkauf des Hauses an den umtriebigen wie umstrittenen Geschäftsmann und Unternehmer Prof. Dr. Henning Zoz diente es viele Jahre nur als Schaufenster für Elektroroller und -fahrräder. Doch seit einigen Wochen herrscht wieder Leben in den Geschäftsräumen, ein Blick durch die freigelegten Schaufenster zeigt, dass hier saniert wird.

„Sozialkaufhaus Olpe“ steht auf Transparenten in der Auslage.

win Olpe. Einst war es ein echter Kundenmagnet: Das Haus Westfälische Straße 34 in Olpe ist für viele immer noch „Obersten Gummersbach“. Hier wurden bis 2009 ganze 137 Jahre lang Waren feilgeboten, die legendäre riesige Kindereisenbahn kennen noch viele. Nach der Schließung folgte langer Leerstand, nach dem Verkauf des Hauses an den umtriebigen wie umstrittenen Geschäftsmann und Unternehmer Prof. Dr. Henning Zoz diente es viele Jahre nur als Schaufenster für Elektroroller und -fahrräder. Doch seit einigen Wochen herrscht wieder Leben in den Geschäftsräumen, ein Blick durch die freigelegten Schaufenster zeigt, dass hier saniert wird.

„Sozialkaufhaus Olpe“ steht auf Transparenten in der Auslage. Das ist deutlich griffiger als der Name des Trägers, der die Umbauarbeiten vornimmt: die „Gemeinnützige Qualifizierungs- und Weiterbildungsgesellschaft des Heimatvereins Achenbach gGmbH“.

Insgesamt fünf Sozialkaufhäuser

Hervorgegangen aus dem Engagement zweier evangelischer Kirchengemeinden, betreibt das gemeinnützige, ehrenamtlich geführte Unternehmen im Kreis Siegen-Wittgenstein bereits fünf solcher Sozialkaufhäuser und war lange auf der Suche nach einem Standort in Olpe. Über einen Makler kam die gGmbH auf das zum Verkauf stehende Gebäude in der Olper Oberstadt, und Ausstattung wie Konditionen ließen, so der ehrenamtliche Geschäftsführer, Günther Langer, im Grunde keine Wahl.

"Ich habe so viel über dieses Gebäude gehört,
da ist wirklich Geschichte drin."

Günther Langer
Geschäftsführer

Ein langfristiger Mietvertrag wurde geschlossen, gleichzeitig gab das Unternehmen ein Kaufgebot ab. „Es sind so große Räume, wir haben so viel Platz, dass wir ganz viel entwickeln können“, freut sich Ramona Schmitz, die die Leitung des Sozialkaufhauses Olpe übernehmen wird. Starten soll das Angebot mit dem eigentlichen Sozialkaufhaus, wo gebrauchte Waren zu niedrigen Preisen angeboten werden, und einer Begegnungsstätte im ersten Obergeschoss. Dazu kommen Schulungsräume mit PCs, die aber auch dazu dienen, dass Menschen ohne entsprechende Möglichkeiten etwa Bewerbungen schreiben können. In weiteren Schritten möchte Langer im Keller Werkstätten einrichten, in denen die gespendeten Waren aufbereitet werden können.

Oberste Prämisse: Vorhandenes nicht nachahmen

Der Verein hat viel vor, aber eines ist oberste Prämisse: Das, was vor Ort schon vorhanden ist, wird nicht nachgeahmt. So soll etwa der Möbelbörse oder der Kleiderkammer keine Konkurrenz gemacht werden. Was aber angeboten wird, ist Kooperation.

Im Inneren sind Mitarbeiter des Trägers dabei, die lange leerstehenden Räume in frischen Glanz zu versetzen.
  • Im Inneren sind Mitarbeiter des Trägers dabei, die lange leerstehenden Räume in frischen Glanz zu versetzen.
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Eine spezielle Zielgruppe für das Sozialkaufhaus gibt es nicht. Ganz wichtig ist: Niemand wird abgewiesen. „Neben der Möglichkeit, preiswert einzukaufen, ist ganz wichtig, dass Menschen sich hier aufhalten können“, weiß Ramona Schmitz beispielsweise aus dem Sozialkaufhaus Freudenberg. Migranten, Flüchtlinge, Deutsche, sie alle sollen willkommen sein. „Wir sind absolut unpolitisch, für uns gibt es nur Menschen“, so Ramona Schmitz. Mit Freude hat Günther Langer seit dem Beginn der Renovierungsarbeiten festgestellt: „Das Interesse an uns ist groß, und die Olper haben uns herzlich willkommen geheißen.“ So seien bereits viele Spenden eingegangen. Viele hätten auch geklopft und darum gebeten, nur mal einen Blick in die Räume werfen zu dürfen: „Ich habe so viel über dieses Gebäude gehört, da ist wirklich Geschichte drin“, freut sich der ehrenamtliche Geschäftsführer.

Eröffnug für Oktober geplant

Geplant ist, im Oktober zu eröffnen. „Wir machen außer den sicherheitsrelevanten Arbeiten, wo Fachfirmen gefragt sind, alles selbst, das dauert, aber es wird gut“, so Langer, „und daher kann es auch sein, dass es November wird.“

Mit dabei sein wird in jedem Fall Murad Sabitsade. Der Aserbaidschaner absolviert zurzeit ein Jahr Bundesfreiwilligendienst bei der gGmbH. Als angehender Deutschlehrer will er zum einen die Sprache verbessern, zum anderen die Idee des Sozialkaufhauses mit in seine Heimat nehmen, „so etwas gibt es bei uns so nicht“.

Zweites Standbein für Ruheständler

Platz ist in Olpe für weitere vier „Bufdis“, wobei Langer nur Menschen ab 27 Jahren anspricht: „Wir wollen den Trägern wie Caritas oder DRK nicht die jungen Leute wegnehmen, die sie dringend brauchen.“ Er hofft eher auf aktive Ruheständler, die noch einmal eine neue Aufgabe suchen.

Nähere Informationen gibt es per Mail oder unter Tel. 0271/23419362.

Ramona Schmitz und Murad Sabitsade freuen sich auf die Eröffnung des Sozialkaufhauses, das in den ehemaligen Räumen von „Obersten Gummersbach“ im Oktober, spätestens November Platz finden soll.
Im Inneren sind Mitarbeiter des Trägers dabei, die lange leerstehenden Räume in frischen Glanz zu versetzen.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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